Mit Phobos, Furcht, liefert Alexander Pentek aus Gelsenkirchen sein 300-seitiges Kriminalromandebüt ab und entführt den Leser nicht nur in seine Heimatstadt sondern auch in die Abgründe der menschlichen Psyche. Dabei fasst er die Furcht, die in den Herzen und Gedanken der Menschen seines Romans vorherrschen, in fesselnde Worte.
Nach der kurzen Erläuterung, um was es sich bei Phobos handelt, steigt das Buch auch sogleich mit der Erläuterung der Furcht eines Protagonisten ein. Im Anschluss daran nimmt eine Mordserie ihren Anfang die in Gelsenkirchen so noch nie da war. Ein Arbeitsloser Fotograf in unglücklicher Ehe - und klischeehaftem Hartz-4 Leben - wird ertränkt aufgefunden. Im Anschluss daran folgen in drei Tagen drei weitere Morde und noch grausamere Leichenfunde, die die Polizei, allen voran Hellmut van Haaren und die junge Polizistin Jennifer Hartmann, nicht nur beruflich fordern. Nebenbei gibt es noch den Ex-Polizisten und Eremiten" Karlheinz Kappler, der im Laufe der Ermittlungen die wichtigen Hinweise geben muss, um den Serienmörders zu enttarnen und endlich zu stoppen.
Verschiedene Fährten und die Abgründe des Lebens der Gelsenkirchener führen den Leser in die Irre, erhöhen den Spannungsbogen und leider auch das blutige Bild, das sich bei einigen Morden im Kopf unweigerlich entwickelt. Leider haftet auch diesem Krimi das alte Klischee an, erst ganz am Ende den Mörder und seine Beweggründe wirklich vorzustellen.
Der Schreibstil des Autors ist gewöhnungsbedürftig, zum einen, weil er die von Kappler so geschätzten verschachtelnden Sätze selbst sehr gerne hat und zum anderen, weil er irgendwie zu Aufzählungen neigt, sei es von Stunde zu Minute zu Sekunde zu ... oder bei der Vorstellung der einzelnen Protagonisten, die meist in einem Satz mit zig Adjektiven beschrieben werden. An das eine gewöhnt man sich mit der Zeit, das andere muss man nicht so lange ertragen, weil die Vorstellung dann auch meist schnell, zügig, spontan und endgültig abgeschlossen ist.
Fazit: Ein gelungenes Debüt mit kleinen Schwächen, die aber in zukünftigen Büchern, und ich hoffe sehr, dass es noch welche geben wird, wohl nicht mehr vorkommen werden. Ein spannender Krimi mit guten Charakteren, einigen Litern Blut und einer späten Aufklärung, wie es eben sein soll.