Nachdem der Kaffee aus meiner alten Senseo langsam aber sicher an Geschmack verlor, hatte ich nun die Qual der Auswahl eines Nachfolgeproduktes, welches wieder möglichst schnell und unkompliziert einen guten Alltagskaffee brauen sollte.
Auf Cappucino, Latte Macchiato oder Espresso kann ich verzichten, für mich fallen die eher mäßigen Ergebnisse bei deren Herstellung für mich nicht ins Gewicht.
Somit brauchte die Maschine auch keine Milchaufschäumfunktion und möglichst groß sollte die Auswahl beim Kaffee sein und vergleichsweise preisgünstig um hohe Folgekosten zu vermeiden.
So fiel die Wahl dann vor allem aufgrund des Designs und ihrer Bewährtheit in der Vergangenheit wieder auf eine Senseo-Maschine, im direkten Vergleich sagte mir die vielgelobte Maschine von Petra dann einfach vom Äußeren her nicht zu.
Nach einer Begutachtung im örtlichen Supermarkt kam also die weiße Variante auf meinen Weihnachtswunschzettel.
Das erste, was mir leider negativ auffiel, war die Tatsache, dass leider kein Produktbundle mit einem Starter-Set zu bekommen war, bzw. dass nicht zumindest zwei der eckigen Tassen mitgeliefert werden, sie befinden sich immerhin auf der Produktverpackung und es hat schon den Anschein unlauterer Werbung, dass sie nicht beiliegen. Das wusste ich zwar vorher, dennoch es hat leider einen schalen Beigeschmack. Gerade zu Weihnachten hätte ein Starter-Set einen guten Eindruck gemacht.
Die Maschine wurde von amazon wie gewohnt zuverlässig geliefert und gut verpackt.
Es liegen zwei Padhalter bei, einer für eine Tasse und einer für zwei Tassen, der auch für beispielsweise Cafè Choco verwendet werden kann.
Die Maschine sieht schick aus, der Klavierlack macht was her und die Verarbeitung macht mir einen hochwertigeren Eindruck als bei meiner alten Senseo, vor allem der feste Verschluss des Deckels und die Padhalter-Halterung wirken sehr stabil (bei meiner alten Maschine ist er mir irgendwann herausgebrochen, konnte aber ersetzt werden).
Der Wassertank fügt sich gut ins Bild ein, das Abstelltablett für die Tassen fällt etwas von Gesamteindruck ab, wirkt etwas instabil.
Die Inbetriebnahme der Maschine war wie gewohnt äußerst simpel und schnell, es muss einmal der komplette Wassertank durchlaufen um die Teile zu spülen, das dauert weniger als fünf Minuten und schon ist die Maschine einsatzbereit.
Die Handhabung kann einfacher nicht sein, der Wassertank wird befüllt (was leider eine etwas hakelige Angelegenheit ist) und man schaltet die Maschine ein. Pad (oder zwei für zwei Tassen) in den entsprechenden Halter eingelegt, Deckel schließen und sobald der Schalter nicht mehr blinkt den Knopf für ein oder zwei Tassen drücken und der Kaffee fließt in die Tasse.
Das Aufheizen geht recht schnell und der Kaffee richtig heiß, was eine Verbesserung zur alten Maschine darstellt, es kann also auch ein Schuss kalte Milsch hinzugegeben werden ohne gleich lauwarmen Kaffee zu fabrizieren.
Leider ist das Metalltablett nur sehr lose in die Tassenhalterung eingelegt, so dass es ständig wackel und sich ab und an auch bei der Zubereitung die Tassen bewegen. Das hätte man meiner Meinung nach besser lösen müssen.
Anfangs schwankte der Druck etwas bei der Zubereitung und zunächst kam nur sehr helles Wasser heraus und dann erst dunkler Kaffee, was den Geschmack verwässert hat. Nach ca. 10maligem Gebrauch hat sich das deutlich gegeben, ein Problem, was auch bei meiner alten Maschine nach längerer Zeit ohne Benutzung auftrat.
Ich bin vom Geschmack des Kaffees nicht mehr ganz so begeistert wie früher, was aber nicht an der Maschine liegt sondern einfach, dass sich mein Geschmack wohl verändert hat, Senseo liegt halt geschmacklich näher an eine kräftigen Filterkaffee als an einem guten Espresso, aber ich bin dennoch zufrieden.
Der eindeutig größte Pluspunkt neben der einfachen Bedienbarkeit liegt bei der Kaffeeauswahl, man ist nicht an den Partner-Hersteller Douwe-Egberts gebunden und kann überall im Einzelhandel sowie im Internet Kaffeepads in großer Sortenauswahl bekommen. Meine Favoriten sind bisher Dallmayr Prodomo bzw. Eduscho Gala.
Der Verbraucher kann hier also frei zwischen Edelpad (z.B. Lavazza) oder Discount-Ware (die nicht schlecht sein muss) entscheiden.
Ebenso von verschiedenen Herstellern gibt es weitere Kaffeeprodukte wie Espresso, Cappucino, Cafe Vanille, Latte Macchiato und ähnliches, mitlerweile auch heiße Schokolade oder gar Tee.
Ich habe davon noch nicht sonderlich viel ausprobiert, da mir eben hauptsächlich an meiner Tasse Kaffee am Tag gelegen ist.
Wenn ich es probiert habe, fand ich es eher mäßig, wie z.B. den Cafè Choco von Douwe Egberts.
Ich habe zusätzlich noch einen "Hot Choco" - Padhalter geschenkt bekommen, das werde ich dann doch mal probieren, kann nur generell sagen, dass diese Dinge dann geschmacklich bisher nie mit der Dolce Gusto mithalten konnten, die einfach mit viel mehr Druck arbeitet.
Mein Fazit:
Kontra:
- Keine Tassen als Starterset im Paket, obwohl mit deren Abbildung geworben wird
- Original Zubehör überteuert (Stichwort Tassen)
- Verarbeitung des Tassentabletts qualitativ minderwertig
- hakeliger Einsatz des Wasserbehälters
- Kaffee könnte mit etwas mehr Druck eventuell vollmundiger schmecken
Pro:
- Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut (ich beziehe mich auf den amazon-Preis)
- tolles Design, für diese Preisklasse hochwertige Anmutung (bis auf Tassentablett)
- einfachste Handhabung
- leichte Reinigung, alle abnehmbaren Teile sind spülmaschinenfest
- Verarbeitung wirkt insgesamt sehr solide
- große, vielfältige Auswahl an Kaffeepads, Espresso, Spezialitäten, ebenfalls Kakao und Tee erhältlich
- geringe Folgekosten durch fehlendes Preismonopol bei den Pads
- guter Geschmack im Gegensatz zu Filterkaffee (abhängig vom verwendeten Pad)
- Schöne Crema auf dem Kaffee
Gesamt:
Ich empfehle diese Maschine für Wenig- Mäßig häufige Kaffeetrinker, die schnell und einfach mal eine Tasse Kaffee mit Crema trinken wollen und denen eine große Auswahl bei den Kaffeesorten wichtig ist.
Die Kaffeespezialitäten wie Latte Macchiato sehe ich eher als Gimmick, wenn man keine hohen Erwartungen an deren Qualität hat, deshalb eine Senseo zu kaufen, würde ich für eine Fehlinvestition halten.
Ich habe mit der Maschine so ziemlich das bekommen, was ich mir vorgestellt habe, ein sehr gutes, solides Produkt, was ein paar Schönheitsfehler hat, die es die Höchstwertung kosten.