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Philosophische Bibliothek, Bd.20, Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis
 
 
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Philosophische Bibliothek, Bd.20, Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis [Taschenbuch]

George Berkeley , Alfred Klemmt
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 147 Seiten
  • Verlag: Meiner Felix Verlag GmbH; Auflage: Neudruck d. Ausg. v. 1957. (Januar 2003)
  • ISBN-10: 3787304932
  • ISBN-13: 978-3787304936
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,2 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 429.337 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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George Berkeley
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

In seinem Hauptwerk entwickelt Berkeley (1685-1753) die Lehre vom Immaterialismus, die aus der Kritik an Locke und Malebranche hervorging und allein den Geist als Substanz anerkennt. Oft mißverstanden, reicht die implizite Wirkung des Textes bis in die Gegenwart hinein.


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Materie ist nicht beweisbar, 3. November 2009
Wenn man bedenkt, dass Berkeley der Vorgänger von David Hume war und Kants Kritiken nur Erwiderungen auf Hume sind, die dieser wieder von Berkeley übernommen hat, ist es mir schlichtweg ein Rätsel, warum dieser großartige Mann in Deutschland nicht bekannter ist, als er sein müßte. Schreibt Kant furchtbar kompliziert, sind sowohl Berkeley, als auch Hume eine spannende Wohltat.

Besonders amüsiert hat mich immer wieder, wenn Berkeley sagte, dass man die Materie nicht beweisen kann, dass die Materialisten auf den Tisch hauten oder gegen einen Stein traten, das war wahrlich kein philosophischer Beweis, sondern ein höchst materialistischer.

In Zeiten der Quantentheorie wissen wir, dass Berkeley nicht so falsch gelegen hat, aber keiner gibt dem Mann die angemessene Würdigung. Der unverständliche Kant dagegen bleibt in aller Munde.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der Mensch: Nicht als Leser, sondern als Exeget des Textes versagt er: als Richter, nicht als Zeuge., 10. Januar 2012
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
"Jeder Sensualismus macht den Begriff der Wahrheit so einfach, dass sich die

ganze Schwierigkeit darauf verlagert zu begreifen, was dann noch Irrtum ist."

(Hans Blumenberg)

Empirie, Theologie und Philosophie vereinen sich im 17. und 18. Jahrhundert unter anderen in der Person George Berkeley (1685-1752). Mit ihm erwächst eine Position des Idealismus, die über Hume an Kant geht und in der Prolegomena einer zukünftigen Metaphysik folgendes Diktum erhält: Idealismus ist die reine Behauptung, dass es keine anderen als nur denkende Wesen gibt, alle anderen Dinge, die wir in der Anschauung wahrzunehmen glauben, sind nur Vorstellungen in den denkenden Wesen. Mithin verzichtet der Idealismus auf Materie und Berkeley als Vertreter und Verfechter macht sich so zum Gespött der denkenden Gemeinde. Von Diderot bis Voltaire erhält er nur närrische Aussagen über sein schimärisches Ideensystem, seine wunderlichen Lehrsätze und doch ist der 25jährige reif für ein hohes theologisches Amt als Bischof.

"Esse est percipi (aut percipere)" ist sein Hauptsatz, der nicht mehr meint, dass das Sein im Wahrgenommen-Werden oder im Wahrnehmen besteht. Damit steht er wie Robinson einst in der Natur allein gegenüber dem common sense, der sich der Ontologie verschreibt und in Summe, weil dort die Dinge existieren, reicher ist. Reicher auch deshalb, weil hier Unmerklichkeiten und ihre marginalen Veränderungen eher wahrgenommen werden. Das minimum sensibile ist gem. Blumenberg auch der Grenzfall der Realität, jenseits davon beginnt das Reich der bloßen Worte. Und aus diesem allein will nach Berkeley offensichtlich derjenige raus, dem es an Wahrgenommen-Werden-Wollen liegt. Nur dann gilt sein Sein.

"Auf Grund meiner Prinzipien gibt es eine Realität", sagt Berkeley und nun bleibt die Frage, ob all der Formulierung, nicht zu wissen, was eine Existenz ist, überhaupt dem Mann etwas abgenommen werden kann. Mit Berkeley gibt es weitere Überraschungen. Behauptet er noch, dass wir viele Dinge kennen, bei denen uns Worte fehlen, um sie auszudrücken, hält er es für nicht weniger sicher, dass wir viele Worte haben, zu denen uns die Dinge fehlen. Zwischen Unbegrifflichkeit und Metapher ist nur eines sicher, kein Wort ohne Vorstellung. Und eine dieser Vorstellungen ist eine Sicherheit, nämlich dass sie (die Sicherheit) nur dort existiert, wo sie Täuschung ist, so zumindest die Aussage der Cartesianer und es lässt sich auch vermuten, dass dieses gilt bei der Ent-Täuschung. Daraus folgt, keine Lüge, wo die Worte, die Schrift fehlt. Dort, wo es keine Behauptung gibt. Für Berkeley gilt damit auch: "Ein nicht wahrgenommenes Ding ist ein Widerspruch". Damit begibt sich Berkeley deutlich in die Perspektive auf die Welt vor aller Wissenschaft.

Auch geht es Berkeley darum, Erfahrung bedeuten zu lassen, was sie ist und was in ihr liegt. Nicht mehr. Ihm liegt es fern, daraus ein System von Indikatoren auf anderes zu machen. Eine Überprägnanz einer Mitteilung liegt ihm fern, weil er sie für die Wurzel der Irrungen hält, in jeder Welt. Denn der Mensch irrt nicht dort, wo er sich immer am meisten misstraut hatte: in der Sinnlichkeit, sondern im Darüber-hinaus-wollen. Nicht als Leser, sondern als Exeget des Textes versagt er: als Richter, nicht als Zeuge. In der Verbindung mit den Vorstellungen liegt allemal ein Überschuss, ein Zuviel an Behauptung, so Blumenberg.

In §109 lesen wir Berkeley: "Wie dem klugen Mann bei der Lektüre anderer Bücher geziemt, den Sinn zu erfassen und aus ihm Nutzen zu ziehen, statt sich in grammatischen Betrachtungen über die Sprache zu ergehen, so scheint es beim Lesen im Buch der Natur unter der Würde des Geistes zu sein, in der Zurückführung jeder einzelnen Erscheinung auf allgemeine Regeln oder im Nachweis, wie sie aus ihnen folgen, allzu sehr nach Exaktheit zu streben."

Mit Berkeley werden wir an der Berührung jeder Sache gehindert, aber wenn Voltaire später vom ästhetischen Wirkungszusammenhang zwischen Autor und seinen Lesern spricht, dann spürt man die Auszeichnung, die Berkeley (mit Blumenberg) den Dingen gibt als der Betrachtung würdige Exponate.

~~
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das Hauptwerk des irischen Empiristen, 10. Mai 2005
Von 
Rolf Dobelli "getAbstract.de" (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Wie kommen die inneren Bilder zustande, die wir uns von der Welt machen? Wie erkennen wir, nehmen wir wahr, denken wir? Die Philosophie der Aufklärung suchte im 17. und 18. Jahrhundert nach Antworten auf diese Fragen und ging dabei von der menschlichen Vernunft als der treibenden Kraft der Erkenntnis aus. Der irische Philosoph und Theologe George Berkeley war ein Vertreter des Empirismus, der davon ausging, dass wir nichts denken können, was nicht auf sinnlichen Wahrnehmungen beruht. Wenn wir einen Tisch wahrnehmen, dann erkennen wir nicht den Tisch selbst, sondern nur die innere Vorstellung von ihm. Berkeley entwickelte diesen Gedanken radikal weiter: Der Tisch existiert überhaupt nur, weil wir ihn wahrnehmen. Dass mehrere Menschen in einem Raum den gleichen Tisch sehen, liegt daran, dass Gott uns ähnliche Wahrnehmungen eingibt; er verhindert, dass jeder in seiner eigenen Welt lebt. Anders als berühmte materialistische Philosophen seiner Zeit ("Die Welt existiert auch ohne unser Zutun") war Berkeley ein Idealist, für den nur die Vorstellungen in unserem Kopf existierten. Der Materialismus war für Berkeley, der auch als Bischof und Missionar tätig war, ein Grund für das Freidenkertum und den Atheismus seiner Zeit, gegen die er kämpfte: Sein Ziel war es, mit seiner philosophischen Arbeit letztlich einen Gottesbeweis vorzulegen.
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