Was die beiden Autoren mit ihrem Buch bewirken möchten, ist mir nicht ganz klar.Eine Auswahl von acht Philosophen der Neuzeit werden gewissermassen entkleidet durch eine schonungslose Ausbreitung ihrer problematischen Jugend, ihrer grossen Lebensprobleme hauptsächlich auf dem sexuellen Gebiet und ihrer schwierigen Charaktere. Wollen die Autoren das voyeuristische Bedürfnis heutiger Leser befriedigen oder möchten sie diese Philosophen zu sich und zu uns herunterziehen von ihrem Podest ? Oder geht es ihnen wirklich darum, sie vor peinlicher Heiligsprechung zu bewahren oder um uns selber zu ermutigen, das Wagnis des Denkens einzugehen trotz eigener Dummheit und Beschränktheit, wie sie es formulieren.Es gibt aber auch die Lesart,die an solchen Beispielen erkennt, dass aus normaler Erde und aus Allzumenschlichem geistige Pflanzen besonderer Art hervorwachsen konnten, die es vermochten,Gesellschaften zu beeinflussen und als Meilensteine in der Evolution der Philosophie
angesehen werden. Die Kenntnis der Lebensumstände kann einem auch nachsichtig stimmen für das Urteil über geistige Produkte, die es heute nicht mehr unter die topten schaffen würden.