Fast hätte ich das Ding gleich wieder zurückgeschickt.
Am meisten störte mich das schwere Netzteil, der Klotz wiegt 320 Gramm. Für den Hausgebrauch ist das zwar irrelevant, doch wenn man verreisen möchte, dann nervt der kiloschwere Beutel mit den ganzen Netzteilen der verschiedenen Geräte. Daß Phillips es durchaus besser kann, sehe ich an meinem Rasierer "Smarttouch XL", dessen Netzteil wiegt mit 84 Gramm deutlich weniger als ein Drittel und hat dabei auch noch die doppelte Leistung (also Voltampere).
Ein weiterer Kritikpunkt wäre die Batterie, es sind keine Li-Ion-Zellen, sondern schnöde Metallhydridakkus. Diese sind zu allem Überfluß auch noch fest verlötet und nicht etwa gesockelt, wie es selbst bei meinem vorherigen, billigen Discounter-Trimmer der Fall war; als seinerzeit dessen Batterien ihren Geist aufgaben, konnte ich problemlos normale AA-Batterien bzw. Akkus einsetzen. Stattdessen heißt es jetzt im Handbuch des neuen Philips-Trimmers hierzu: "Entfernen Sie den Akku mit einem Schraubenzieher von der Platine. Biegen und drehen Sie ihn so lange, bis die Verbindungen abbrechen".
Dies heißt für mich nichts anderes, daß am Ende der Lebensdauer der Akkus auch der Betrieb des Trimmers nur noch eingeschränkt mittels Kabel möglich ist ... dabei hatte ich doch ganz bewußt ein kabelloses Gerät mit Akku gekauft.
Behalten habe ich das Gerät schließlich wegen seiner guten und sanften Schneidleistung, man kann sich auch grob auf die Schnelle rasieren, ohne daß irgendwo die Haut verletzt ist. Zum Test hatte ich mich mal grob und zügig rasiert und anschließend Rasierwasser aufgetragen - nichts. Die Haut war nirgends verletzt.
Besonderen Gefallen habe ich am wechselbaren Schneidkopf, es gibt nämlich neben dem normalen Schneider (32mm breit) auch noch einen zweiten, ungleich knackiger zupackenden Präzisionstrimmer (15mm breit). Dieser schneidet das Barthaar ca. zwei Drittel kürzer als der andere Kopf. Komischerweise werden die beiden Köpfe in der Werbung mit keinem Bild gewürdigt - für mich waren sie entscheident, daß ich das Gerät behalte. Trotzdem muß man aber sagen, daß nach der Rasur mit diesem "Hochleistungstrimmer" sehr wohl etwas Rasierwasser aufgetragen werden sollte.
Zur Ehrenrettung einiger Erstrezensenten sei gesagt, daß dieser Trimmer offenbar von Philips ohne Namensänderung weiterentwickelt worden ist und solche Problem wie der "zu leichtläufige Einstellring" ausgemerzt wurden. Und noch etwas: Es finden sich wahrscheinlich deswegen so viele Beurteilungen hinsichtlich der Haarschneidequalitäten, weil die STIFTUNG WARENTEST vor einiger Zeit urteilte, daß in deren Test selbst der schlechteste Barttrimmer noch immer besser abschnitt als der beste Haarschneider.
Die "Aufbewahrungstasche" ist übrigens eher ein Sack mit Klettverschluß. Das Gerät wird hierin beim Transport kein bißchen geschützt.