Gefühle sind subjektive, seelische Zustände, die zuerst wohl in die Domäne der Psychologie fallen. Doch auch die Philophie hat viel dazu zu sagen. Das zeigt die ausgezeichnete, tiefschürfende, weit greifende Philosophie der Gefühle.
Neben dem Denken und dem Willen sind die Gefühle eine weitere extrem wichtige Komponente des Ichs. Die Autoren konzentieren sich auf Emotionen, die auf die Welt bezogen sind, wie Scham, Neid und Trauer.
Besonders geht die Einleitung auf die Arbeiten von Jon Elster, Martha Nussbaum, Richard Wollheim, Peter Goldie und Robert Musil (!) ein.
Der Hauptteil besteht aus einem ABC der Gefühle:
"Achtung und Anerkennung", "Angst", "Ekel", "Glück und Freude", "Liebe", "Mitgefühle", "Neid und Eifersucht", "Scham und Schuldgefühl", "Stolz", "Traurigkeit und Melancholie", "Zorn und andere Aggressionsgefühle".
Alle Gefühlskapitel sind fundiert, umfangreich und lehrreich. Obwohl sie alle eine Handschrift erkennen lassen wird nichts nur schematisch abgehandelt. Immer wieder werden kleine Beispiele zur Verdeutlichung eingestreut. Der Text wird durch den Praxisbezug lesbarer. Die kleine Schrift steht dem etwas entgegen. Ansonsten wäre das Werk aber zu umfangreich geworden. Das Preis- Leistungsverhältnis ist enorm.
Bei Demmerling und Landweer stehen die aktuellen wissenschaftlichen und philosophischen Diskussionen im Vordergrund; dazu immer auch ein Blick in die Geistesgeschichte. Somit ergab sich ein solides und empfehlenswertes Nachschlagewerk für Philosophen, Psychologen, Pädagogen und alle, die den Gefühlen ernsthaft auf den Grund gehen wollen.
Zu loben ist zudem das thematisch gegliederte Literaturverzeichnis. Es hilft weiter.