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Philosophische Untersuchungen
 
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Philosophische Untersuchungen [Gebundene Ausgabe]

Ludwig Wittgenstein
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ludwig Wittgenstein (1889 - 1951) schrieb zwei Hauptwerke, früh die strenge Logisch-philosophische Abhandlung (BS 1322), spät die offeneren, lebendig in immer neuen Anläufen vorgetragenen Philosophischen Untersuchungen, mit denen der Begriff des "Sprachspiels" in die Welt gekommen ist: "Man kann für eine große Klasse von Fällen der Benützung des Wortes 'Bedeutung' - wenn auch nicht für alle Fälle seiner Benützung - dieses Wort so erklären: Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache."

Über den Autor

Joachim Schulte ist Autor mehrerer Bücher und zahlreicher Aufsätze über Ludwig Wittgenstein und Mitherausgeber der Kritischen Editionen von Wittgensteins Hauptwerken. Er gehörte zu den Nachlaßverwaltern Wittgensteins, forscht derzeit im Rahmen eines DFG-Projekts zu Wittgenstein und lehrt Philosophie an der Universität Bielefeld.

Ludwig Wittgenstein wurde am 26. April 1889 als Sohn des Großindustriellen Karl Wittgenstein in Wien geboren und starb am 29. April 1951 in Cambridge. Er erhielt zunächst Privatunterricht und besuchte ab 1903 eine Realschule in Linz. Er studierte von 1906 bis 1908 Ingenieurswissenschaften an der Technischen Hochschule Charlottenburg und wechselte dann für weitere drei Jahre nach Manchester. Dort forschte er zur Aeronautik. Er begann, sich für philosophische Themen zu interessieren und trat 1912 in das Trinity College in Cambridge. Ab diesem Jahr begann Wittgenstein mit den Arbeiten an seinem ersten philosophischen Werk, der Logisch-philosophischen Abhandlung, die er in einem Tagebuch als Notizen bis 1917 festhielt. Auch während seiner Zeit als österreichischer Freiwilliger im Ersten Weltkrieg arbeitete er daran weiter, bis er das Werk schließlich im Sommer 1918 vollendete. Es erschien jedoch erst 1921 in einer fehlerhaften Version in der Zeitschrift Annalen der Naturphilosophie. 1922 wurde schließlich eine zweisprachige Ausgabe unter dem heute bekannten Titel der englischen Übersetzung veröffentlicht: Tractatus Logico-Philosophicus. Abgesehen von zwei kleineren philosophischen Aufsätzen und einem Wörterbuch für Volksschulen blieb die Logisch-philosophische Abhandlung das einzige zu Lebzeiten veröffentlichte Werk Wittgensteins. 1953 erschein posthum das Werk Philosophische Untersuchungen.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
44 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Mindestens sechs Sterne 6. November 2004
Von Lucius
Format:Gebundene Ausgabe
Zugegeben, einfache Bücher lesen sich anders. Besser gesagt, Wittgenstein zu lesen, und das trotz seiner ziemlich einfachen Sprache, ist sogar ausnehmend harte Arbeit. Aber ich verspreche, die Mühsal lohnt. Wittgensteins Opus Magnum ist ein Werk, dessen Lektüre außerordentlich gewinnbringend ist.

Naturgemäß hat das vor allem mit dem Inhalt zu tun. Die „Philosophischen Untersuchungen" gehören zu der Handvoll wirklich großer Texte der Philosophiegeschichte. Die Bedeutung der normalen Sprache für Entstehung wie für die Lösung philosophischer (Schein-) Probleme auf der einen Seite, das Konzept der Regelfolge auf der anderen sind die zwei zentralen, naturgemäß zusammenhängenden Themen dieses Buches. Das Bewußtsein für die Sprache ist inzwischen selbstverständlich, auch wenn sich damit nicht alle philosophischen Fragen erledigt haben, wie man (vielleicht mehr noch in Oxford unter dem Einfluss von Austin) in den 50er Jahren hoffte. Es ist Wittgensteins Entwicklung des Problems der Regelfolge, die einem nach wie vor den Atem nimmt. Wenn entgegen Platon eine sprachliche Regelfolge nicht notwendig ist, löst sich in letzter Konsequenz irgendwie unsere Welt auf und wir gleich dazu.

Aber da ist noch etwas anderes. Der Mann kann schreiben. Es geht um große Dinge, irgendwie um's Ganze halt, und trotzdem präsentiert Wittgenstein seine Argumentation nebenbei, aphorismenhaft mit leichter Hand, oftmals im Stil einer fiktiven Konversation, die die Reaktionen des Lesers bereits antizipiert und aufnimmt. Wittgenstein ist nicht nur ein großer Philosoph, unter diesen ist er außerdem einer der großen Schriftsteller. Wenn man also die übliche deutsch-philosophische Kost gewöhnt ist, darf man aufatmen. Hier schreibt einer mit Bilderreichtum und ohne wissenschaftlichen Apparat, unprätentiös, lebendig und das alles in einem wunderbar lakonischen Stil. Selbst wenn man bei der ersten Lektüre nicht alles versteht (so ging es mir jedenfalls), Wittgenstein zu lesen macht auf jeden Fall Spaß.

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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Als Ludwig Wittgenstein die "Philosophischen Untersuchungen" schrieb, war er durch seinen "Tractatus logico-philosophicus" in Fachkreisen bereits ein berühmter Mann. Nach jahrelanger Abstinenz vom philosophischen Denken wandte er sich ab 1929 wieder der Materie zu - um schließlich in 693 Paragrafen seine frühere Theorie zu korrigieren. Sein Interesse richtete sich nun nicht mehr auf eine formal logische, konstruierte Idealsprache, sondern auf die normale, gesprochene Alltagssprache. Was macht das Wesen unserer Sprache aus? Woran lässt sich die Bedeutung eines Wortes oder Satzes erkennen? Wie lernen Kinder ihre Muttersprache? Aufgrund welcher Regeln und Vereinbarungen gelingt es Menschen überhaupt, miteinander zu kommunizieren? In immer neuen Anläufen umkreist Wittgenstein diese Fragen, leidenschaftlich, akribisch und ohne dabei fertige Antworten zu liefern. Die vielen Beispiele und Situationen aus dem Alltag, mit denen er seine Argumentation untermalt, sind gerade durch ihre Banalität erhellend und dabei sogar oft erheiternd. Wittgensteins Spätwerk ist ein schwieriges, aber sehr lohnenswertes Buch, weil es zum Nachdenken über etwas für uns so Selbstverständliches wie unsere Sprache anregt.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von R. K.
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Der "alte Wittgenstein" hat mit seinen Philosophischen Untersuchungen ein bahnbrechendes Werk geschaffen, das der im 19./20. Jahrhundert, anknüpfend an die sprachlogischen und sprachanalytischen Vorgänger Frege und Russell, entwickelten phänomenologischen Strömung (ausgehend von Husserl und Heidegger) den Rücken zukehrt und bis heute im analytischen Raum der Philosophie inspiriert und viele Aspekte dieser hypostasiert. Spielball auf der philosophischen Wiese ist die Sprache selbst; eine Metaebene wurde also gebildet, die weg vom Reduzibilitätshoffen der Mathematiker und der jungwittgensteinschen Trakatslogik hin zur wesentlich umfänglichen Tiefengrammatik, der Sprachsyntax und vor allem auch Sprachsemantik wandert.

Wittgensteins Sätze sind keine Theorie, keine Methode oder Heuristik. Sie sind bloße Gedankenspiele um die Sprache herum. Somit erkennt er das Sprachspiel. Wörter und Sätze werden gebraucht in der Lebensform: "Richtig und falsch ist, was Menschen sagen; und in der Sprache stimmen die Menschen überein. Dies ist keine Übereinstimmung der Meinungen, sondern der Lebensform." (241). Dieser Ansatz wurde in der Sprechakttheorie wieder aufgegriffen, in dem Sprachgehalt nach Geltung sucht und konsenspotent sein soll vor dem Hintergrund (transzendierender) Lebenswelten (s. Habermas) und der von Wittgenstein genannten Privatsprache des Einzelnen (obschon er diese als quasi-behavioristische Black Box enttarnt). In diesem o. g. "soll" steckt eo ipso der normative Gehalt von Regeln, also Verwendungs- bzw. Gebrauchsmodi der Sprache, um Konkordanzen und ergo konsensfähige Wahrheiten zu bilden. Dieses Regelprinzip wird ebenfalls in der Sprechakttheorie wieder aufgegriffen und erweitert um regulative und konstitutive Regeln.

Die Vagheit der Sprache, die "familienähnlichen" Begriffe führen Wittgenstein aber nicht zum Schluss, das Präzision vonnöten sei, um diese Übereinstimmungen zu bilden, vielmehr werden diese als unzweckmäßig und strukturverfremdend gedeutet, obzwar dies heute - vor allem wissenschaftstheoretisch - weitgehend zurückgewiesen wird: wir leben in einer Zeit, in der die wissenschaftliche Präzisionssprache genau nach dieser "unzweckmäßigen" und eigentlich doch zweckmäßigen Exaktheit sucht, sie sich diese selbst erfindet und somit Semantik gar nicht im Begriff liegen kann, sondern nur vor dem Hintergrund des jeweiligen Kontextes entsteht. Kritisch wird aber schon, das Wittgenstein in ähnlich Weise gesehen hat, dass die Entlehnung von Begriffen, der überwiegend einseitige Transfer, zum Wandel der Alltagssprache führt und ihre (metaphysisch gesprochen) zeitlich-dynamische Vergessenheit offenbart.

Die Sprache... "Wir sind, wenn wir [über sie] philosophieren, wie Wilde, primitive Menschen, die die Ausdrucksweise zivilisierter Menschen hören, sie mißdeuten und nun die seltsamsten Schlüsse aus ihrer Deutung ziehen." (194).
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