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Sicherlich ein bißchen von beidem. Wie dem auch sei: Die Absichten des Autors sind nicht unbedingt einfach zu erkennen. Es ist, nicht nur in diesem Sinne, ein schwieriges Buch. Schon ab der ersten Seite erscheint Nietzsche -- und bei Gott, man weiß, daß dieser Philosoph, so genial er auch sein mag, durchaus fähig ist, selbst einen intellektuell gestählten Erwachsenen zu entmutigen!
Auch wenn man glaubt, daß Kinder ihre eigene Philosophie haben, kann man sich fragen, ob sie sie benutzen, um dieselben existentiellen Fragen zu lösen, die ihren Eltern keine Ruhe lassen. Und außerdem, ob sie die selben philosophischen Referenzen wie ihre Eltern brauchen, um diese Fragen zu beantworten? Wenn z.B. ein Kind wissen will, woher es kommt, beweist es gesunde Neugier -- aber ist wohl weit weg von unserer Angst, das Nichts zu spüren.
Der Autor zeigt uns andererseits einen sehr interessanten Gesichtspunkt, wenn er deutlich und mit Beispielen erklärt, daß jeder Erwachsene regelmäßig mit Kindern philosophiert, ohne es zu merken. Und das gibt uns noch mehr über den Inhalt und die Tragweite unserer Wörter zu denken.
Sich der Macht der eigenen Wörter bewußt werden und den Nutzen einer einfachen und deutlichen Erklärung für ein Kind erkennen -- das ist, egal wie unsere Kenntnisse in diesem Bereich sind, schon ein großer Schritt in die richtige Philosophie. --Isabelle Majois
Kinder, philosophierende
lx. Ungefähr seit dem Ende der siebziger Jahre hat wohl nicht nur im deutschsprachigen Raum das Philosophieren mit Kindern Einzug in den Ethik- und Philosophieunterricht der Grund- und Mittelstufe gefunden. Auch angesehene Philosophen haben es man denke an J.-F. Lyotard und seine «Postmoderne für Kinder» (1987) nicht für unter ihrer Würde erachtet, sich mit den Fragen über Gott und die Welt aus Kindermund auseinanderzusetzen. Für Ekkehard Martens, den Herausgeber des anzuzeigenden Readers, stellt das Philosophieren mit Kindern eine «(Wieder-)Einführung in die Philosophie» schlechthin dar. Schwierigkeiten mit der Kinderphilosophie kämen nicht vom Thema, sondern allenfalls von der bisher problematischen Textlage her; dies besonders, seitdem der 1990 erschienene Sammelband «Sich im Denken orientieren. Philosophische Anfangsschritte mit Kindern» vergriffen ist. Die vorliegende «Einführung» in die Kinderphilosophie ist allerdings nicht misszuverstehen als eine Textsammlung für Kinder, auch wenn sie etwa Auszüge aus Peter Bichsels «Kindergeschichten» oder aus Wittgensteins «Philosophischen Untersuchungen» enthält. Sie dient vornehmlich als erste theoretische und praktische Orientierung für diejenigen, die mit Kindern philosophieren wollen.
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