Ich habe uns den Philips-Fernseher wegen dem eingebauten DVB-S-Receiver mit Aufnahmemöglichkeit über usb und dem NetStreaming per SimpleShare gekauft. All das ist in seiner Funktionalität leider sehr eingeschränkt:
Timeshift: Wenn man per usb eine Festplatte an den Fernseher anschließt, beginnt er sobald man ihn anschaltet automatisch, das Gesehene aufzunehmen. Eigentlich sehr praktisch, da man jederzeit pausieren oder zurückspulen kann, wenn man mal etwas akustisch nicht verstehen konnte, weil wer dazwischen gequatscht hat. Manchmal sieht man aber auch etwas, was man am nächsten Tag noch einmal seinen Lieben zeigen möchte. Beim Philips leider nicht machbar: Sobald man den Fernseher aus- oder auch nur umschaltet, löscht der das Aufgenommene. Gnadenlos, nicht zu verhindern, nicht abstellbar. Auch nicht so toll: Die maximale Zeit des Timeshift beträgt 1,5 Stunden fix. Wenn ich den 20:15-Abendfilm also per Timeshift aufnehme und erst um 22:00 Uhr zu sehen beginne, werde ich überrascht feststellen, dass die ersten 15 Minuten bereits gelöscht wurden...
Die Aufnahmefunktion des integrierten DVB-S2-Receivers: Man kann hier eine externe Festplatte an den Fernseher anschließen, um auf dieser Sendungen aufzunehmen. Es gibt allerdings keinen Aufnahmeknopf. In der Praxis bedeutet das, dass ich mich, um etwas, das gerade läuft, außerhalb der selbstlöschenden Timeshift-Funktion aufnehmen zu können, erst die EPG (Elekronische Programmzeitschrift) aufsuchen muss, um die Sendung, die gerade läuft, auswählen und aufnehmen zu können. Dafür sind minimum 8 Tastendrücke fällig, die ich aber nicht mal eben durchklickern kann, weil ich an 2 Punkten noch jeweils ein ca. 5 Sekunden auf Bereitschaft warten muss, bis ich weiterdrücken kann. Aber Achtung: Die EPG kann ihre Daten nicht über Satellit beziehen, sondern funktioniert nur, wenn der Fernseher über Netzwerkkabel oder einen Philips-eigenen, optionalen, WLAN-Adpter mit dem Internet verbunden wird. Im Klartext: Keine Verbindung zum Internet, keine Aufnahme!
Während der Aufnahme habe ich zwei Möglichkeiten, etwas mit dem Fernseher anzufangen: Ich kann mir entweder das, was gerade aufgenommen wird, in Echtzeit ansehen. Oder abschalten (der Fernseher nimmt dann weiter auf). Dass man nicht einen anderen Sender gleichzeitig schauen kann, ist normal, da der zweite Sender (wenn er nicht auf dem gleichen Transponder läuft, aber das nur am Rande) einen zweites Empfangsteil bräuchte. Aber mit dem Philips kann ich noch nicht mal in der gegenwärtigen Aufnahme zurückspulen oder pausieren. Das kann eigentlich jeder Billig-Sat-Receiver mit PVR-Funktion. Nur Philips selber weiß, warum der hier verbaute nicht. Nun gut, man arrangiert sich. Man schließt zum Beispiel seinen PC an den vga-Anschluss an und zockt darüber oder schaut einen Film. Bloß leider -man ahnt es schon- ist der Fernseher während einer Aufnahme auch dafür gesperrt'Multitasking kommt bei diesem Gerät nicht vor.
Um auf die gespeicherten Aufnahmen zugreifen zu können, muss ich über die EPG gehen. Okay, wenn man es weiß. Aber: Bis der von da aus eine Liste mit 4 oder 5 gespeicherten Aufnahmen geöffnet hat, kann schon mal eine knappe Minute vergehen.
Der Fernseher formatiert die Festplatte in einem eigenen Format, dass kein PC lesen kann. Ergo: Keine Sicherung oder Bearbeitung der Aufnahmen möglich. Ebenso entfällt hiermit die Möglichkeit, die Festplatte nebenbei noch als Datensicherungsmedium zu nutzen. Evtl. als Notlösung per Partitionierung, das habe ich noch nicht getestet.
Filmwiedergabe über USB: mkv-Dateien laufen nur mit AC3-Tonspur, DTS kann er nicht (das ist allerdings meines Wissens bei allen Geräten (außer Computern und Hardware-Mediaplayern für's Wonzimmer) so, die Filme von einer Festplatte wiedergeben können so und hat wohl Lizenzrechtliche Gründe). Die Anordnung der Filme in der Ordneransicht erfolgt (genauso, wie beim Zugriff über's Netzwerk) untereinander, die Sortierung erfolgt zwar nach Buchstaben, aber nicht alphabetisch: Los geht es mit Nummern, aber dann folgen die verschiedenen Buchstaben in willkürlicher Reihenfolge. Es ist hier nicht möglich, den Knopf der Fernbedienung fest zu halten, um durch die Liste zu rauschen (in einigen Systemeinstellungsmenüs geht das, in anderen nicht'). Ebenfalls ist es nicht möglich, Buchstaben direkt über die Zahlentasten anzusteuern, obwohl diese auf der Fernbedienung entsprechend gekennzeichnet sind (2abc, 3def usw.). Bei größeren Filmordnern insgesamt eine Zumutung.
Fazit Filmwiedergabe über USB: Zum avi-Dateien ansehen eingeschränkt brauchbar.
SimpleShare: Eine weitere in der Theorie sehr schöne Möglichkeit mit dem Philips Fernseher Filme oder Fotos anzusehen, ist die Möglichkeit, über das Heimnetzwerk auf einen PC zuzugreifen und von dort aus die Dateien direkt auf dem Fernseher anzusehen. Dafür muss ich die Medienbibliothek einer Streamingsoftware(Windows Mediaplayer oder TVersity z. Bsp.) mit den Videos und/oder Fotos auf meiner Festplatte füllen, damit diese diese dann dem Fernseher zur Verfügung stellen kann. Mit Fotos funktioniert das sehr gut. Mit Filmen tauchen in der Praxis derart viele Probleme auf, dass man es genauso gut lassen könnte:
- Auch hier gilt: DTS-Tonspuren kann er nicht, nur AC3. Das trifft für die meisten mkv-Dateien auf meinem Rechner zu. In der Praxis bleiben da nur avi-Videos. Aber'
- 'über das Netzwerk gestreamte Videos lassen sich nicht spulen. Laut Internet-Forum soll das nur mit mpeg2-Dateien gehen, aber wer hat so was schon auf dem Rechner?
- Daneben tauchen sporadisch noch Probleme auf, wie dass nur alle Filme bis zu einem gewissen Buchstaben angezeigt werden.
Fazit SimpleShare: Für Fotos gut, für Filme weder "simple" noch brauchbar.
Die Fernbedienung: Diese ist breiter als übliche Fernbedienungen und darum schlechter zu umgreifen. Zusammen mit der seidigen Unterseite bewirkt das, dass sie mir schon das eine oder andere mal aus der Hand gerutscht ist (habe normal große Männerhände). An die Anordnung des Steuerkreuzes mit zusätzlichem Außenring konnte ich mich innerhalt vier Tagen nicht gewöhnen. Häufig muss man mehrmals drücken, bis eine Reaktion erfolgt.
Die Menüführung: Würde ich als durchschnittlich bezeichnen. Das meiste findet man schnell, manches muss man suchen. Das Menü ist allerdings vom Design her eine Augenweide, schlicht gehalten und mit Transparenz. Diesbezüglich hat jemand gute Arbeit geleistet!
NetTV: Hier kann man zum Beispiel auf die Online-Mediatheken der Fernsehsender zugreifen. Bis ein hier ausgewähltes Video zu spielen beginnt, dauert es gerne mal ein halbe Minute (bei 6000er DSL). Da die gleichen auf dem PC fast ohne Verzögerung beginnen, vermute ich hier die Schuld bei der Fernseher-Software. Bei der Wiedergabe gibt es die Möglichkeit, eine Navigationsleiste (im Optionenmenü heißt die etwas irreführend 'Fernbedienung') einzublenden, mittels derer man auch spulen kann, was meistens auch funktioniert.
Die Bildqualität (ich habe den 40er): Hervorragend, gerade bei HD-Inhalten ist mir die Kinnlade runtergefallen, wie hammergeil das Bild ist. Auch als PC-Monitor kann man ihn sehr gut nutzen, um zum Beispiel wenigstens so die Filme vom Computer auf dem Fernseher ansehen zu können (dafür muss der PC aber neben dem Fernseher aufgebaut werden). Kleiner Wermutstropfen: Über den vga-Eingang genutzt sieht man an den äußeren seitlichen Rändern deutliche Lichthöfe, die beim normalen Fernsehen, warum auch immer, nicht zu sehen sind.
Das ganze Gerät macht den Eindruck, in einem Beta-Stadium steckengeblieben zu sein. Nun muss ich für vernünftigen Fernseh-Komfort jetzt doch einen extra DVB-S2-Receiver mit brauchbarer PVR-Funktion und einen externen Mediaplayer zum Streamen dazukaufen. Neueste Firmware habe ich übrigens drauf.