Nachdem mir mein letzter MP3-Player leider gestohlen wurde (wäre noch verkraftbar, wenn nicht der ganze Mantel weg gewesen wäre :( ), hab ich mich nach längerer Abstinenz nun entschlossen, einen neuen zu kaufen. Die Wahl fiel auf diesen Philips SA 2520.
Erster Eindruck: hübsches Gerät. Glänzende weiße Plastikoberfläche mit angenehm gestalteten, eingebetteten Knöpfen. Elegantes, gut ablesbares Display (weiß auf schwarzem Hintergrund). Der Stick ist allerdings vergleichsweise groß, mancher könnte sich daran stören (ich find's nicht schlimm).
Bei Anschluß an den PC (USB) wird der Player als Massenspeicher erkannt und kann wie ein normaler Datenstick bespielt werden. Ein ca. 10cm langes USB-Kabel wird mitgeliefert, der Sinn erschließt sich mir nicht so recht. Entweder ein richtiges Kabel (nicht unter 0.5m), oder man soll es bleiben lassen. Zu erwähnen bleibt auch, dass der Stick nach dem ersten Mal an meinem Rechner nicht immer zuverlässig erkannt wurde. Mehrfaches abziehen und wieder anstecken war dann nötig, um die Verbindung herzustellen. Das kann ich aber nicht uneingeschränkt dem Stick anlasten, evtl. liegt auch bei meinem Rechner ein Problem vor. Nach dem Bespielen mit Musik erscheint beim nächsten Einschalten des Players auf dem Display ein "Updating" + Fortschrittsbalken, d.h. der Player katalogisiert intern die vorhandenen Dateien. Bei 1GB dauerte das bei mir ca. 30s. Ich fand es akzeptabel, allerdings schien es auch später ab und zu aufzutreten, obwohl ich zwischendurch den Stick nicht an den PC angeschlossen habe.
Nach dem Einschalten landet man im Bedien-Menü, die Bedienung ist in anderen Rezensionen schon detailliert beschrieben, das erspar ich mir mal. Hier beginnt aber auch der Ärger: bei anderen Playern war ich es gewohnt, auf Play zu drücken, und er spielt. Und zwar da, wo ich vorher ausgeschaltet hatte. Beim Philips muss man nach jedem Einschalten erstmal im Menü auswählen, was man hören will: bei einem bestimmten Album heißt das z.B. mindestens 5 Schritte durch das Menü: "Auswahl nach Artist", Artist wählen, "Auswahl nach Album", Album wählen, Song wählen (meist vom ersten an). D.h. der Player merkt sich nicht nur nicht, wo man aufgehört hat, sondern man ist JEDES MAL nach dem Einschalten erstmal 1 Minute mit der Bedienung beschäftigt. Besondern wenn man nur kurze Strecken unterwegs ist und öfters zwischendurch den Player ausschaltet, wird das schnell nervig. Wer nur alles, was an Musik auf dem Player ist, in beliebiger Reihenfolge hören will, der hat weniger zu tun und den wird es dementsprechend weniger stören.
Den Klang der Kopfhörer kann ich nicht wirklich beurteilen, eines fiel mir aber auf: die Kabel erschienen mir im Vergleich zu anderen recht filigran. Ich wickle gern die Kopfhörer um den Player, wenn ich den weglege, damit ich nicht sofort in meiner Tasche ein verknotetes Knäuel habe. Bei diesen Kopfhörern erschien mir das nicht ratsam, da sie sehr dünn waren und vermutlich bei solcher Behandlung schnell brechen.
Ein weiterer schlimmer Fehler, der mir auffiel: Es gibt eine Tastensperre, über einen Schiebeschalter an der Seite. Leider sperrt der zwar die Play- und Skip-Tasten, nicht aber den Lautstärkeregler, welcher in Form eines Wippschalters ebenfalls an der Seite angebracht ist. Die Lautstärkeregler reagieren also auch bei aktivierter Tastensperre, damit ist es fast unmöglich, den Player in die Tasche zu stecken, ohne ständig unbeabsichtigt die Lautstärke zu ändern! Noch alberner wird das ganze, wenn man bemerkt, dass der Lautstärkeregler so gut wie unmöglich blind zu erfühlen ist, da er sich sehr glatt in die Form einschmiegt. D.h. zur Bedienung dieses Schalters muss ich den Player eh aus der Tasche nehmen. Dann könnte ich natürlich auch leicht noch die Tastensperre deaktivieren. Ich habe nicht die geringste Idee, welche Überlegung dahinter steckt, die Laustärke-Bedienung von der Tastensperre auszunehmen.
Die letzte negative Überraschung kam dann beim Musik-Hören. In MP3-Dateien hatte ich mehrfach sehr kurze, aber deutlich hörbare Aussetzer (vielleicht 1/10s). Ich vermute, dass der Player intern mit dem Auslesen der Daten aus dem Speicher oder dem Dekodieren manchmal nicht hinterherkommt. Mit den selben Dateien hatte ich auf dem PC keine Probleme, also sollte kein prinzipielles Problem in den Daten selbst liegen.
Nach kurzer Zeit war somit mein erster positiver Eindruck sehr umgeschlagen und ich habe mich nach einiger Überlegung entschlossen, den Player zurück zu schicken.