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5.0 von 5 Sternen
Dieses Mal ohne die Strokes, dafür mit viel frischem Wind., 29. Oktober 2009
Alleine sitzt Julian Casablancas inmitten des Raumes. Vergessen scheinen die Zeiten mit den Strokes, ein neues Kapitel wird aufgeschlagen und selbst wenn man es besser wissen müsste, aber acht Jahre soll der Beginn der Rock'n'Roll Rocker schon wieder zurückliegen? Nun gut. Zumindest darf nach dieser langen Zeit der Freiraum erlaubt sein, die Zusammenarbeit mal etwas ruhen zu lassen und dafür den persönlichen Vorlieben die ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Schon in früheren Zeiten merkte man hier und dort entfremdende Klänge bei den Strokes und auch die aufflammende Liebe zu analoger Schaltungstechnik. ' 11th Dimension ' aus dem folgenden Solodebüt sollte den Verdacht schließlich bestätigen. Brechende Drum-Machines, Gitarren in perfider Abstimmung zueinander und Synthesizer mit einem herrlich barocken Kontrapunkt. Es ist ein Stück, das wohl erst durch die jahrelange Arbeit mit den Strokes überhaupt erst entstehen konnte und dennoch entfernt sich Julian Casablancas nie zu weit von bekennenden Ufern und erinnert mit Textzeilen aus ' Phrazes For The Young ' an die aufreibenden Pfade vor seinem Solodebüt. "Somewhere along the way, my hopefulness turned to sadness/ Somewhere along the way, my sadness turned to bitterness..." Die insgesamt acht Songs des Longplayers entstanden in den zurückliegenden zwölf Monaten unter der Regie der Produzenten Jason Lader (System Of A Down, Coldplay, Jay-Z u.a.) und Mike Mogis (Bright Eyes, The Faint, Lightspeed Champion etc.) in Los Angeles, New York und Nebraska. Die Stücke stammen selbstverständlich von Casablancas selbst und der beginnt damit recht selbstlos auf dem Opener ' Out Of The Blue '. Schnell huschen die bittersüßen Synthies durch die Strophen, herrlich beschwingte Melodien verschwinden in dem gewohnt nuschelnden Gesangsstil und Markenzeichen von Casablancas. Und bereits mit dem vierten Track darf unverblümt gesagt werden, dass mit ' Phrazes For The Young ' eine Platte entstanden ist, die es in dieser konstanten Form bei den Strokes noch nie gegeben hat und wohl auch nie geben wird. Es ist das lächelnde Grinsen auf dem eigenen Gesicht, der nickende Kopf im Takt und das bestimmte Gefühl der Vertrautheit, die den Sinn für ein erfrischendes Abenteuer in dieser Mischung so ziemlich perfekt abrunden. Titeltrack und erste Single ' 11th Dimension ' beginnt mit 80er Synthies und entlädt sich im späteren Verlauf zu einer frechen Subversive mit reichhaltigem Hitpotential. Aber auch eine flutende Fülle an Metaphern torkelt zwischen Rock'n'Roll, betrunkenen Country und Western durch farbenfrohe Phantasielandschaften und gewährt wie in ' 4 Chords Of The Apocylypse ' so manch umfangreichen Einblick in das frühere Leben des Julian Casablancas. Am meisten sticht am Ende jedoch die Tatsache heraus hier kein einfaches Solodebüt vorzufinden, sondern eine akribische Einzelleistung mit unglaublich viel Liebe zum Detail. Sanft und fast ein bisschen wehmütig streichen die Melodien in ' Ludlow St. ' über den holprigen Boden und entfachen ab der Mitte eine gemütliche Lagerfreuer-Atmosphäre unter einem sternenklaren Himmel. Ja, mittlerweile hat sich die Dunkelheit in scheinbar unsichtbarer Mission von hinten herangeschlichen und verklingt in einer gemächlichen Molltonart zu den letzten Takten von ' Tourist ' in melancholischer Abendstimmung . ' Phrazes For The Young ' erinnert natürlich fast durchgehend an die Strokes und das nicht zuletzt durch den dominierenden Gesang von Casablancas, aber es verzichtet auf die großen Momente, insbesondere bei den Refrains und das Zugunsten einer klaren und konsequenten Einstellung von Anfang bis Ende.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gar nicht übel! :), 22. April 2010
Bevor ich mir die CD bestellt habe , habe ich mir die Rezensionen hier auf Amazon durchgelesen und auch in ein paar Stücke reingehört und meine Erwartungen waren nicht allzu hoch, aber ich muß sagen, sie gefällt mir sehr gut. Ich liebe Julian Casablancas' Stimme und da ich mit der Musik der 1980er-Jahre aufgewachsen bin, mag ich auch Synthesizer- und Keyboard-Melodien. Und ich finde, beides passt prima zusammen. Sie verbreitet für mich eine durchaus positive und lebendige Stimmung (zur Zeit vorzugsweise in meinem Badezimmer). Als kleine Anekdote nebenbei: Als damals das erste Strokes-Album herauskam und ich "Last night" auf MTV sah, düste ich sofort zum ...-Markt nebenan und fragte danach. Der Verkäufer, den ich erwischte, erklärte mir, daß sie die CD wohl hätten, er würde mir aber davon abraten, bis jetzt habe sie noch NIEMAND gekauft... Zum Glück habe ich nicht auf ihn gehört (auch wenn seine "Ehrlichkeit" irgendwie drollig war). Alles Gute!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Phrazes for the Young - Musik für junge Leute! Ein beachtliches und interessantes MEISTERWERK!!, 4. Februar 2010
Nach drei sehr erfolgreichen Strokes-Alben hat sich Frontman Julian Casablancas in Eigenregie versucht und mit "Phrazes for the Young" ein Album geschaffen, das vom Titel her sehr gut zur Aufmachung und nicht zuletzt zur Musik auf der Platte passt. Ein Rock-Star, der Casablancas ohne Zweifel ist macht Musik ganz ohne Starallüren - so scheint es. Und auch, wenn (wieder einmal) viel zu viel im Vorfeld über Soloprojekt, Strokes etc. getratscht worden ist, so muss man "Phrazes for the Young" doch zugute halten, dass es wirklich gut geworden ist. 8 Songs, die aufgrund überdurchscnittlicher langer Einzelspielzeit (ca. 5 min) ein zeitlich gesehen insgesamt mittellanges Gesamtwerk ergeben, fügen, ja schmiegen sich so fröhlich-unbeschwert aneinander, dass man spätestens nach Hördurchgang Nummer 3 freudig mit den Füßen dazuwippt. Die Scheibe ist durch und durch ein Gute-Laune-Album, das von "Out of the Blue" (welch passender Titel!) bis "Tourist" Spaß macht und immer wieder auch unerwartete Glücksmomente parat hält. Zwar war ich zunächst enttäuscht, dass sich Herr Casablancas Jr. - zumindest momentan - von den Strokes wegbewegte, um seiner eigenen Kreativität mehr Raum zu geben, allerdings hat sich meine Enttäuschng mit Erwerb dieser Platte gelegt! Wer (so auch ich) es trotzdem nicht lassen kann und immer und immer wieder Vergleiche und Parallelen zu den Strokes finden muss, wird feststellen, dass es auf diesem Solo-Projekt weniger eckig-kantig-schmutzig-rockig zugeht und dass ein Computer allerhand zunächst verwirrende aber mit der Zeit besser und besser und angenehmer in den Hörgängen liegende Sounds beisteuert, die jedem Song noch ein Extra-Sahnehäubchen oben drauf setzen. Es ist halt alles in allem mehr ALTERNATIVE denn Rock! Stimmlich ist alles beim alten. Auch die Grundbeats und Gitarrenmelodien erinnern tweilweise sehr an die Strokes, aber wen stört das schon?? "Phrazes for the Young" ist wohl tatsächlich ein Album, das als Strokes-Platte kaum funktioniert hätte (eben aufgrund allzu ausgetüftelter Elektronik). Was für ein schlauer Schachzug also von J. Casablancas, sich in Ruhe zurückzulehnen und - inmitten heftiger Spekulationen, Vorschusslorbeeren etc. - eine Platte wie diese hier aufzunehmen. Meiner Meinung nach genau die richtige Antwort zur richtigen Zeit! Ehrlich gesagt verstehe ich die teilweise sehr harten Kritiken hier überhaupt nicht! Ich möchte jenen Menschen höflich und gut gemeint raten, der Scheibe ein bisschen mehr Zeit zu geben. Erstaunlich, dass Julian Casablancas nach drei so intensiven und wirklich gelungenen Strokes-Platten noch genügend Kraft und Kreativpotential in sich hat, um ein kleines Meisterwerk wie "Phrazes for the Young" zu schaffen!! RESPEKT!
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