Nach einem knappen Vorwort des Herausgebers und Autors Hans-Michael Koetzle widmet sich das Buch der Vorstellung von 400 Fotografinnen und Fotografen ganz unterschiedlicher Couleur. Vertreten sind hier kommerzielle Werbe- und Modefotografen ebenso wie Bildjournalisten und experimentelle Fotokünstler. Die Auswahl orientiert sich vornehmlich an den Größen der Fotografie-Geschichte in den USA und in Europa. Aber auch einige Hot Shots der afrikanischen, lateinamerikanischen und vor allem japanischen Fotografenszene haben Aufnahme gefunden. In alphabetischer Reihenfolge finden sich auf jeweils einer, maximal zwei Seiten zunächst die Lebensdaten der Fotografen und eine Kurzbiografie, in der auch knapp auf die Arbeitsschwerpunkte sowie die technischen und künstlerischen Eigenarten des Werkes hingewiesen wird. Eine Würdigung der Besonderheit des jeweiligen Künstlers findet ferner durch den Abdruck eines Zitats ganz unterschiedlicher Autoren, Journalisten oder Kunstkritiker zu seinem Werk statt. Weitere Angaben gibt es, so vorhanden, zu den Ausstellungen und Publikationen, die dem jeweiligen Fotografen bislang gewidmet worden sind. Als Bildmaterial sind diesen Daten Nachdrucke von Buchcovers und in Ausstellungskatalogen oder auch in Zeitschriften und Magazinen abgedruckten Fotografien beigefügt.
"Fotografen A-Z" ist beides: einerseits informatives Lexikon, dessen knapp gehaltene Inhalte lediglich einen gezielten Überblick über das Werk eines bestimmten Fotografen geben und zur weiteren Vertiefung anregen sollen, andererseits ein Buch zum ziellosen Blättern durch die Fotografiegeschichte und zum ungeplanten Verweilen bei einzelnen Künstlern, die man bereits kennt oder dadurch erst kennen lernt.
Was man als Stärke des Buches sehen kann, kann man genauso gut als Schwäche sehen. Die Entscheidung, eine möglichst große Bandbreite an Fotografen in einen Band zu packen, bringt es selbstredend mit sich, dass der Platz, der den einzelnen Personen gewidmet werden kann, sehr begrenzt ist. So mussten sich die Herausgeber sowohl bei den Informationen als auch bei den teils doch recht klein gehaltenen Beispielfotografien auf das Allernötigste beschränken. Dieser Umstand wird für viele unbefriedigend sein, vor allem für jene, die bereits einen guten Überblick über die westliche Fotografiegeschichte haben oder zumindest auf einige großformatige Abbildungen der berühmtesten Fotografien hoffen, in denen man sich vertiefen kann. Der Vorteil dieser Gestaltung liegt auf der Hand: So kann ein Lexikon entstehen, das einen groben Überblick verschafft und als Appetizer für eine weitergehende Beschäftigung mit einzelnen Fotografen fungieren kann. Nicht mehr und nicht weniger, und das ist einiges.