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am 16. Oktober 2012
Der Herausgeber Georg W. Bertram (*1967) ist Professor an der FU Berlin. Die Philosophischen Gedankenexperimente sind eine Sammlung von vierzig bekannten und weniger bekannten Szenarien, mit denen man a) Thesen oder Zusammenhänge klären will, b) Änderungen von Überzeugungen erreichen möchte oder c) Begriffe deutlicher herausarbeiten oder neue Begriffe einführen möchte. Sie seien (S. 26) "so alt wie die Philosophie selbst". Wer dieses Taschenbuch kauft, bei dem kann man sicherlich ein gewisses Interesse an philosophischen Fragestellungen voraussetzen. Schließlich lautet der Untertitel: "Ein Lese- und Studienbuch".

Der Leser wird durch eine kompakte und verständliche Einführung vertraut gemacht, was Philosophie ist, mit welchen Fragen sie sich beschäftigt und welche Bedeutung Philosophischen Gedankenexperimenten zukommt. Weil Philosophie keine empirische Wissenschaft ist (ob sie überhaupt eine Wissenschaft ist?), sind Gedankenexperimente so etwas wie ein Ersatz für naturwissenschaftliche Experimente. Sie rufen (S. 42) "ein mentales Modell hervor, innerhalb dessen man besonders schnell und sicher Konsequenzen zu erfassen vermag". Mentales Modellieren habe einen evolutionären Vorteil. Denn Gedankenmodelle (S. 63) "erlauben es, schnell Konsequenzen bestimmter Entwicklungen zu erfassen". Kern der Modelle sind kontrafaktische Szenarien, also vorgestellte Situationen oder Geschehnisse, die es so in der Realität nicht gibt.

Die Erläuterung der einzelnen Beispiele folgt immer dem gleichen Schema, was das Verständnis sehr erleichtert. Die fünf Schritte sind: (1) Einleitung, (2) Originaltext, (3) Zusammenfassung, (4) Interpretation und (5) Fragen und Probleme. Besonders wenn der Originaltext nicht sofort verständlich ist, helfen Einleitung und Zusammenfassung. Interessant ist auch, dass nicht nur Philosophen zitiert werden, sondern beispielsweise auch Alfred Hitchcocks Film "Vertigo - Aus dem Reich der Toten" als Gedankenexperiment vorgestellt wird (S. 269 - 274).

Viele der Gedankenexperimente werden in der Literatur oft nur Bruchstückhaft (und manchmal falsch) zitiert. Es ist daher äußerst interessant zu lesen, wie der Originaltext formuliert ist, wozu er taugt und wozu nicht. Angenehm ist auch, dass hinter jedem der vierzig Einzeltexte Literaturhinweise gegeben werden. Als Kritikpunkte wären anzumerken, dass es kein Sach- und Personenregister gibt, über das man mit Schlagworten zu den entsprechenden Textstellen finden kann. Dann ist auch nicht ersichtlich, nach welchem Schema die Gedankenexperimente aufeinander folgen. Hier wäre es hilfreich, wenn sie thematisch zusammengefasst wären. Ab und zu gibt es Querverweise von einem Gedankenexperiment auf andere. Ein paar mehr hätten nicht geschadet. Aber vielleicht erlebt das Taschenbuch weitere Auflagen. Dann könnte man diese ja verbessern.
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am 13. November 2013
Der Zugang zu philosophischem Denken über so genannte Gedankenexperimente findet sich heutzutage immer noch selten; die meisten Philosophie-Einführungen orientieren sich an der Geschichte philosophischen Denkens, anstatt den Weg über die 'klassischen' Probleme zu wählen. Bertrams Text ist dagegen nicht an Personen oder Strömungen, sondern eben an Problemstellungen orientiert - wobei Probleme aus den unterschiedlichen Teildisziplininen der Philosophie berücksichtigt werden. Das Buch gibt in solide strukturierter Form einen Überblick über die Weite des philosophischen Fragehorizonts. Als Lese- und Studienbuch ist es sehr gut geeignet, zumal es im Grunde kaum akademisches Vorwissen voraussetzt.
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am 3. Oktober 2015
Ich habe dieses Buch für einen Kurs in der Uni gebraucht und konnte sehr gut damit arbeiten. Zu jedem Text gibt es eine hilfreiche Interpretation. Ich werde Texte aus diesem Buch später auf jeden Fall später in den Unterricht einbetten.
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am 28. September 2012
Das Buch beginnt mit einer ausführlichen Definition von Gedankenexperimenten und führt dann 40 bekannte Beispiele auf. Zu den Experimenten finden sich immer kurze Beschreibungen, ein Originaltext, eine Interpretation und Kritik bzw. Einschränkungen. Die Beispiele sind alphabetisch geordnet, vielleicht hätte eine thematische Aufteilung das Lesen im Zusammenhang erleichtert. Von den Beschreibungen der Experimente war ich etwas enttäuscht. Allerdings kannte ich die meisten Experimente bereits, sodass ich die kurzen Zusammenfassungen nicht schätzen konnte. Interpretation und Kritik werden aus meiner Sicht zu kurz gefasst. Ohne Philosophie-Studium (damit disqualifiziere ich mich wahrscheinlich für diese Beurteilung) habe ich den Eindruck, Platzbeschränkungen bestimmten die Formulierungen, sodass mir vieles nur unvollständig angerissen erscheint. Sicher steckt viel Wissen dahinter, aber es wird nicht gut vermittelt. Insgesamt bleibt mir die Zielsetzung unklar: Erfahrene Leser sollten die Experimente kennen und benötigen somit keine Zusammenfassungen, weniger erfahrene können wohl an vielen Stellen nur mit den Beschreibungen der Experimente etwas anfangen. Drei Sterne gebe ich noch, weil ich die Sammlung schon interessant finde und die Texte kompetent wirken.
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