Gerne hätte ich ein Gerät im Format 16:10 erstanden, aber die sind zum einen seltener und zum anderen deutlich teurer, wenn auch die Diagonale etwas größer sein soll. So habe ich mich auf der Suche nach einem Nachfolger meines nach dreieinhalb Jahren dahingeschiedenen Hanns G schließlich für eines dieser unsäglichen Breitwand-Geräte entschieden. Um ungefähr die gleiche Bildhöhe wie bei meinem Ex-19-Zöller zu haben, musste beim Format 16:9 dementsprechend ein 24-Zöller her. Nun gut.
Unterm Strich kann man sagen, dass das Preis-Leistungsverhältnis stimmt - wenn man einige Abstriche in Kauf nimmt.
Zunächst aber das Positive (neben dem günstigen Preis):
- natürliche Farbdarstellung (subjektives Empfinden)
- sehr guter Grauverlauf
- sehr guter Schwarzwert
- akzeptabler Betrachtungswinkel (gute Farbtreue zum oberen und unteren Bildrand hin)
- gute, durchdachte Menüführung
- schickes Design
- keine Bedienknöpfe, sondern Touchpanel am rechten unteren Rahmen, das bei Aufruf dezent leuchtet
- standfest und wackelsicher
Kritikpunkte:
- Schwächen bei der Weiß-Saturation
- Verarbeitung lässt zu wünschen übrig; am Kunststoff des Bildschirmrands zum Teil Grate ertastbar
- kein Drehfuß (auch wenn es so aussieht)
- Monitor nur nach vorne oder hinten schwenkbar; hier ist der Winkel leider so beschränkt, dass ich den TFT auf ein kleines Podest stellen muss
- summendes Netzteil (hält sich aber im akzeptablen Bereich)
- mangelhafte Dimmerelektronik des Inverters, sprich: sobald man die Helligkeit nicht auf Standard 100 Prozent eingestellt lässt, sondern sie vernünftigerweise herunterregelt, sirrt die Elektronik deutlich vernehmbar. Nichts für sensible Gemüter! Zum Glück ist der Lüfter meines Rechners noch ein bisschen lauter. Leider ist von diesem Mangel bei der Hintergrundbeleuchtung bei so vielen Geräten jeder Preisklasse zu lesen, dass man an den Herstellern verzweifeln möchte. Es kann doch nicht so schwer und teuer sein, lästiges Brummen, Fiepsen, Surren usw. zu unterbinden.
- bei Betrieb am VGA-Anschluss leichte Spannungsprobleme der Pixel erkennbar. Bildschirm flackert vor allem in dunklen Bildbereichen. Aus diesem Grunde auf DVI-Anschluss gewechselt. Damit war das Flackern behoben. Das war aber auch der einzig erkennbare Vorteil von VGA auf DVI.
- Anschlüsse auf der Rückseite etwas schwer zu erreichen
Der Hochglanzrahmen ist Geschmackssache. Mir gefällt er, auch wenn man darauf jedes Staubkorn sieht. Ein Grund mehr, seinen Arbeitsplatz öfters zu reinigen.
Meine Wertung: 3,5 Sterne.
5 Sterne kann ich nicht vergeben wegen der angesprochenen Schwächen, aber auch, weil sonst andere (und aus gutem Grund wesentlich teurere Monitore, speziell für den Grafikbereich) ihre Daseinsberechtigung verlieren würden. Trotzdem: Wer einen brauchbaren Alltags-Monitor sucht, der auf dem Schreibtisch auch noch eine gute Figur hergibt, ist mit dem Philips gut bedient. Ob Gamer damit glücklich werden, weiß ich nicht. Für Grafikarbeiten/Bildbearbeitung im Privatbereich taugt er jedenfalls.
PS
Auf den niederländischen Seiten (Endung nl) von lagom ist ein ausführlicher Test, um seinen Bildschirm einigermaßen (und das heißt ohne Kalibrierungssoftware) einzustellen und zu überprüfen. Dieser Philips schlägt sich dabei ganz wacker.