Ich habe diese Ohrhörer bei Amazon gleichzeitig mit dem Sony MDR-EX57 bestellt um MP3- und MP4-Dateien an einem I-Phone 3 zu hören.
Diese In-Ear-Kopfhöhrer habe ich rd. 20 Stunden fast immer bei fast voller Lautstärke eingefahren und anschliessend rd. 60 Stunden mit MP3- und MP4-Dateien am I-Phone beurteilt (abwechselnd mit den Sony MDR-EX57 und einen Sennheiser HD650 am PC wo die gleichen Dateien durch Synchronisation gespeichert waren).
Es handelt sich um pompöse Filmmusik, Pop-Konzerte, Country and Folk, Opern (z.T. mit schwierigen Sopran-Arien), Klassische Musik ... also Quer durch alle Genres.
Zum Vergleich verfüge ich auch über einen unterirdischen Auditorium mit einer sehr guten Ausstattung (z.B. 8 x 30-cm-Bass-LPs, eine Dutzend Midrange LPs, Titan-Bändchen- und Kalotten-Hochtöner, 4 Yamaha-Verstärker, Sennheiser HD 650 usw.) sowie 2 Fahrzeuge mit Harman-Kardon-Anlage (je mit 12 LPs ausgestattet). Ich bin also schon etwas erfahren und anspruchsvoll.
Für den Hörgenuss am I-Phone 3 wollte ich aber nicht viel Geld investieren und auf keinen Fall 100 Euro oder mehr riskieren aber auch keinen Billig-Ramsch erwerben. So habe ich mich für diese beiden Ear-Kophörer, die wirklich sehr preiswert sind, entschieden. Gerne hätte ich auch einen System von Denon oder Sennheiser mitgetestet, aber sie waren teuerer und 2 Systeme sind schon reichlich.
Im nach hinein war die Entscheidung richtig.
Tatsächlich sind beide Artikeln (Philips SHE9800 und Sony MDR-EX57) hochwertig und liefern Klangerlebnisse, die sehr nah sind an einer sehr teueren Ausstattung. Die Unterschiede sind zwar mit Aufmerksamkeit spürbar aber minimal.
Im Preis-Leistungsverhältnis sind beide Systeme (Sony MDR-EX57 und Philips SHE9800) ausgezeichnet und absolut hochwertig, wenn auch mit leichten Schwächen.
Im Ganzen arbeiten beide Ear-Kopfhöhrer präzise, schnell und Kraftvoll, mit einem hohen Maß an Klarheit und Definition / Auflösung.
Die Sony MDR-EX57 weniger Druckvoll, also etwas geringeren Wirkungsgrad und neigen eher zum Klirren bei hohen Gesangstimmen (z.B. Sarah Brightman in Phantom der Oper oder die Sopran-Arie "Air des Clochettes" aus dem Oper Lakme mit Weltspitze-Sopranen wie Mady Mesplee, Mado Robin, Sutherland etc.). Mir scheint auch, dass der Philips etwas weniger rauscht, wenn auch das Grundrauschen extrem gering erscheint.
Die Philips sind von meiner Sicht, trotz des etwas höheren Preises, die bessere Wahl.
Pompöse Filmmusik von John Williams (ET, Star Wars, The black hole...), John Barry (zahlreiche 007-Themen), Leonard Bernstein oder Pop-Live-Konzerte machen richtig Spaß, egal ob Anschläge der Violinseiten, zartes Zupfen der Harfe, kraftvolles Blasen mit warmen Schwingungsresonanzen der Trompetten, Trombonen, Saxophone oder Trompetten, Elektro-Guitarren (z.B. Hotel California, Sweet Home Alabama, Proud Mary), Combos und Drums (z.B. Paul Simon's Late in the Evening), alles wird absolut kristallklar sehr detailliert, aufgelöst und lebendig wiedergegeben.
Bei einem komplexen Klangteppich mit vollem Einsatz eines Orchesters (z.B. West Side Story) würde ich den Unterschied so formulieren, dass der Referenz-Kopfhörers am Tisch serviert, während die Preiswerten Ear-Kopfhörer Selbsbedienung, also etwas Aufmerksamkeit erfordern. Auch der räumlicher Eindruck ist eine Spur geringer und insgesamt nicht so neutral, also mehr auf Präsenz und Effekte getrimmt, was u.U. nicht vom Nachteil ist.
Wir reden aber hier um marginale Unterschiede im Audiophilen Bereich.
Besonders beeindruckt hat mich die kristallklare Helligkeit und zarte oder u.U. kraftvolle, schnelle Reaktion der Membranen z.B. bei extrem schnellen Klavieranschlägen oder das virtuose Violinspiel von Janine Jansen (Violinkonzertos von Brück oder Mozart), das absolut bezaubernd klingt.
Auch die Dynamik und Präzision haben bei mir Überraschungen ausgelöst, z.B. könnte ich das leise Knarren der Konzertsaal-Bühne als Sutherland und Sumi Jo sich in Richtung Hinteren Bühne bewegen im Endteil des Flower Duetts "viens Malika..." erkennen.
Bei den Aufnahme von La Traviata im Züricher Hauptbahnhof oder die Saison-Eröffnung 2009 mit Carmen bei der Scala di Milano, offenbarten die Philips SHE9800 eine Fülle von Details wie das Klirren der Gläser oder Hintergrundgeräusche in einem Maße, die ich nicht erwartet hatte. Das trägt sehr zu einer schönen, lebendigen Wiedergabe bei.
Fazit:
Besonders die Philips SHE9800 haben mich in Zusammenarbeit mit dem I-Phone 3 sehr angetan.
Der Tragekomfort ist auch i.O., solange man nicht an dem Kabel zieht (die Höhrer sitzen gut, aber nicht übermässig fest) oder fümmelt (Geräuschübertragung).
Auch das eigene Herzschlag kann u.U. als etwas störend empfunden werden, aber das sind Randerscheinungen.
Für das Geld bieten die SHE9800 wirklich sehr viel. Die Bezeichnung High End ist, je nach Anspruchsniveau, vielleicht etwas übertrieben, aber diese Ohrhöhrer sind in meinen Augen und vor allem meinen Ohren wirklich sehr, sehr gut und absolut empfehlenswert.
Angesicht des Preises kann ich nicht anders als 5 Sternen zu vergeben.