Selten habe ich ich so nützliches Buch über einen astrologischen Teilaspekt in der Hand gehalten. Da kann ich mich der Vorrezension nur anschließen. Die beiden Autoren beleuchten den 1992 entdeckten Kleinstplaneten Pholus und seinen etwas älteren Bruder Chiron aus verschiedenen Blickwinkeln: astronomisch, astrologisch (d.h. aus der Praxis) und mythologisch. So ist mit diesem Buch schon 1995 quasi das Standardwerk zu Pholus entstanden, wobei Chiron fast gleichwertig behandelt wird.
Ich gebe volle Punktzahl wegen der schier unglaublichen Leistung der beiden Autoren. Ein klein wenig Kritik sei aber doch angemerkt: die Diskussion der praktischen Erfahrungen mit den Transiten soll vermiotteln, dass Pholus tatsächlich bei Häusertransiten und insbesondere bei Transiten über AC, IC, DC, MC einen erheblichen auslösungseffekt hat. Und erstaunlich: jeweils kommen die erwarteten Auslösungen zustande, was durch einige Zitate der Testpersonen belegt wird. Da scheint mir doch ein wenig eine neutrale Instanz gefehlt zu haben. Man muss aber zugestehen, dass solche Erhebungen sehr aufwändig sind und eigentlich im Rahmen eines echten (astrologischen) Forschungsprogramms stattfinden sollten.
Eine weitere Anmerkung betrifft die theoretische Grundlage der Untersuchung. Laut dem Buch "Kritik der astrologischen Vernunft" des Koautors Diether Koch beginnt die Wirksamkeit eines Planeten mit seiner Entdeckung. Er triit quasi in das Bewusstsein der Menschheit ein. So ist Uranus mit der französischen und technischen Revolution verbunden. Pholus wurde aber 1992 entdeckt! Wie kann er also in der Zeit vor 1992 wirksam gewesen sein?