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Philosophische Bibliothek, Bd.35, Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand: Mit deutsch-englischem und englisch-deutschem Begriffsregister
 
 
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Philosophische Bibliothek, Bd.35, Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand: Mit deutsch-englischem und englisch-deutschem Begriffsregister [Taschenbuch]

David Hume , Jens Kulenkampff
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 244 Seiten
  • Verlag: Meiner; Auflage: 12. A. (1993)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3787311556
  • ISBN-13: 978-3787311552
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 12,4 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 295.562 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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David Hume
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Diese Abhandlung von 1748 fand unter den Zeitgenossen endlich die große und ungeteilte Beachtung, die Hume für seine kritischen Untersuchungen zur dogmatischen und empirischen Erkenntnis erwarten durfte. Seit Kants Bekenntnis, er sei durch diesen Text aus einem "dogmatischen Schlummer" erweckt und zu seinen eigenen kritischen Untersuchungen bewegt worden, gilt das Buch als Humes bedeutendstes Hauptwerk.
Unverändert neu aufgelegt worden ist die Übersetzung von R. Richter von 1907. Vorangestellt sind dem Text die kleine autobiographische Notiz "Mein Leben", die Hume im Hinblick auf die Áusgabe letzter Hand verfaßt hat, und ein Brief von Humes Freund A. Smith an Humes Drucker und Verleger W. Strahan. Mit Einleitung, Anmerkungen und Register.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schluss mit lustig. 2. April 2003
Format:Taschenbuch
Dieses Buch sei all jenen empfohlen, die aufgrund irgendwelcher sogenannter "wissenschaftlicher" Untersuchungen glauben, auch nur eine Sekunde über die Zukunkt prognostizieren zu können. Dieser "Glaube", wie Hume es nennt, z.B. daß es a priori klar ist, was passiert, wenn zwei Billiardkugeln kollidieren, also von früheren Ereignissen, aufgrund von Beobachtungen, auf zukünftige schließen zu können, wird einem gründlich verdorben: dazu braucht man nur das IV. Kapitel lesen. Induktionsschlüsse erweisen sich als gehen im Kreise; als fehlerhafter Zirkel, der immer das vorraussetzt, was er beweisen will, nämlich im Besitz von gültigen Schlussregeln im Empirischen zu sein. Selbst die allzu beliebte Rede von "Wahrscheinlichkeiten" muß aufgegeben werden. Das alles ist elegant wissenschaftlich getarnte Gewohnheit, verstandesmäßig nicht zu rechtfertigen, es ist dieser Dämon der Gewohnheit, der schon so manchen eisenharten Empiriker verführt, und danach hat auflaufen lassen. Ein Buch, von eiem der "rationalistischten Denker, die je gelebt haben" (K. Popper) verfasst, ist in einer sehr klaren und flüssig zu lesenden Sprache verfasst, die es einem leicht macht, sich zu deillusionieren. Immerhin gestand der "berühmte Herr Kant" nach der Lektüre Humes', aus einem "dogmatischen Schlummer" gerissen worden zu sein. Man findet Nachwirkungen dieses Schocks in seiner "Kritik der reinen Vernunft". Wie groß muß unser Schlummer sein, wenn selbst der Rationalist und Aufklärer per se diesen offen eingesteht ?
Man überzeuge sich - und lese.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von M. Thomas TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
In seiner Autobiographie, die er wenige Wochen vor dem Tod verfasste, schreibt David Hume: "Der Erfolg meiner Schriften war anfangs selten geeignet, um daraus einen Gegenstand der Eitelkeit zu machen". Obwohl dem Sohne aus adligem, aber keineswegs reichem Hause Ruhm und Anerkennung lange verwehrt blieben, ließ er sich doch von Rückschlägen nie entmutigen; er sah vielmehr auf dem Totenbett voraus, dass sein "literarischer Ruhmesstern endlich noch glanzvoller aufgeht".

Der Verfechter der empirischen Philosophie verdankt seine Popularität in Deutschland vor allem dem Lob Immanuel Kants, der Hume als diejenige Person benennt, die seinen "dogmatischen Schlummer" unterbrochen habe. Raoul Richter, der vor über 100 Jahren das Werk in Deutsch übersetzte und herausgab lobt Humes Sachlichkeit und seinen Geistreichtum, kritisiert aber die umständliche Sprache -nebenbei bemerkt ein Einwand, den ich auch für Kant gelten lasse.

Die ,Untersuchung über den menschlichen Verstand' gliedert sich in drei Blöcke: das erste und das letzte Kapitel bilden den Rahmen, während die Abschnitte zwei bis sechs die Theorie des Empirismus darstellen und sich die Abschnitte sieben bis elf mit Religion und Metaphysik befassen.

Empirismus und Metaphysik:

Im ersten Abschnitt betont Hume den Vorzug des Empirismus für das praktische Handeln der Menschen und stellt ihm die "umstrittenste Wissenschaft", die Metaphysik gegenüber, welche am praktischen Leben vorbeigeht und Gefahr läuft, sich in ihren Gedankengängen zu verirren. Das Denken ist nicht frei, sondern muss auf die Grenzen der Sinneserfahrung beschränkt bleiben; Ursprung der Vorstellung bleibt die Wahrnehmung: "Der lebendigste Gedanke bleibt immer hinter der dumpfsten Wahrnehmung zurück."

Ursache und Wirkung:

Der kausale Zusammenhang, also das Ursache-Wirkung Prinzip ist für Hume von zentraler Bedeutung. Er unterscheidet zwischen der gedanklichen Vorstellung (Logik) und der naturwissenschaftlichen Tatsache (Sinneseindruck). "Das Gegenteil einer Tatsache bleibt immer möglich", schreibt Hume und argumentiert damit ganz im Sinne Poppers, der jede Hypothese als falsifizierbar betrachtet. Es gibt eine weitere Parallele zu einem anderen österreichischen Philosophen: "Dass die Sonne morgen nicht aufgehen wird, ist ein nicht minder verständlicher Satz und nicht widerspruchsvoller, als die Behauptung, dass sie aufgehen wird", behauptet Hume und unterstreicht Wittgensteins These, dass diese Hypothese keine logische Aussage, sondern eine Ableitung aus der Erfahrung wiedergibt.

Hume schließt: "Alle Denkakte, die Tatsachen betreffen, scheinen sich auf die Beziehung von Ursache und Wirkung zu gründen." Er geht sogar noch weiter und fordert, dass "die Kenntnisse in dieser Beziehung in keinem Falle durch Denkakte a priori gewonnen wir; sondern dass sie ganz und gar aus der Erfahrung stammt".

Hume denkt pragmatisch: Auch wenn wir weder "die Energie der Ursache" des kausalen Prinzips kennen, noch imstande sind "irgendwelche Kraft oder Macht zu begreifen, durch welche die Ursache wirkt" steuert die Erfahrung und die Gewohnheit - "die große Führerin im menschlichen Leben" - unser Handeln, weil wir aus der Vergangenheit auf die Zukunft schließen dürfen.

Ist uns eine Wirkung bekannt, können wir auf die Ursache schließen. Hume warnt aber davor, metaphysisch durch einen reinen Denkakt auf eine Wirkung zu schließen, die nicht durch die Erfahrung bestätigt wird.

Freiheit und Notwendigkeit:

Unter Freiheit versteht Hume die Kraft handeln oder nicht handeln zu können "je nach den Entschließungen des Willens". Den Zufall bezeichnet er als Wortspielerei. Da alles eine Ursache besitzt, fehlt beim Zufall nur die Evidenz.

Zwei Sachverhalte sind notwendig, wenn sie in ständigem Zusammenhang stehen oder wenn sich eine verstandesgemäße Ableitung eines Sachverhalts aus einem anderen ergibt.

Auch das menschliche Handeln beruht auf dem kausalen Prinzip: "Dieselben Beweggründe rufen immer dieselben Handlungen hervor: dieselben Ereignisse folgen aus denselben Ursachen". Hume schränkt aber ein, dass verschiedene Menschen unter gleichen Umständen unterschiedlich Handeln. Verantwortlich dafür sind seiner Meinung nach Charakter, Vorurteile und Meinungen.

Skepsis und Zweifel:

Hume kommt nicht umhin einzuräumen, dass auf die Sinne nicht immer Verlass ist. Gegen den kartesischen Zweifel, der zunächst alles in Frage stellt, wendet er ein, dass dieser dem Menschen im praktischen Leben nicht hilft, weil keine Vernunfttätigkeit uns "je einen Zustand der Sicherheit und Überzeugung über irgend einen Gegenstand verschaffen" kann. Doch Gewissheit ist auch nicht erforderlich, da wir die Sinneswahrnehmung "durch die Vernunft und durch Betrachtrungen richtigstellen müssen".

Gott und Religion:

Wenn man die Kausalkette bis zum ersten Glied zurück verfolgt, trifft man auf den letzten Urheber, den unbewegten Beweger, den Schöpfer des Alls. Hume betrachtet es als ein Zeichen göttlicher Macht, die Kausalkette zwar in Bewegung gesetzt zu haben, dann jedoch nicht mehr in das Geschehen einzugreifen. Nicht nur in diesem Punkt stimmt er mit Epikur überein.

Ketzerisch folgert Hume: Wenn Gott übersehen konnte, welche Wirkungen seine Ursache zeitigen würden, dann "müssen wir also schließen, dass sie entweder nicht verbrecherisch sind, oder dass die Gottheit, nicht der Mensch dafür verantwortlich ist." Doch wie passt diese These zu dem oben beschrieben Sachverhalt, dass menschliches Handeln unter gleichen Umständen unterschiedlich sein kann.

Der Mensch unterliegt einerseits dem Irrglauben, Gott mit menschlichem Maß zu bemessen, andererseits sind die Menschen leichtgläubig und lassen sich gerne durch Wundererzählungen täuschen. Wenn Götter diese Welt erschaffen haben, dann kann sie nur so beschaffen sein, wie sie ist und nicht besser.

Religion und Metaphysik gründen sich auf Glauben und nicht auf den Verstand. Hume bezeichnet sie deshalb als Blendwerk und Täuschung.

Resümee: David Humes Empirismus führt die britische Tradition fort. Ausgangspunkt ist die Sinneswahrnehmung. Das kausale Prinzip gilt für alle Tatsachen. Dennoch ist ein skeptischer Zweifel erlaubt und Verstand, Erfahrung und Gewohnheit bilden ein Korrektiv zur Wahrnehmung. Schlüsse a priori als reiner Denkakt sind nutzlos, weil nicht überprüfbar. Demzufolge steht Hume aller Religion und der Metaphysik kritisch gegenüber. Philosophie darf nicht als Selbstzweck betrieben werden, sondern muss dem Menschen zugute kommen.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
"'Die Sonne wird morgen aufgehen."' Diese Aussage ist (was für die meisten nicht neu sein dürfte) eine reine Vermutung, die auf der Erfahrung beruht, dass die Sonne bisher immer aufgegangen ist. Neu ist 'zumindest für mich ' die Konsequenz mit der Hume diese Tatsache zu Ende denkt. Er zeigt auf, dass beinahe überall dort, wo wir unseren Verstand vermuten, nur unserer Erfahrungen und Beobachtungen stehen. Letztendlich bedeutet das, dass wir kein gesichertes Wissen (von mathematischen Sätzen abgesehen), erlangen können - ernüchternd, dies so vor Augen geführt zu bekommen! Hume hat sich bemüht seine Argumentation verständlich und anschaulich zu halten. Aufgrund der relativ einfachen Sprache und den häufigen Beispielen gelingt ihm das auch, so dass auch Laien seine Gedanken gut nachvollziehen können. Allerdings übertreibt es Hume stellenweise ein wenig mit dem Vorsatz, verstanden zu werden, in dem er bereits Erläutertes mehrmals wiederholt. So als erachte Hume den Leser als zu eingeschränkt, um einen seiner Gedanken schon beim 1. Mal zu begreifen. Auch die späteren Abschnitte seiner Abhandlung, wie z.B. das Kapitel über Wunder, das streng genommen nur sehr wenig mit dem menschlichen Verstand zu tun hat, haben bei mir einen eher mäßigen Eindruck hinterlassen. Weniger wäre hier mehr gewesen!

Fazit: Trotz mancher Ausschweifung ist das Buch (insbesondere die ersten Abschnitte) absolut empfehlenswert und sollte vor allem von denjenigen gelesen werden, die zu Unrecht ihren Verstand als Nonplusultra verherrlichen.
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