Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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37 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mindestens sechs Sterne, 6. November 2004
Zugegeben, einfache Bücher lesen sich anders. Besser gesagt, Wittgenstein zu lesen, und das trotz seiner ziemlich einfachen Sprache, ist sogar ausnehmend harte Arbeit. Aber ich verspreche, die Mühsal lohnt. Wittgensteins Opus Magnum ist ein Werk, dessen Lektüre außerordentlich gewinnbringend ist. Naturgemäß hat das vor allem mit dem Inhalt zu tun. Die „Philosophischen Untersuchungen" gehören zu der Handvoll wirklich großer Texte der Philosophiegeschichte. Die Bedeutung der normalen Sprache für Entstehung wie für die Lösung philosophischer (Schein-) Probleme auf der einen Seite, das Konzept der Regelfolge auf der anderen sind die zwei zentralen, naturgemäß zusammenhängenden Themen dieses Buches. Das Bewußtsein für die Sprache ist inzwischen selbstverständlich, auch wenn sich damit nicht alle philosophischen Fragen erledigt haben, wie man (vielleicht mehr noch in Oxford unter dem Einfluss von Austin) in den 50er Jahren hoffte. Es ist Wittgensteins Entwicklung des Problems der Regelfolge, die einem nach wie vor den Atem nimmt. Wenn entgegen Platon eine sprachliche Regelfolge nicht notwendig ist, löst sich in letzter Konsequenz irgendwie unsere Welt auf und wir gleich dazu. Aber da ist noch etwas anderes. Der Mann kann schreiben. Es geht um große Dinge, irgendwie um's Ganze halt, und trotzdem präsentiert Wittgenstein seine Argumentation nebenbei, aphorismenhaft mit leichter Hand, oftmals im Stil einer fiktiven Konversation, die die Reaktionen des Lesers bereits antizipiert und aufnimmt. Wittgenstein ist nicht nur ein großer Philosoph, unter diesen ist er außerdem einer der großen Schriftsteller. Wenn man also die übliche deutsch-philosophische Kost gewöhnt ist, darf man aufatmen. Hier schreibt einer mit Bilderreichtum und ohne wissenschaftlichen Apparat, unprätentiös, lebendig und das alles in einem wunderbar lakonischen Stil. Selbst wenn man bei der ersten Lektüre nicht alles versteht (so ging es mir jedenfalls), Wittgenstein zu lesen macht auf jeden Fall Spaß.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wittgensteins spätes Hauptwerk, 4. März 2008
Als Ludwig Wittgenstein die "Philosophischen Untersuchungen" schrieb, war er durch seinen "Tractatus logico-philosophicus" in Fachkreisen bereits ein berühmter Mann. Nach jahrelanger Abstinenz vom philosophischen Denken wandte er sich ab 1929 wieder der Materie zu - um schließlich in 693 Paragrafen seine frühere Theorie zu korrigieren. Sein Interesse richtete sich nun nicht mehr auf eine formal logische, konstruierte Idealsprache, sondern auf die normale, gesprochene Alltagssprache. Was macht das Wesen unserer Sprache aus? Woran lässt sich die Bedeutung eines Wortes oder Satzes erkennen? Wie lernen Kinder ihre Muttersprache? Aufgrund welcher Regeln und Vereinbarungen gelingt es Menschen überhaupt, miteinander zu kommunizieren? In immer neuen Anläufen umkreist Wittgenstein diese Fragen, leidenschaftlich, akribisch und ohne dabei fertige Antworten zu liefern. Die vielen Beispiele und Situationen aus dem Alltag, mit denen er seine Argumentation untermalt, sind gerade durch ihre Banalität erhellend und dabei sogar oft erheiternd. Wittgensteins Spätwerk ist ein schwieriges, aber sehr lohnenswertes Buch, weil es zum Nachdenken über etwas für uns so Selbstverständliches wie unsere Sprache anregt.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Hauptwerk des 20. Jahrhunderts, 30. Mai 2006
Wittgensteins "Philosophische Untersuchungen" sind das Hauptwerk seiner Spaetphilosophie. In ihr stellt Wittgenstein die Missverstaendnisse klar, welche ihn selbst und viele andere dazu gefuehrt haben, die Sprache als einen Kalkuel zu verstehen. Ich moechte hier keine Inhaltsangabe geben, da in diesem Buch eine Vielfalt erreicht wird, ohne jedoch alle Fragen, die gestellt werden(und es sind viele) klar zu beantworten. Dieses Buch regt zum Selbstdenken an und macht dem Leser klar, was er selbst missverstanden hat. Wittgenstein begeht nicht den Fehler, ontologische Fragen durch semantische Analysen beantworten zu wollen, und er wirft denen, die exakt analysierte Sprachen bevorzugen, ihre eigenen Brocken fuer die Fuesse. "Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch im Satz"-klarer kann man es nicht sagen. Und man kann auch nicht mehr Fragen stellen als mit dieser scheinbar so harmlosen Aussage.
Grossartig.
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