Kurz gesagt: Der GEO One von Phottix funktioniert tadellos und kostet nur halb so viel wie das Original, der GP-1 von Nikon (Stand November 2009).
Lang gesagt:
Die Installation ist ein Kinderspiel und geht ohne einen Blick in die Bedienungsanleitung. Auch an der Kamera (in meinem Fall eine Nikon D5000) müssen nicht unbedingt Einstellungen vorgenommen werden. Man kann direkt und ohne Frust loslegen.
Die Position wird nach einem Kaltstart durchschnittlich in weniger als einer Minute gefunden. Das ist kein schlechtes Ergebnis. Auch in puncto Genauigkeit gibt sich der GEO One keine Blöße. Die Höhenangaben sollte man jedoch nicht allzu ernst nehmen. Das ist aber bei GPS-Empfängern ein grundsätzliches Problem (verschiedene Geräte können leicht um 50 Meter voneinander abweichen). Die Interaktion mit der Kamera verläuft reibungslos und die Daten werden standardkonform in den EXIF-Header des Bildes geschrieben.
Das Gerät ist sehr gut verarbeitet. Nichts knarzt, nichts sitzt locker. Auch die Anschlusskabel machen einen wertigen Eindruck. An Anschlusskabeln wurde übrigens nicht gespart. Schließlich soll der GEO One an verschiedenen Nikon-Kameras funktionieren. Für zwei der mitgelieferten Kabel konnte ich keine Verwendung finden.
Im direkten Vergleich ist der GEO One zwar minimal größer als der GP-1, jedoch kann man ihn nun wirklich nicht als (zu) groß bezeichnen. Er wirkt in echt sogar etwas kleiner als auf den Produktfotos von Amazon. Die größere Bauart macht er jedoch durch den mitgelieferten Kabelfernauslöser wett, für den Nikon noch einmal extra kassieren will. Das ist besonders ärgerlich für alle Besitzer einer Nikon-Kamera mit 10-Pin-Anschluss, die bereits einen Kabelfernauslöser besitzen: Der Anschluss wird nämlich durch den GPS-Empfänger belegt und man benötigt entweder einen Y-Adapter oder einen zusätzlichen Auslöser, der dann an den GP-1 angesteckt werden kann. Der durchgeschleifte Anschluss des GP-1 entspricht dem der D90/D5000, während am GEO One eine 2,5mm Klinkenstecker-Buchse verbaut wurde.
Ich sehe insgesamt keinen Grund, warum ich für den Aufdruck "Nikon" und ein minimal kleineres Gehäuse gut das doppelte ausgeben sollte...
Meine Begründungen für den Punktabzug:
1.: Bei aufgestecktem GEO One lässt sich der Kamera-Blitz nicht verwenden. Man kann ihn zwar dank mitgeliefertem Zubehör auch am Kameragurt anbringen, jedoch ist sein eigentlicher Platz in meinen Augen auf dem Blitzschuh.
2.: Laut Herstellerseite (und laut Verpackungsaufdruck) liegen dem GEO One eine CD und eine gedruckte Bedienungsanleitung bei. Beides fehlte bei mir. Eine Rücksprache mit dem deutschen Vertrieb (MeinFoto Berlin) ergab, daß vom Hersteller eine selbstgebrannte CD beigelegt wird, auf der ein Virus gefunden wurde. Aus diesem Grund wird diese CD vom deutschen Vertrieb aus der Packung entnommen (was ich dieser Firma hoch anrechne).
3.: Vergleichbare Geräte speichern die letzte Position, falls einmal die Verbindung zu den Satelliten abreißt. Nun lässt sich darüber streiten, ob das sinnvoll ist (man könnte sich ja schon erheblich von seiner letzten Position entfernt haben).
4.: Der Stecker könnte abgewinkelt sein. In dieser Form steht das Kabel unschön ab. Meine Recherchen ergaben allerdings, daß der Anschluss der D5000 gegenüber der D90 um 180 Grad verdreht ist. Ein abgewinkelter Stecker würde also an der einen Kamera nach oben zeigen, an der anderen Kamera die darunter angebrachten Anschlüsse verdecken.
5.: Es werden nur Position, Uhrzeit und Höhe gespeichert. Dabei ließen sich Werte wie Bewegungsrichtung und Geschwindigkeit relativ leicht errechnen (das ist wohl abhängig vom verwendeten GPS-Chipsatz). Auch hier kann man darüber streiten, ob diese Werte in den EXIF-Informationen eines Bildes Sinn machen.
6.: Der GEO One ist angeblich selbst dann aktiv, wenn die Kamera komplett abgeschaltet ist.
Zugegeben: Diese negativ-Punkte sind einigermaßen spitzfindig. Darum ziehe ich auch nur insgesamt einen Stern ab. Bleiben sehr gute vier Sterne übrig!
Der GP-1 weist meines Wissens die gleichen Nachteile auf. Zusätzlich fehlt ihm der Kabelfernauslöser.
Auf der (fehlenden, s.o.) CD befindet sich vermutlich lediglich eine Software, mit der sich der GEO One zur Positionsbestimmung an einem PC verwenden lässt. Diese Software und das Handbuch kann man bei Bedarf von der Herstellerseite herunterladen.
Wirklich nötig ist das Handbuch nicht. Alle relevanten Einstellungen sind im Handbuch der Kamera (zumindest im Falle der D5000) beschrieben. Bei der Verwendung sollte man bedenken, daß der GEO One seine Energie aus der Kamera bezieht. Angeblich auch dann, wenn die Kamera komplett ausgeschaltet ist. Denn auch im Ruhezustand aktualisiert er in regelmäßigen Abständen seine Position, um bei Bedarf schneller betriebsbereit zu sein. Wer die Kamera nicht von Hand wachhalten möchte, bis der GEO One seine Position gefunden hat, kann entweder im GPS-Menü der Kamera den Ruhezustand deaktivieren oder im Menü "Individualfunktionen" unter "c2: Ausschaltzeiten" den Timer für den Ruhezustand auf 20 Sekunden oder eine Minute erhöhen.
Der Kabelfernauslöser hat die gleichen Druckpunkte wie der Auslöseknopf der Kamera. Zusätzlich hat er eine Arretierung für Langzeitbelichtungen. Er ist ebenfalls gut verarbeitet, leicht, liegt gut in der Hand (ist nicht zu klein) und wird wie schon erwähnt über einen 2,5mm Klinkenstecker angeschlossen.
Als Alternative zum GEO One möchte ich den Solmeta N1 erwähnen. Dieser merkt sich für etwa 50 Euro mehr die letzte bekannte Position und verfügt über einen eingebauten Akku (belastet den Kamera-Akku also nur im Notfall).