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Philosophie und Neurowissenschaften (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
 
 
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Philosophie und Neurowissenschaften (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) [Taschenbuch]

Dieter Sturma
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 266 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 3 (30. Januar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518293702
  • ISBN-13: 978-3518293706
  • Größe und/oder Gewicht: 17,2 x 11 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 234.543 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Neurowissenschaften halten das psychophysische Problem für weitgehend geklärt und unterstellen, daß auch die philosophischen Fragen nach Selbstbewußtsein, Willensfreiheit und menschlichen Handlungen durch die neurowissenschaftlichen Forschungsergebnisse im wesentlichen beantwortet seien. Damit verbinden sich Forderungen nach einem neuen Menschenbild und nach praktischen Konsequenzen für die Erziehung und die Rechtsprechung.
Die Beiträge dieses Bandes unterziehen die philosophischen wie auch die neurowissenschaftlichen Lösungsvorschläge zum psychophysischen Problem einer eingehenden Prüfung und loten dabei auch die Bedingungen für einen fruchtbaren Austausch zwischen Philosophie und Neurowissenschaften aus - ein Austausch, der den jeweiligen disziplinären und methodischen Eigenheiten hinreichend Rechnung trägt.

Über den Autor

Dieter Sturma ist Professor für Philosophie an der Universität Duisburg-Essen. Zahlreiche Bücher und Aufsätze zur philosophischen Anthropologie, Philosophie des Geistes und Ethik.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
In diesem Buch schälen sich zwei Grundaussagen heraus:
1. Willensfreiheit und Bewusstsein können nicht naturwissenschaftlich vollständig erklärt/wegerklärt werden.
2. Die Philosophie kann über die Metaphysik von WF/BW nichts aussagen, sondern ihr Beitrag muss es sein, die Neurowissenschaften in die Grenzen des Sinns zu weisen, die zum Beispiel dann durchbrochen werden, wenn man sagt "Das Gehirn entscheidet". Diese Aussage ist nicht empirisch wahr oder falsch, sie ist sinnlos, denn das Prädikat "entscheiden" kann nur auf Lebewesen angewandt werden, die Empfindungen haben.

Hierbei wird deutlich, dass die "subjektivistische" Sicht auf den Menschen, die Gründe und Empfindungen einbezieht absolut ihre Daseinsberechtigung hat und keineswegs auf die "objektivistische" reduziert werden kann. Jedoch muss zuvor bereits klar sein, dass Fragen wie "Ist der Geist eine Substanz?" oder "Ist Geist auf Gehirn reduzierbar" völlig verfehlt sind, da der Substanzbegriff ein überladenes Relikt ist und man nicht von "dem Geist" sprechen sollte. In Wahrheit lässt sich kein einziger Satz finden, der mit "Der Geist" beginnt, da in unserer normalen Wahrnehmung einfach nur Körper und Personen vorkommen. Hierbei lässt sich "Ich wiege 80 Kilo" natürlich auf "Mein Körper wiegt 80 Kilo" zurückführen, "Ich will ein Buch lesen" aber weder auf "Mein Körper will ein Buch lesen" noch auf "Mein Geist will ein Buch lesen". Stattdessen sollten wir davon sprechen, dass es sich auf bestimmte Weise anfühlt, wenn unser körperlicher Zustand so-und-so ist, und dass die Frage, warum es sich auf irgendeiner Weise anfühlt, nicht beantwortbar ist. Die Angst des ersten Rezensenten, die Philosophen würden hier den Neurowissenschaftlern ins Handwerk pfuschen oder sie der Dummheit bezichtigen(wobei er überseht, dass Bennett selbst Neurowissenschaftler ist), ist unberechtigt. Die Autoren sind sich fast alle bewusst, dass der Mensch ein Naturwesen ist und wir keine ontologischen Dualisten jeglicher Art sein sollten. Stattdessen verbirgt sich hinter diesem Buch die Wittgensteinianische Einsicht, dass unsere Begrifflichkeit und unsere Erkenntnisperspektive uns nicht ebensowenig zum Dualismus führen darf wie unser (eigentlich wohlbegründeter) Glaube an die Wissenschaften zu einem primitiven Reduktionismus. Wir müssen den Perspektivenpluralismus wahren und einsehen, dass die Welt nicht über logische Strukturen verfügt, weder aus einer noch aus zwei Arten von Dingen-an-sich besteht, sondern dass wir die Kategorien bilden. Das Buch ist also auch ein wundervolles Plädoyer für das Ende der spekulativen Metaphysik, die die Physik ebenso durchdringt wie die neueste Philosophie.
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36 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Keine neue Leitdisziplin! 7. November 2006
Von gehirn81
Format:Taschenbuch
Aus der Flut von Publikationen, die in jüngster Zeit die Bedeutung der Ergebnisse neurowissenschaftlicher Forschungen diskutieren und dabei oft eine wahre Neuro-Euphorie verbreiten, hebt sich der von Dieter Sturma herausgegebene Band wohltuend ab. Die darin versammelten philosophischen Beiträge richten sich dabei keineswegs polemisch gegen die Neurowissenschaften. Ins Kreuzfeuer der Kritik geraten nur die Positionen derjenigen Neurowissenschaftler, die im Schafspelz des Philosophen auftreten. Komischerweise wird die Grenzlinie zwischen Neurowissenschaften und Philosophie am stärksten gerade dort verteidigt, wo ein Neurowissenschaftler (M. R. Bennett) als Koautor fungiert.

Zu den Autoren des Bandes gehören P. M. S. Hacker, M. R. Bennett, Brigitte Falkenburg, Peter Janich, Dirk Hartmann, Michael Quante, Achim Stephan, Ralph Schumacher, Dieter Sturma, Carl Friedrich Gethmann und Lutz Wingert. In den Beiträgen wird aus wissenschaftstheoretischer, erkenntnistheoretischer, sprachphilosophischer und bewusstseinsphilosophischer Sicht gezeigt, dass die Verabschiedung der Willensfreiheit voreilig ist.

Der Sammelband ist gut geeignet, die heiße Luft aus den Debatten über die Willensfreiheit heraus zu lassen. Es wird gezeigt, dass die Neurowissenschaften bei der Aufklärung ihrer eigenen begrifflichen Grundlagen auf den philosophischen Beitrag angewiesen bleiben. Die Idee, die Neurowissenschaften als neue 'Leitdisziplin' zu etablieren, kann daher kaum aufrecht erhalten werden. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Philosophen nun einfach zur alten Tagesordnung zurückkehren sollten. Die 'neurowissenschaftliche Herausforderung' ist, wie der Herausgeber bemerkt, ernst zu nehmen und als 'Chance für notwendige Weiterentwicklungen' zu begreifen. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Band dazu beiträgt, die Aufgeregtheiten und Überspanntheiten der bisherigen Debatten zu überwinden und zu einer nüchternen Einschätzung der neurowissenschaftlichen Erkenntnisse zu gelangen.

Der Band ist nicht als Einführung angelegt, aber für den philosophisch Interessierten und über die Willensfreiheitdebatte Informierten gut zugänglich!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Als ehemaliger Student von D. Sturma bin ich mittlerweile weit weg von der 'wissenschaftlichen Philosophie' in der Unternehmens- und Lebenspraxis umsetzungsorientiert angekommen. Schön aber, dass ich die Sprache immer noch verstehe - wenn auch nicht mehr spreche. D. Sturma war immer ein Erlebnis: Querbefruchtungen und gewagte Gedanken. Leider findet sich das in den Werken - vermutlich mit Bedacht auf die irgendwie geartete Science Society - nicht wieder. Das vorliegende Büchlein ist eine gute aber unvollständige (unabhängig vom schnellen Fortschritt) Sammlung zu einer ungeheuer bedeutsamen Aktualisierung der Philosophie!
Mit dem KNOW-WHY-Denken habe ich mittlerweile (genaugenommen schon zu Studentenzeiten) einen eigenen, sytemtheoretischen Zugang zu dem WARUM von Bewusstsein und freiem Willen entwickeln können. Genauso, wie ich KNOW-WHY (vermutlich erst im Ruhestand) wissenschaftlich bzw. philosophisch fundieren sollte, sollte D. Sturma einmal mutig auf dieser in diesem Werke tollen Statusbeschreibung aufbauend seine eigene, lebenspraktische Interpretation schreiben und eine vermutlich richtungsweisende Position beziehen. Popularwissenschaftlich gehalten bzw. einfach nur verständlich geschrieben wäre das ein absolut fehlendes Werk nicht nur im deutschsprachigen Raum!
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