lautet die Hauptthese von Hamvas Rauschtheorie.
"Der Wein ist flüssige Liebe, der Edelstein ist kristallisierte Liebe, die Frau ist lebendiges Liebeswesen. Wenn ich noch die Blumen und die Musik hinzunehme, dann weiß ich, daß diese Liebe in Farben strahlt und singt und duftet und lebt und daß ich sie essen und trinken kann."
Hamvas Texte sind voller Sinnlichkeit. Ein Lesefest, das einen weiten Bogen spannt. Von den Wurzeln der europäischen Zivilisation bis in die heutige Zeit. Er legt Wurzeln und Quellen frei, die verschütt gegangen scheinen.
Der ungarische Denker liebt es zu zitieren. Er bewegt sich mit traumwandlerischer Sicherheit durch die europäische Geisteswelt - und es ist einfach ein Vergnügen mit dabei zu sein. Der Stil ist nie trocken, sondern stets voller Sinnlichkeit. Man kann die Sätze förmlich schmecken.
Der gastrosophische "Seelenführer" sei nicht nur Weinliebhabern, sondern allen Liebhabern guter Literatur und schöner Bücher empfohlen.
"Den Atheisten", die er bedauert, wollte Hamvas mit der "Philosophie des Weins" ein Gebetbuch schreiben - eine ziemlich unverhohlene Systemkritik. Dass der sinnliche Philosoph Sieger über den geistlosen Gulaschkommunismus bleibt, bezeugt das dem Buch vorangestellte Zitat, das sich als Resümee des Ganzen deuten lässt:
"Zwei bleiben schließlich übrig, Gott und der Wein."