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Seit ich das iPhone besitze, lade ich es nachts im Apple Universal Dock und nutze es zudem als Wecker. Da ich mich ungern mit brachialer (akustischer) Gewalt aus den Träumen reissen lasse, musste ich mir notgedrungen zunächst ein paar angenehmere Klingeltöne zurecht zimmern. Ich gebe zu: bis das Meeresrauschen und das Vogelzwitschern im Wecker-App zur Verfügung standen, ist reichlich Zeit vergangen ' wenngleich der Aufwand sich am Ende gelohnt hat. Eine Alternative wäre das PHILIPS Wake-Up Light mit iPod/iPhone-Integration. Möglicherweise.''
Ein Wake-Up Light ist im Prinzip ein schick-schlichtes kleines Multimediazentrum auf dem Nachttisch. Es funktioniert nicht nur als Wecker (die Anzeige der Zeit ist unaufdringlich und dennoch auch am Tage gut lesbar), sondern auch als Lampe und Radio ' sowie in diesem Fall auch als iPod/iPhone-Ladestation. Während Benutzer von älteren Modellen des Wake-Up lights über Mängel bei der Verarbeitungsqualität geklagt haben, macht das aktuelle Modell einen soliden und guten Eindruck. Der Aufbau und die Inbetriebnahme gehen schnell und einfach vonstatten, wenn man sich an die Bedienungsanleitung hält. Selbsterklärend ist das Produkt nicht, das Handbuch sollte also gut aufbewahrt werden. Laut Verpackung ist das Gerät kompatibel mit diversen iPod-Modellen sowie dem iPhone 2G und dem iPhone 3G. Es funktioniert allerdings auch problemlos mit einem iPhone 3G S.'
'Kernfunktion ist, wie der Name 'Wake-Up Light nahelegt, das Wecken durch einen 'simulierten Sonnenaufgang', dessen Lichtintensität individuell voreingestellt werden kann. Dieser durchaus angenehme Effekt wird medial ergänzt, indem nach voller Lichtaufblendung ganz langsam ein zusätzliches, akustisches Signal eingeblendet wird. Das Wake-Up light bringt von Haus aus neben einem überraschend angenehmen 'Piepton' einige wenige weitere akustische Signale mit: Vogelzwitschern, Glockenspiel und Urwaldtrommeln. Alternativ kann ein frei wählbarer Radiosender wiedergegeben werden. Alles Weitere (so auch das Meeresrauschen) bleibt der Kreativität des Kunden überlassen.
Übrigens, wer zum Einschlafen gern ein Hörspiel hört, kann das Gerät auch als Einschlaf-Hilfe verwenden: Im optional einstellbaren 'Dusk-Mode' werden Ton und Licht langsam reduziert.' '
Mitgedacht wurde bei den Adaptern ('Cradles') für die Ladestation: Diese sind für diverse Modelle vorhanden und verfügen über nicht schöne aber absolut sinnvolle Stützen auf der Rückseite der einzusetzenden Geräte. Bei Bedienung im Dock befindlicher Geräte wird dies der Lebensdauer der Dock-Connectoren sicherlich zuträglich sein. Schade allerdings, dass PHILIPS hier nicht noch ein Stück weiter als Apple denkt, denn wie bei anderen Produkten auch sind passende Adapter für iPhones in Hartschalen nicht vorhanden ' hier bleibt nur die Nutzung ohne Adapter. '
'Wo viel Licht ist, ist bekanntlich auch viel Schatten. Besonders dann, wenn das Leuchtmittel sein Lebensende erreicht hat. Offenbar ist nicht vorgesehen, dass der Kunde es selbstständig wechselt. Das Wake-Up Light mit seinem sehr selbstbewussten Verkaufspreis muss sich noch weiteren Kritikpunkten stellen, denn es wurde scheinbar an mehreren Stellen nicht ganz zu ende gedacht.' '
Aufstellung des Gerätes:
Leider kann das integrierte Dock nur an einer Seite der Lampe angebracht werden. So läßt es sich links vom Bett problemlos aufstellen, rechts vom Bett kann ist es möglicherweise eher ungünstig.' 'Nutzung als Nachttischlampe: Es fehlt ein separater Schalter. Das Licht kann nur durch Drücken des obersten der drei Multifunktions-Drehschalter eingeschaltet werden. Diesen nachts spontan ausfindig zu machen und zu aktivieren, ohne dass dabei die Lichtintensität oder anderes verändert wird, ist eine echte Herausforderung. Und trübt die Begeisterung.' '
Weckfunktion:
In einer Zeit, in der Flexibilität gefragt ist, ist es nicht nachvollziehbar, weshalb nur eine einzige Weckzeit einstellbar ist ' und nicht zumindest noch nach Wochentagen unterschieden werden kann. Zudem scheint bei PHILIPS niemand auf den naheliegenden Gedanken gekommen zu sein, zumindest optional Licht- und Toneinblendung parallel ablaufen zu lassen. Da die Audioeinspielung erst nach voller Lichtaufblendung beginnt, hat man nicht immer viel davon, denn oft ist man bereits wach. Zwischenzeitlich habe ich jedoch von der akustischen Weckfunktion profitiert, denn trotz funktionierender Lampe hat mich das Wake-Up light auch schon (ohne nachvollziehbaren Grund) ohne Lichteinblendung geweckt. Und weshalb wird die 'Snooze'-Funktion (Schlummertaste) mit einer vordefinierten und nicht individuell änderbaren Zeit von 9 Minuten belegt? Weshalb kann ich sie lediglich für den Weckton, nicht aber für das Licht nutzen?'
'Ton:
Die Tonausgabe der Wake-Up Lights ist nicht schlecht. Sie ist allerdings auch nicht als ernstzunehmendes akustisches Erlebnis zu bezeichnen. Ich würde das Gerät gern durch den Anschluss von hochwertigen Aktivboxen aufwerten, doch dies ist nicht möglich ' denn es gibt keine Ausgangsbuchse.
Noch etwas ist aus Nutzersicht nicht nachvollziehbar: Stellen Sie sich vor, sie gehen ins Bett und Ihr Partner schläft bereits. Sie stellen das iPhone in's Dock des Wake-Up Lights, legen sich hin, drehen sich auf die Seite ' und plötzlich schallt es ihnen Laut vom Nachttisch entgegen! Jedes mal, nachdem Sie das iPhone (oder den iPod) mit dem Wake-Up Light verbinden, beginnt die Musikwiedergabe automatisch nach etwa 1 Minute. Das kann begeistern, muss es aber nicht' '
Fazit:
Das Philips HF3490/01 Wake-up Light Music inklusive Dockingstation für iPod/iPhone ist auf den ersten Blick ein attraktives, innovatives Gerät. Es birgt allerdings deutliches Entwicklungspotenzial und ist (gemessen am sehr hohen Preis) eine kostspielige Investition. Es eignet sich sicherlich durchaus als originelles Geschenk für iPod- und iPhone-Fans. Aufgrund der oben genannten Kritikpunkten bezweifle ich jedoch, dass es bei Eigenanschaffung in jedem Fall auch ein Garant für vollkommene Zufriedenheit ist.