Ich benutze die Sonicare Flexcare jetzt seit 3 Wochen und kann mich den vielen 5-Sterne-Rezensionen zum Modell mit UV-Desinfektionseinheit nur anschließen. Die Flexcare ist meiner Meinung nach wirklich das Beste an elektrischen Zahnbürsten, was zurzeit am Markt erhältlich ist. Und das trotz teurer und weniger gut verfügbarer Ersatzbürsten.
Ich habe mich für das Modell ohne UV-Desinfektionseinheit entschieden, weil ich dessen tatsächliche Notwendigkeit anzweifle und bei 110 Euro die Schallmauer meiner Zahlungsbereitschaft für eine Zahnbürste erreicht ist. Notfalls kann ich die Bürste nach einer Erkältung in Desinfektionslösung stecken.
Zugegeben, ich bin länger um einen Kauf herumgeschlichen, denn 110 Euro + teure Ersatzbürsten sind schon ' zumindest im Verständnis meines Bekanntenumfeldes ' verdammt viel Geld für eine Zahnbürste. Schließlich könnte es eine Handzahnbürste für 2,50 Euro auch tun. Aber meine Zähne sind kariesanfällig und in der Verwandtschaft sind bereits Fälle schwerer Parodontitis mit hohen Behandlungskosten aufgetreten. Da ich auch in den nächsten Jahrzehnten kraftvoll zubeißen möchte und meine Zeit nicht im Wartezimmer des Zahnarztes bzw. auf seinem Stuhl verbringen möchte, erschien mir die Investition von 110 Euro grundsätzlich gerechtfertigt.
Allgemeinen Bemerkungen zu elektrischen Zahnbürsten
Nach jahrelanger Erfahrung mit elektrischen Zahnbürsten zwischenzeitlicher Nutzung von Handzahnbürsten muss ich mich immer noch wundern, dass es Studien gibt, die die praktischen Putzergebnisse einer Handzahnbürste mit denen einer elektrischen Markenzahnbürste neuerer Generation (sagen wir ab Oral-B Professional 5000) auf eine Stufe stellen. Ja, klar mit der Bass-Technik soll man rein theoretisch super Ergebnisse erzielen können. Aber mal ehrlich, kennen Sie jemanden außerhalb des Zahnmedizingewerbes, der von dieser Technik gehört hat, geschweige denn sie 2 x täglich mustergültig anwendet? Ich nicht. Nein, ich meine, die Zeiten sind vorbei, da man elektrische Zahnbürsten zu Recht als Spielzeug für Faule und Technikfreaks abtun konnte. Die kleinen Zahnputzmaschinen haben sich in meinen Augen als äußerst sinnvolles Werkzeug zur Vermeidung von Zahnerkrankungen entwickelt. Und wehe, es droht jemand mit dem Stromverbrauch. Die Flexicare hat maximal 2 Watt. 2-mal täglich 3 min 365 Tage putzen, bedeuten pro Jahr 0,073 kWh eventuell plus Ladungsverluste, im Vergleich zu anderen Stromfressern ist das lächerlich.
Vorteil Flexcare:
Nach 3 Wochen stelle ich fest, dass die Flexcare meine Anforderungen an eine elektrische Zahnbürste, die vor allem in der Putzleistung besteht, überragend besser erfüllt als meine alte Oral-B Professionell 7000. Stellvertretend könnte man hier auch die Oral-B Triumph nennen, da diese in den entscheidenden Basisspezifikationen des Putzsystems (rotierend-oszillierend mit 40000 Vor-und Rückwärtsbewegungen und 8800 Seitwärtsbewegungen) identisch ist mit der Oral-B Professionell 7000. Nur teurer durch überflüssige Spielerei.
1. Putzleistung: Hier bin ich immer wieder begeistert von der Flexcare. VIEL bessere Putzleistung als bei der Oral-B Pro. Reinigungszustand konnte ich mit der Oral-B Pro trotz längeren Putzens so nie erreichen, eher schmerzte das Zahnfleisch, nach dem Putzen mit der Flexcare ertastet die Zunge nur glatte Zähne, keine 'rauen', plaqueverseuchten Bereiche mehr
2. Zahnfleischschonung: Das Zahnfleisch wird auch bei längerem Putzen kaum beansprucht, im Gegenteil, es wird massiert und gestärkt, bekomme keine kleinen 'Beulen' wie nach längerem Putzen mit der Oral-B Pro
3. Akku: Längere Akkulaufzeit, da fortschrittlicher Li-Akku, über Langzeitverhalten der Akkuladekapazität kann ich noch keine Aussage machen
4. Akku: Leistung der Zahnbürste bleibt mit Abnahme der Akkukapazität stabil, nicht wie bei der Oral B Pro, die mit schwindendem Akku langsamer wird
5. Akku: Differenziertere Ladestandanzeige (3 Balken), nicht nur eine Diode wie bei der Oral B
6. Ladegerät: handliches Reiseladegerät auch mit 110 V für die USA
7. Timer: Kein längeres Aussetzen des Putzvorganges wenn ein Putzbereichswechsel signalisiert wird, das hat mich bei der Oral B Pro schon manchmal genervt
8. Verarbeitungsqualität und Verschmutzungsgefahr: Sehr wenige Quellen für Verschmutzungen, Gerät und Ersatzbürste haben kaum Vertiefungen, guter Übergang zwischen Gerät und Bürste, die Bürsten der Oral B haben Zwischenräume, in denen sich Schmutz ansammeln kann
9. Design: schön schlank mit dezenten Farben, wenig Ecken und Kanten, moderner Look, sieht"erwachsen" nach "Hitech", "Gesundheit" und "Wellness" aus, Oral B Pro finde ich vom Aussehen auch ok, diese überflüssige Box der Oral-B Pro 7500/8500, die samt der Bürsten verdreckt, hatte ich Gottseidank nie, die Triumph wirkt gegen die Flexcare "plump" und "sperrig"
10. Lautstärke: Leiser als Oral B Pro, der Ton ist nicht so ratternd
11. Putzprogramme: Sind mir persönlich unwichtig, für die Grundtechnik irrelevant, außerdem, weiß ich bei zweimal täglichem Zähneputzen selbst am besten, in welchem Zahnbereich ich wie viel Zeit investieren muss, ein leistungsgedrosselter 'Massage- oder Sensitivmodus' brauche ich auch nicht unbedingt, dennoch sind die Programme bei der Flexcare sehr übersichtlich und in sich logisch, für einige Nutzer garantiert zu empfehlen
Kleinere Nachteile trotz aller Begeisterung über herausragende Putzleistung
1. Verhältnis Preis Ersatzbürsten/Abnutzung (jährlich notwendige Bürstenkosten): Ich fürchte, die Bürsten werden nicht allzu lange halten, jedenfalls wesentlich kürzer als die Flexibürsten von Oral-B, die ich höchstens alle 7 Monate wechseln musste (zwischendurch desinfiziert). Dafür sind die ProResult Mini mit zurzeit 24,99 Euro im Dreierpack kein Schnäppchen. Ich möchte nicht wissen, wie hoch oder besser niedrig die reinen Herstellungskosten sind. Hier wird wohl eine Druckerpatronen-Strategie gefahren. Leider könnte dieser Umstand neben des hohen absoluten Gerätepreises viele Leute vom Kauf abschrecken und ihnen damit eine äußerst sinnvolle Gesundheitsprophylaxe entgehen
2. Verfügbarkeit der Ersatzbürsten: Viel schlechter als bei Oral-B-Bürsten. Die ProResult Mini scheinen überhaupt noch nicht verfügbar zu sein, die ProResult Standard gibt es nicht in allen Drogerien. Auch sind mir keine Sonderaktionen, bei denen man sich günstig eindecken kann, bekannt
3. Gerätepreis: Hoher absoluter Preis für eine Zahnbürste <> aber Risiko hoher Behandlungskosten durch Karies- oder Parodontitis wird deutlich reduziert; professionelle Zahnreinigung kostet auch mindestens 50 Euro.
4. Die Easystart-Funktion, welche zum Gewöhnen an die Vibrationen gedacht ist, halte ich persönlich für absolut überflüssig. Ich empfand keinen gewöhnungsbedürftigen oder gar unangenehmen Unterschied zu anderen elektrischen Zahnbürsten. Aber anscheinend ist das - wie andere Rezensionen zeigen - individuell verschieden. Gott sei Dank kann man diese Funktion abschalten, insofern kein wirklicher Nachteil.
5. Herstellungsland: Wird nicht wie die Oral B Professional in Deutschland sondern in den USA zusammengebaut <> bei einem so großem Produktunterschied ist das aber leider zweitrangig
Sollten sich weitere Nachteile in der Langzeiterfahrung ergeben, werde ich sie hier mitteilen.
Frühere Erfahrungen mit elektrischen Zahnbürsten
Meine erste elektrische Zahnbürste war eine Oral B 3D Excel. Reinigungswirkung ließ irgendwie schnell nach. Danach 2 Jahre Handzahnbürste. Dann nach Zahnarztbesuch eine Oral-B 5000. Sie war mit 29 Euro relativ günstig und auf jeden Fall besser als eine Handzahnbürste. Schließlich ein neues Handstück der 7000er Serie für 40 Euro (inkl. Versand), die alte Ladestation verwendete ich weiter. Im Bereich der Nichtschallzahnbürsten ist sie gemessen an den wichtigsten Leistungsdaten (NiMH-Akku, 40000 Vor-und Rückwärtsbewegungen, 8800 Seitwärtsbewegungen) nach wie vor das Spitzenmodell von Braun. Die 8500 Serie und die Triumph haben grundsätzlich das gleiche Putzsystem mit den gleichen Daten plus irrelevanten Schnickschnack, der einen immensen Aufpreis rechtfertigen soll. Das ist reines Marketing. Überhaupt fährt Braun zumindest in Deutschland die bessere Vermarktungsstrategie. In den großen Drogerieketten und Elektrofachmärkten sind vor allem Oral-B Geräte und Ersatzbürsten erhältlich inklusive zahlreicher Sonderaktionen, so dass man für eine Ersatzbürste bei der 7000er teilweise nur 2,5 Euro zahlt. Außerdem spielt die Meinung des Zahnarztes auch eine ziemlich große Rolle. Meiner hielt von Schallzahnbürsten (u.a. wegen des zu großen Bürstenkopfes) nicht so viel und setzte sich überhaupt für Oral-B ein. Und wer sich einmal für ein System entschieden hat, wechselt nicht so schnell. Im nach hinein bin ich selbst überrascht, wie stark man doch auf einen Hersteller fixiert ist.
Warum nicht früher / Warum nicht Oral B Sonic Complete / Meine Barrieren für Systemwechsel
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