(Review aus dem Jahre 2007)
BECOMING THE ARCHETYPE aus Atlanta/Georgia avancieren seit geraumer Zeit zu einer verdammt heißen Aktie im Extrem Metal Sektor. Und dies gewiss nicht zu unrecht. Spätestens seit dem Release des 2005er Outputs 'Terminate Damnation' konnte der Fünfer auch auf dem alten Kontinent seine tiefen Spuren hinterlassen, dem ja auf medialer Ebene eine kapitale Flut Lobbekundungen voraus- und hinterher eilte. Das registrierten ebenso die Leute von Century Media Records und signten das Quartett gleich für mehrere Alben.
Stillstand bedeutet Tod. Entwicklung ungeahnte Perspektiven. Selbstverständlich ist das Fundament selbiges. Dabei sind auf 'The Physics Of Fire' allerdings neue Schattierungen und verfeinerte Nuancen präsent, die BECOMING THE ARCHETYPE auf jenes Terrain hieven, wo Genialität und Wahnsinn gefährlicher als je zuvor gegenüber stehen. Verschachtelte Arrangements in stets wechselnden Rhythmusstrukturen, dosiert Blastbeats, nichtalltägliche Riffkulturen, schräge Sololäufe, bedrohlich anmutende Leads und Jason Wisdoms zumeist tiefe Death Growls spiegeln über eine Spanne von 50 Minuten einen Klangkosmos der völligen Fremde, der Kälte, der Unberechenbarkeit. Ein ständiges Pendeln zwischen Kriegerdasein, Ohnmacht und ewiger Konspiration. Stilistische Parallelen zu OPETH, INTO ETERNITY oder gelegentlich NILE zeigen sich abermals, wenn auch nur in dezenteren Dosen. Denn BECOMING THE ARCHETYPE ziehen in erster Linie ihr eigenes Ding durch, was den Hörer immer während Aufmerksamkeit abverlangt, oberflächliches Hinhören ist kontra indiziert. Dicht umschlossen sind diese unergründlichen Hymnen darüber hinaus von einer bedrohlichen Atmosphäre, die ihresgleichen sucht ' von vorn bis hinten, von oben nach unten unter wieder retour. Auf die Spitze des Eisbergs treiben es die vier aber nie, das ' nahe einer Explosion ' wieder kehrende Ausschweifen der Amplitude zeigt sich fast periodisch und hinterlässt somit einen schwer definierbaren, unangenehmen Klumpen in der empfindlichen Magenregion.
Welches Werk nun als das bessere, genialere, extremere oder was auch immer durch geht, hängt vom jeweiligen Geschmack ab, denn trotz genannter Neo- Facetten im BTA Sound gehen Dichte und Wahnwitzigkeit sowohl auf seinem Vorgänger wie auch auf vorliegender Werkschau ein ungemein hohes Level. Und eines ist amtlich: der Sound ertönt auf's Neue ziemlich aggressiv und differenziert, wie es in jenem Genre ohnehin Usus ist. Anspieltipps: 'Epoch Of War', 'Immolation', 'The Great Fall', 'Second Death', 'The Balance Of Eternity'