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Philosophische Schriften. Dialoge. Briefe an Lucilius [Taschenbuch]

Seneca , Otto Apelt
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Kurzbeschreibung

September 2004
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v. Chr.-65 n. Chr.) gehörte zu den herausragenden Geistesgrößen des 1. Jahrhundert n.Chr. Maßgebenden Einfluss auf die römische Politik erlangte Seneca, als er zum Ratgeber Kaiser Neros, dessen Erziehung er verantwortete, aufstieg (Konsul 55/56). Er erreichte außenpolitische Entspannung durch den Sieg gegen die Parther und eine mildere Politik gegenüber Britannien, während er Nero im Innern mit Rechts- und Steuerreformen hohes Ansehen verschaffte. Später geriet Seneca jedoch zunehmend in Misskredit und wurde im Jahre 65 wegen Verschwörungsgerüchten von Nero zum Freitod gezwungen. Unter Seneca verlagert die stoische Philosophie ihren Schwerpunkt zur Ethik hin. Das Interesse an Kosmos und der Natur verringert sich zugunsten der existentiellen Befindlichkeit des Individuums. Im Zentrum von Senecas Philosophie geht es um die Überlegenheit des Weisen über Schicksalsschläge, Schmerz und Tod. Die 124 Briefe an Lucilius stellen das reifste Werk des Philosophen dar. Probleme des menschlichen Lebens werden darin aufgeworfen, wie u.a. Reichtum, Armut, Glück, Freundschaft, Bildung, Tod, Angstzustände und Freiheit.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 1244 Seiten
  • Verlag: Marixverlag (September 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 393771555X
  • ISBN-13: 978-3937715551
  • Größe und/oder Gewicht: 19,6 x 13 x 5,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 302.866 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Lucius Annaeus Seneca, genannt Seneca der Jüngere ( etwa im Jahre 1 in Corduba; 65 n. Chr. in der Nähe Roms), war ein römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Staatsmann und als Stoiker einer der meistgelesenen Schriftsteller seiner Zeit.

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Von kpoac TOP 500 REZENSENT
"Auch läßt die eigene Erfahrung sich ansehn, als der Text;
Nachdenken und Kenntnisse als der Kommentar dazu."
(Arthur Schopenhauer, P&P I, 415)

Der für andere bestimmte Brief bietet Gelegenheit zur persönlichen Übung. Das ist so, sagt Seneca (4 v. Chr. - 65 n. Chr.), weil wir beim Schreiben lesen, was wir schreiben, wie wir auch beim Sprechen hören, was wir sagen. (Brief 84) Die Antwort auf einen abgesandten Brief beginnt meist mit der Bestätigung über den Erhalt und dessen Wirkung. So zeigt sich die Doppelfunktion des Schreibens, einmal wirkt es auf den Verfasser, zum anderen deutlich auf den Empfänger. Senecas Briefe an Lucilius sind wie eine Anleitung eines Erfahrenen an einen Jüngeren und doch begnügt sich Seneca nicht damit. Ihm erscheint das Schreiben als eine Übung der Selbstreflexion. So schreibt er im 7. Brief über seine zweifache Arbeit, nämlich in dem er an Lucilius schreibt, sich auch gleichzeitig um sich selbst zu kümmern hat. "Auf Gegenseitigkeit geschieht das, und Menschen, in dem sie lehren, lernen." (Brief 7) Wie dieses geschieht, wird eindrucksvoll im Brief 99 deutlich. Es ist eigentlich eine Kopie eines Briefes an jemand anderen, Marullus, dessen Sohn zuvor gestorben war. Die consolatio, wie wir sie auch bei Boethius kennen, gibt dem Empfänger die Waffen der Logik, mit der er seine Trauer bekämpfen kann. Das Schreiben, was dem Empfänger helfen soll, ist gleichzeitig Vorbereitung für den Schreiber und auch für den Dritten, der es liest.

"Ich beanspruche dich als mein Eigentum, mein Werk bist du" schreibt Seneca im 34. Brief, und es mutet eigenartig an, wie er seine Worte wählt. Und doch scheint ihm ein pädagogischer Kniff zu gelingen, denn im folgenden Brief spricht er vom Lohn der vollkommenen Freundschaft, wenn eben die Ratschläge und Trostworte sich nicht auf einer Einbahnstrasse bewegen, sondern in der Wechselseitigkeit eine größere Gleichstellung der Briefpartner unterstreichen. "Dass du mir häufig schreibst, dafür danke ich dir: denn auf diese Weise - die einzig dir möglich ist - zeigst du dich mir", so Senaca im Brief 40. Schreiben als eine andere Form des Sich-sehen-lassens.

Dieses als kleine Einführung in die Briefe an Lucilius, eine Korrespondenz und ihre Wirkung. Wirkung hatte Seneca jedoch genug. Als Lehrer Neros in Rom tätig, beeinflusst von der Stoa und deren Weiterführung in Rom, genoss der weise Mann hohes Ansehen. Seine Dialoge von der Muße, dem göttlichen Leben, von der Kürze des Lebens etc sind die berühmten Ratschläge und Empfehlungen stoischer Art.

Wie mit Zorn umzugehen ist; ein langwieriges Unterfangen, welches drei Bücher bedarf, lesen Sie hier. Ebenso über die Weltansicht und die Religionsphilosophie der Stoiker in der Hinführung zur göttlichen Vorsehung. Wenn er in dem Bericht "Von der Unerschütterlichkeit der Weisen" schreibt, dass der Stoiker zum Herrschen geboren sei, weil er eben nicht weichlich und nachsichtig ist, dann mag man sofort widersprechen wollen. Und doch meint er nicht mehr, als dass der Unerschütterliche nichts mehr wird als frei, sich selbst auf einen Gipfel führt, der "über alle Schussweite liegt, dass er über das Schicksal erhaben ist".

Ja, wird je ein Gipfel ebenen Pfades erreicht? Nein! Und Seneca mag helfen, Gelassenheit vor den Widrigkeiten des Lebens zu lernen, wie es Epiktet und Marc Aurel in gleicher Weise lehrten.

Nehmen Sie die Dialoge und Briefe und betrachten sich als Dritten, eben als denjenigen, der die Briefe liest und dabei spürt, wie Seneca sich sehen lässt.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für Studium und Unterricht zu empfehlen 6. Juli 2007
Die 124 Briefe und 10 Dialoge (in 12 Büchern) des Lucius Annaeus Seneca (ca.4 vor-65 nach Chr.) gehören zu den herausragenden philosophischen Schriften der lateinischen Literatur: Seneca steht in der Tradition der ursprünglich griechischen Philosophie der Stoa, entwickelte diese jedoch weiter und setzte - vor allem im Bereich der Ethik - eigene Akzente. Damit ist sein philosophisches Werk für den Latein- wie auch für den Philosophie- und Ethikunterricht relevant.

Die vorliegende Studienausgabe ist ein preiswerter Nachdruck einer ursprünglich vierbändigen Ausgabe von 1993 und enthält alle Dialoge und Briefe in deutscher Übersetzung. Die Seitenzählung der Originalausgabe wurde in der Taschenbuchausgabe beibehalten, doch dies ist ihr einziges Manko: Die Texte sind lesbar übersetzt und mit Anmerkungen und Kommentar versehen. So können die Briefe und Dialoge ganz oder teilweise in Übersetzung gelesen werden, damit man sich im Unterricht einmal ganz auf ihren Inhalt konzentrieren kann.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Die vorliegende vollständige Studienausgabe von Senecas Werken umfasst alle philosophischen Schriften dieses bedeutenden Stoikers.
Lucius Annaeus Seneca gehört neben Kaiser Marc Aurelius und dem Sklaven Epiket der jüngeren Schule der Stoa an, nach deren ethischen Vorstellungen der Mensch seiner Natur nach ein Vernunftswesen ist, für das naturgemäßes Leben vernunftsgemäßes Leben verkörpert.
In dieser Betrachtungsweise besteht die einzige Tugend. Sie ist die einzige Glückseligkeit.
Ihr gegenüber gibt es ein einziges Übel : die Schlechtigkeit, die im nichtvernunftmäßigen und damit nicht tugendmäßigen Leben angesiedelt ist.
Alles andere: Leben, Gesundheit, Besitz, Ehre, die von anderen hochgeschätzt werden, sind für Stoiker weder gut noch schlecht, sondern gleichgültig.
Es kommt demnach also darauf an zu erkennen, was gut , was schlecht und was gleichgültig ist.
Sowohl in der Erkenntnis der richtigen Werte, wie in unserem Bestreben und Handeln uns nach den anerkannten Werten zu richten, werden wir durch Affekte ( Triebe, Leidenschaften) behindert. Diese beirren die Vernunft, gaukeln uns Gleichgültiges und Schlechtes als Wertvoll vor und veranlassen uns ihm nachzustreben.
Aufgabe des Menschen ist deshalb, der fortwährende Kampf gegen die Affekte.
Das Ziel der Tugend ist erst dann erreicht, wenn die Seele völlig frei von Leidenschaften ist.
Wer diesen Zustand erreicht hat ist weise, lehrt uns Seneca nicht nur in seiner Schrift " Von der Unerschütterlichkeit des Weisen ".
In seinen Betrachtungen " Vom Zorn" zeigt der Stoiker, wie verderblich dieser Affekt sich für den Einzelnen darstellt und differenziert hier nochmals zwischen bloßem Zorn und Zornsucht, die eine Steigerung davon ist.
Seneca verdeutlicht, dass die Seele kein abgesonderter Platz ist, insofern die Leidenschaften nicht von außen her beobachtet werden können, um ihnen ein ungehöriges Fortschreiten zu verwehren, sondern dass sich die Seele selbst in Leidenschaft verwandelt und deshalb außerstande ist ,jene ihr nützliche und heilsame, aber nun schon preisgegebene und geschwächte Kraft wieder voll zur Geltung zu bringen.
Der Philosoph sagt wörtlich: " Wer sich zum Sklaven einer Leidenschaft macht, der ist sein Lebtag ein Tyrannenknecht"
In seiner Schrift" Vom glücklichen Leben" rät er dazu sich selbst zu beobachten, sich kennenzulernen und zu begreifen , dass eine Arbeit, die der eigensten Natur nicht gemäß ist, keinen Wert hat.
Seneca unterstreicht, dass man bei seinem Tun stets mit Leib und Seele dabei sein muss. Nur dies garantiere innere Zufriedenheit.
Freunde sollen frei sein von Boshaftigkeit und Lastern , denn es bestehe die Gefahr ,dass man durch die Schlechtigkeit eines nahe stehenden Menschen im eigenen Wesen beeinflusst werde, weil durch solche Personen das eigene Gemüt in Aufruhr versetzt werde.
Des weiteren müsse man sich darüber klar werden, dass jede Arbeit irgend ein Ziel und einen Zweck haben müsse, da man nur so einer Sache in Ruhe nachgehen könne.
Schließlich möge man die Notwendigkeit des Wechsels von Einsamkeit und Gesellschaft erkennen lernen, denn allein der Wechsel schenke dem Gemüt das notwendige Gleichgewicht.
In seiner Schrift " Vom glückseligen Leben" hält Seneca fest, dass nur derjenige glücklich genannt werden kann, der einen Begriff von Wahrheit hat. Dies begründet Seneca in der Folge dezidiert.
Außerdem erklärt der Stoiker, dass Grundvoraussetzung für ein glückliches Leben der gesunde Verstand sei, was für Seneca bedeutet, das Gute zu wollen und das Schlechte für nicht erstrebenswert zu erachten.
Der römische Philosoph wirbt für Menschenfreundlichkeit und Hochherzigkeit.
Seneca reflektiert den Reichtum, gegen den er generell nichts einzuwenden hat, wenn man ihn besitzt. Schwierig werde es nur, wenn er Besitz von einem ergreife.
In einer weiteren Schrift" Von der Kürze des Lebens" mahnt er an, dass man tunlichst in der Gegenwart leben möge, weil die Zukunft ohnehin ungewiss sei.
Senecas Text " Von der Gemütsruhe" dokumentiert ebenfalls , dass man sich aller Anhaftungen (Affekte) entledigen möge, weil diese schließlich den Zustand der Glückseligkeit unmöglich machten.
Sehr lesenswert sind die vielen Briefe Senecas an seinen Freund Lucilius.
Hier überdenkt er u.a. den Wert der Zeit, die Wahl der Lektüre und differenziert zwischen vermeintlicher und wirklicher Freundschaft.
Er unterstreicht in einem der Briefe , dass das Streben nach Weisheit der beste Schutz vor Todesfurcht sei und wirbt für die praktische Philosophie, indem er deren Nutzen aufzeigt.
Der Stoiker empfiehlt seinem Freund in allen Belangen des Lebens Gelassenheit zu entwickeln und sich selbst zu genügen, um auf diese Weise seinen Seelenfrieden zu erlangen.
Der Römer lehrt niemals vorzeitig unglücklich zu sein, sondern die Dinge auf sich zukommen zu lassen.
Man möge sich nicht quälen mit Zukünftigem, weil es keinen sicheren Beweis für zukünftiges Unglück gäbe. Deshalb möge man Angst stets durch Hoffnung mäßigen.
Philosophie beruhe nicht auf bloßen Worten, sondern auch auf Handlungen .
Sie solle den Menschen vor allem schützen, wenn der Zufall die eigenen Angelegenheiten willkürlich antreibe und durcheinander wirbele.
Niemals möge man sich durch Reichtum und Luxus blenden lassen, denn alles kann einem genommen werden.
Wer sich ernsthaft mit Philosophie beschäftigt, so Seneca, werde im Materiellen sein Seelenheil nicht mehr suchen, sondern Glückseligkeit einzig im ethischen Denken und Handeln finden.

Immer möge man sich bewusst machen, dass die ewige Dauer der Dinge im Wechsel der Gegensätze bestehen. Von daher möge man Veränderungen stets gelassen hinnehmen. Nur so nämlich habe man eine wirkliche Chance die stoische Gemütsruhe zu erlangen und langfristig auch beizubehalten.

Eine empfehlenswerte Lektüre, die Sie durch die Stürme des Lebens begleiten möge, weil sie sich vortrefflich als intellektueller Halt erweist.
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