Pfister unternimmt in seinem Buch den Versuch Philosophie zu lehren und der kleine, aber bedeutende Unterschied zwischen einem Lehrbuch und einer Einführung wird dabei gerne übersehen. Im gewissen Maße taugt das Buch auch zur Einführung da der Autor die, seiner Meinung nach, wichtigsten Probleme der Philosophie kurz vorstellt, bekannte Antworten formuliert, Einwände äußert und gleichzeitig den historischen Maßstab an selbige legt. So beginnt Pfister in der Antike, fragt nach Glück und Freiheit(ausgehend vom Determinismus-Dilemma, dessen Antworten allerdings fast ausnahmslos in der Neuzeit entwickelt worden sind), zieht nach einem kleinen Abstecher ins Mittelalter, in die fühe Neuzeit, skizziert dabei die Portalsfigur Descartes und stellt bekannte Theorien, die die philosophischen Kernprobleme der Neuzeit(z.B. der Beweis für eine Außenwelt, die Natur und Funktion des Geistes oder die Frage nach einer gerechten Gesellschaft) lösen oder überwinden könnten, vor.
Man wird allerdings kaum nach Lektüre dieses Buches seinem Philisophielehrer auf befriedigende Antwort erklären können was der anomale Monismus meint. Das gleiche gilt für den Funktionalismus und den logischen Positivismus. Diese Theorien sind zu umfangreich, als dass man sie auf 2 Seiten hinreichend erkären könnte. Dennoch eignet sich dieses Buch bis zur Schwelle ans 20. Jahrhundert auch sehr gut zur Einführung in die Philosophie; werden doch die wirkungsmächtigsten Philosophen und ihre weitreichendsten Theorien vorgestellt und Einwänden ausgesetzt.
Im 20. Jahrhundert allerdings wird deutlich das ein, auf knapp 300 Seiten angelegtes Lehrbuch, das ganz allgemein die Überschrift "Philosophie" trägt seiner Aufgabe nicht gerecht werden kann. Der Pluralismus hat bekanntermaßen auch vor der Philosohie nicht halt gemacht (wie könnte er auch) und neben einer "Annäherung" in die Sprachphilosophie und Wissenschaftstheorie, die allerdings ein solides Fundament zum Verständnis der analytischen Philosophie setzt, werden ganze Strömungen wie z.B. Phänomenologie, Existenzphilosophie, Gesellschaftsphilosophie und politische Theorie konsequent ausgeklammert. Auch wird nicht auf eigenwillige Genies wie Nietzsche, Kierkegaard oder Heidegger eingegangen. Im Falle Heidegger wird sogar eine aus dem Kontext genommene Aussage unreflektiert verworfen (es wird jedoch darauf hingewiesen dass dies im Sinne Carnaps geschieht).Allen die dieses Buch gelesen haben, sollte klar sein, dass auch Sätze, deren Syntax nicht denen einer idealen Sprache entspricht, etwas bedeuten können.
Bleibt zu sagen dass Pfisters Lehrbuch dennoch eine gelungene Einführung ist, so sie im Unterricht unter Anweisung einer Lehrperson durchgenommen und an entsprechenden Stellen weiterausgeführt wird. Zudem bietet das Buch einen guten Überblick auf die Geschichte der Philosohie, erleichtert den Einstieg in das ihr eigentümliche Denken und weist auf klassische Texte als auch auf - in diesem Sinne gewissermaßen "weiterführende" - Einführungen hin.