Nach gut zwei Jahren ist bei mir bisher jede Senseo hinüber gewesen. Angesichts des eher exzessiven täglichen Gebrauchs will ich mich darüber gar nicht mal beschweren - obwohl es manchmal scheint, als ob gut berechnete Sollbruchstellen ihren Auftrag erfüllen. So war beispielsweise einmal der Federstab gebrochen, der den Hebel zum Öffnen in offenem Zustand oben hält. Das ist ein etwa zehn Zentimeter langer dünner Stahlstab im Kopfdeckel, der beim Schließen gebogen wird und so als Feder fungiert. Nähme man da guten Federstahl, hielte der sicher ewig... Aber nun gut.
Jetzt musste ich das aktuelle Modell kaufen, weil das bisherige einfache (die "Ur-Senseo") nicht mehr zu bekommen war. Um den anderen Bewertern hier beizupflichten: Die neue ist definitiv lauter (besonders in der Anfangsphase jedes Brühens "rappelt" und "scheppert" sie sehr), und der Kaffee wird nicht mehr so heiß. Punkt.
Ich habe sie trotzdem behalten, weil es leider meiner Ansicht nach keine Alternative gibt, die ähnlich praktisch ist. Ein paar schöne Details gibt es ja: Der Padhalter ist durch den höheren Rand schöner zu bedienen, die neue Entkalkungsautomatik ist auch ganz praktisch.
ABER: Warum bekommt Senseo das mit der Qualität nicht hin? Warum sind Nachfolgemodelle lauter und nicht leiser? Und was ist mit dem Design? Dem erste Senseo-Design gehört meiner Ansicht nach ein Stammplatz als Klassiker im New Yorker Museum of Modern Art, gleich nehmen den Ur-Mac und dem Braun-Design der 70er. Die gebogene Säule, die schlichte linsenförmige Abstellplatte, das schnörkelose wie funktionale Gesamtkonzept - einfach großartig.
Und jetzt? Ein vielfach geformter Wassertank, die Auflösung der Säule durch den komischen konischen Deckel, der im Bereich der Schaltknöpfe stillos geformte Fuß - was soll das? Hat man da Praktikanten in der Designabteilung beschäftigt oder das ganze Ding gleich komplett in China entwickeln lassen? Wenn es insgesamt wenigstens besser geworden wäre mit Blick auf Geräuschemission und Kaffeegeschmack - aber so...
Wie gesagt: Ich benutze jetzt mangels wirklicher Alternativen das neue Produkt. Aber ich ärgere mich täglich darüber, was Senseo diesem zuvor einzigartigen optischen wie funktionalen Design angetan hat. Vom Kult der Stilikone Senseo ist nur eine Pad-Kaffeemaschine übriggeblieben. Wirklich bedauerlich.
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Nachtrag 8 Wochen später: Ich hätte das Gerät nicht behalten sollen. Die Geräuschemission (u.a. klirrende Resonanzen von der Pumpe) und vor allem der im Vergleich zum Vorgänger minderwertige Kaffeegeschmack hat mich dazu bewogen, das Gerät zu verschenken. Stattdessen habe ich in einen ganze-Bohnen-Vollautomaten investiert. Teuer, aber endlich habe ich meinen "Kaffee-Frieden".