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Pressenotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2000
Peter Vogt ist begeistert von diesem Buch, das kein schwergewichtiges "opus magnum" darstelle, sondern "Gelegenheitsarbeiten" im besten Sinne anbiete. Es sei die perfekte Lektüre in dieser schnelllebigen Zeit. Obwohl sich die Aufsätze durch "fehlende theoretische Kohärenz" und "mangelnde Systematik" auszeichneten, werde dieser Mangel durch den hohen "Gebrauchswert" dieser Texte mehr als aufgewogen, schwärmt der Rezensent. Er preist Marquards Fähigkeit, trotz großer "philosophischer Weisheit", die in seinen Texten zum Ausdruck käme, lesbar und stilistisch gekonnt zu schreiben und empfiehlt dieses Buch uneingeschränkt, besonders als "Entlastung vom Lebensernst".
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Pressestimmen
"Der Transzendentalbelletrist Marquard legt hier mit Bedacht nur Gelegenheitsarbeiten vor, recht eigentlich ein Parergon: eine Sammlung von kurzen, dafür umso bedenkenswerteren Aufsätzen, kein Hauptwerk, sondern günstigenfalls etwas stattdessen. Die fehlende theoretische Kohärenz, die mangelnde Systematik einer derart verfahrenden Philosophie werden nun freilich mehr als kompensiert durch ihren unschätzbaren Gebrauchswert. Wer wäre in der Lage, sich einen Band von Hegels Schriften eben einmal so in der U-Bahn zu Gemüte zu führen? Wer packte am Wochenende voller Vorfreude einen dickleibigen Klassiker in den Picknickkorb? "Unter Bedingungen der Zeitknappheit lässt sich eine idealere Lektüre als Marquards bei Reclam versammelte Studien gar nicht denken. Je beschleunigter das Leben, desto mehr ist der homo compensator darauf angewiesen, sich entschleunigen zu lassen. Wer kurz vor dem Einschlafen und die Augen kaum mehr offen haltend noch unbedingt etwas lesen will, wer weiß, dass er nur noch ein halbes Stündchen Zeit hat und dieses gerne zur geistigen Erbauung nützen möchte, wer am Bahnhof auf die Ankunft der Liebsten wartet, dem sei die Lektüre von Marquards Schriften dringend angeraten. "Denn die Pausen sind es, die Phasen der Langeweile und der Müßiggängerei, in denen wir vom Absoluten Abstand nehmen und eben damit das zentrale Motiv von Marquards Kompensationsphilosophie ernst nehmen. Was für das Kind der Teddybär und den Erwachsenen das Museum, das sind für den Schwimmbadleser Marquards Reclam-Bändchen: Entlastung vom Lebensernst. "Dass stilistische Brillanz dabei nicht auf philosophische Weisheit verzichten muss, zeigt keiner besser als Marquard. Keiner auch befolgt genauer eine Regel, die in der 'Philosophie des Stattdessen' folgendermaßen formuliert wird: 'Schreiben ist in der Regel eine Mitweltbelästigung: auch Philosophen sollten dafür Buße tun: durch Lesbarkeit.' "Peter Vogt in der" -- Frankfurter Allgemeinen Zeitung "Dieses Reclam-Bändchen enthält neben anderen vorzüglichen Beiträgen auch die lesenswerten Würdigungen - etwa über Universalgeschichte 'im Anschluss an Schiller' oder über 'Unternehmensführung im Jahr 2005' - der Philosophenkollegen Hans Blumenberg und Hermann Lübbe. Man kann sie ohne jede Skepsis lesen." -- Badische Zeitung