Kurzbeschreibung
Philosophie des Weins ist ein Hohelied auf den Wein, der Bestandteil der Festlichkeit des Lebens ist, Element der Gelöstheit, des Spielerischen, der selbstvergessenen Heiterkeit. Hamvas selbst nennt es Gebetbuch für Atheisten' und verbirgt hinter heiterer und dionysischer Sinnlichkeit seine fundamentale Systemkritik. Er wendet sich gegen die Krankheit des abstrakten Lebens und rät zur höheren Nüchternheit: "Trinke, alles andere bringt dir der Wein!"
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Taschenbuch
.
Der Verlag über das Buch
Philosophie des Weins. In diesem einfach aber sehr schön gestalteten Buch erfahren Sie mehr über die Mysterien des Weins als in den aufwendigen Coffeetablebooks und Fießbandkompendien.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Taschenbuch
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Über den Autor
Béla Hamvas wurde 1897 geboren und verbrachte seine Kindheit im heutigen Bratislava. 1915 meldete er sich freiwillig zum Militär. Nach seinem Studium arbeite er in Budapest als Journalist und Bibliothekar. 1942 wurde er abermals zum Militärdienst einberufen, desertierte aber schließlich, um sich der Kollaboration der ungarischen Armee mit der SS zu entziehen. Bei der Zerstörung seines Hauses während der Belagerung Budapests gingen viele Manuskripte sowie all seine Bücher verloren. Danach begann er mit neuer Energie in einer Bibliothek und publizistisch zu arbeiten, verlor diese Stellung aber kurz nach der kommunistischen Machtergreifung 1948. Bald kam er auf die Liste der verbotenen Autoren und siedelte, um schlimmeren politischen Verfolgungen zu entgehen, in die Provinz über, wo er bis 1964 als Hilfsarbeiter in einem Kraftwerk arbeitete. In dieser Zeit entstand ein vielschichtiges Werk, das einen Platz in der Weltliteratur verdient. Béla Hamvas starb 1968.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Taschenbuch
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Auszug aus Philosophie des Weins. von Bela Hamvas. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Übrigens kann ich Pedanterie nicht leiden. Sie ist mit dem Wein und
der Liebe nicht vereinbar. Die Menschen der Ordnung sind abstrakt und
sorgenbeladen. Mit größter Kleinlichkeit sind sie immer dabei, Ordnung zu
schaffen, besessen von der Furcht, sie würden etwas nicht finden. Was zum Teufel
soll diese Angst? Es ist doch töricht, in der Speisekammer die Tüten so in eine
Reihe zu stellen wie die Bücher; es ist töricht, aus allem einen Katalog zu
machen. Ich kann den Pedanten nicht leiden, der das Glas immer an dieselbe
Stelle zurückstellt und die Hühnerkeule nicht in die Hand nimmt. Die betreffende
Person ist ein törichter Rappelkopf, ja, ob nun Mann oder Frau. Am liebsten
würde sie auch ihre Küsse schön in einer Reihe ordnen, damit sie nachzählen kann,
wie viel es waren. Schön in einer Reihe, nach der Länge, nach dem Feuer, nach
der Süße, sie würde sie in eine Schachtel stecken, Zettel darauf kleben wann
geschehen, Datum und Ort, und das Ganze in ein großes Buch eintragen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
der Liebe nicht vereinbar. Die Menschen der Ordnung sind abstrakt und
sorgenbeladen. Mit größter Kleinlichkeit sind sie immer dabei, Ordnung zu
schaffen, besessen von der Furcht, sie würden etwas nicht finden. Was zum Teufel
soll diese Angst? Es ist doch töricht, in der Speisekammer die Tüten so in eine
Reihe zu stellen wie die Bücher; es ist töricht, aus allem einen Katalog zu
machen. Ich kann den Pedanten nicht leiden, der das Glas immer an dieselbe
Stelle zurückstellt und die Hühnerkeule nicht in die Hand nimmt. Die betreffende
Person ist ein törichter Rappelkopf, ja, ob nun Mann oder Frau. Am liebsten
würde sie auch ihre Küsse schön in einer Reihe ordnen, damit sie nachzählen kann,
wie viel es waren. Schön in einer Reihe, nach der Länge, nach dem Feuer, nach
der Süße, sie würde sie in eine Schachtel stecken, Zettel darauf kleben wann
geschehen, Datum und Ort, und das Ganze in ein großes Buch eintragen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .