Philosophie ist ein schweres Fach, gar keine Frage.
Deshalb wird der Büchermarkt von Einführungen, Einstiegshilfen, Basiskursen, Hintertreppen etc. überschwemmt.
Aber kein anderes Buch (Weischedels "Philosophische Hintertreppe" ausgenommen) hat mir so gut gefallen und so viel gebracht wie Rafael Ferbers Einführung in "Philosophische Grundbegriffe".
Es ist gut lesbar, was für ein solches Werk einfach ein "must" ist. Dennoch bespricht Ferber die Begriffe
"Sprache" (Kap. II)
"Erkenntnis" (Kap. III)
"Wahrheit" (Kap. IV)
"Sein" (Kap. V)
"Gut" (Kap. VI)
auf einem hohen sprachlichen Niveau, so daß an der Genauigkeit keine Abstriche gemacht werden müssen. Dem ganzen vorangestellt ist ein Kapitel über die "Philosophie" (Kap. I) an sich, das ausgehend von einem Gleichnis Platons verdeutlicht, worum es eigentlich in dieser Geistenwissenschaft geht. (Das der Züricher Titularprofessor Ferber ausgerechnet mit Platon anfängt, durfte erwartet werden, da er mehrere ebenfalls lesbare und lesenswerte Veröffentlichungen zu dem antiken Philosophen verfaßt hat) Nebenbei wird dabei auch erhellt, wie die einzelnen Unterdisziplinen der Philosophie aufgegliedert sind und wie sich dies im Laufe der Geschichte verändert. Nicht schlecht!
Pluspunkte:
Reihenfolge der Kapitel (ungefähr so, wie man sich die Themen auch im Grundstudium hintereinander legen würde)
günstiger Preis
sehr gute Gliederung
sehr guter Literaturnachweis
gutes Personenregister
Knappe Formulierungen, wenig Redundantes
lebhafte Sprache, viele Zitate
Minuspunkte:
kein Sachregister
punktuell sehr rasche und knappe Entwicklung einiger Gedankengänge, denen eine etwas ausführlichere Illustrierung gut getan hätte.
Ich habe nach genau so einem Buch lange vergeblich gesucht, bis mir dieses zufällig in die Hände fiel. Den großen Erfolg kann ich gut verstehen, und sowohl interessierte Laien als auch Studienanfänger der Philosophie werden dieses Buch zu schätzen wissen. Jemand, der sich in kurzer Zeit einen gründlichen Überblick verschaffen möchte, wird dieses Buch sicher innerhalb von 2-3 Tagen nebenbei bewältigen können. Jedoch sollte man nicht der Illusion verfallen, daß damit die Lektüre der Originalliteratur ersetzt werden könnte. Das geht halt nach wie vor nur mit dem Nürnberger Trichter.