Gefunden! Auch vom Glück, weil das Unerwartete, das nicht Gesuchte in einer positiven Überraschung sich zeigt.
Epikur wurde im Winter 342/341 v. Chr. als Sohn des Atheners Neokles geboren. Er selbst sah wie kein anderer Philosoph der Antike die Aufgabe der Philosophie so konsequent und ausschließlich in der Heilung der menschlichen Seele: "Leer ist die Rede jenes Philosophen, die nicht irgendeine Leidenschaft des Menschen heilt. Wie nämlich eine Medizin nichts nützt, die nicht die Krankheiten aus dem Körper vertreibt, so nützt auch eine Philosophie nichts, die nicht die Leidenschaften aus der Seele vertreibt."
Philosophie, Gesundheit der Seele und Glückseligkeit setzte er gleich: "Wer jung ist, soll nicht zögern zu philosophieren, und wer alt ist, soll nicht müde werden im Philosophieren. Denn für keinen ist es zu früh oder zu spät, sich um die Gesundheit der Seele zu kümmern. Wer behauptet, es sei noch nicht Zeit zu philosophieren oder die Zeit dafür sei schon vorübergegangen, der gleicht einem, der behauptet, die Zeit für die Glückseligkeit sei noch nicht oder nicht mehr da."
Epikurs Gedanken in drei Fragen/Aussagen als Übersicht:
1. Bei allen Begierden muss man sich fragen: Was geschieht, wenn mein Begehren befriedigt ist, und was, wenn es nicht befriedigt wird?
2. Aus Angst, mit Wenigem auskommen zu müssen, lässt sich der Durchschnittsmensch zu Taten hinreißen, die seine Angst erst recht vermehren.
3. Es ist sinnlos, von den Göttern zu fordern, was man selber zu leisten vermag.
Epikur hat schon vor nahezu 2500 Jahren hervorgehoben, was dem Menschen immanent gegeben ist: eigenes Potential in Geist und Kraft. Da bedarf es nicht eines Wunsches an Dritte, wenn es selbst gemeistert werden kann. Epikur verwies schon damals auf den Mut, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen. Epikur ist ein Denker aller erster Güte. Einfluss auf die folgenden Generationen hatten er und seine Lehre vielfach. Gemeinsam war Epikureern und Stoikern (nahezu zeitgleich ist die Stoa entstanden) die Frage nach dem richtigen Weg zum eigenen Seelenheil. Konträr waren jedoch die jeweiligen Schlussfolgerungen. Dem Athener Epikur, der ein rational wohldosiertes Genussleben zum Leitbild für das individuelle Seelenheil und Lebensglück machte, setzte Zenon ein umfassendes Bindungsbewusstsein gegenüber, in dem das individuelle Streben aufgehen und die Seele Ruhe finden sollte. So hat Lukrez und Horaz (Carpe Diem) die Gedanken Epikurs fortgeführt, ebenso Cicero, dann Montaigne, Schopenhauer, Nietzsche, später vor allem Alain und Memmi, der es auf die einfache Formel brachte: "Emigrieren Sie nicht aus dem Leben - es hält Überraschungen für Sie bereit!"
Der ewige Epikur, so Nietzsche, sei das schwerste Gepäck, dass er (Epikur)je abgeworfen hat. Für ihn war Epikur der Inbegriff des "freien Geistes".
Überzeugen Sie sich selbst.