... das vorläufige Ende einer langen Suche:
Ich liebe die gelegentliche Wochenende-Nassrasur - rasiere mich aber aus Zeitgründen hauptsächlich elektrisch (Braun). Es gab bereits vor einigen Jahren einmal einen kläglich gescheiterten Versuch mit einem Philips-Gerät. Da von Design und Verarbeitung der Fa. Braun zunehmend enttäuscht entschloss ich mich vor 6 Monaten für den Stiftung-Warentest-Gewinner HQ 9190, der tatsächlich ein sehr gutes Ergebnis brachte, zudem klasse aussieht und sich ebenso anfühlt.
Dann wurde mir der merkwürdig aussehende HS 8040 empfohlen. Gekauft habe ich dann den HS 8060, und:
NIE hatte ich eine so sanfte und im Ergebnis der Nassrasur näher kommende Rasur erlebt wie mit diesem Gerät. Klasse!. Ich war zuerst bezüglich der Matscherei mit der Emulsion kritisch - aber ich muß das revidieren. Eine Normal-Rasur funktioniert einwandfrei und sehr angenehm. Auch kommt man an die Problemecken wie Lippen/Nasenwinkel viel besser ran, als mit den üblichen 3-Kopf-Geräten (an der Oberlippe ist bisher der Braun im Vorteil gewesen). Also: Rasur und Handling sind klasse. Die Ladezeiten sind kurz; die Technik funktioniert einwandfrei. Das Design ist äußerst gewöhnungsbedürftig und nicht so elitär wie bei der HQ-Serie. Und es gibt auch ein paar Besonderheiten die erwähnt werden sollten:
1. Das Gerät hat bauartbedingt kein Stoppelsammelfach: Das bedeutet, das OHNE Emulsion die Stoppel im ganzen Raum oder auf dem Hemd verteilt werden. MIT Emulsion sammeln sich die Stoppeln in den Creme-Resten. Das stört Nass-Rasierer wie mich NICHT - man ist gewohnt, Cremereste nach der Rasur zu entfernen. Reine Elektro-Fans werden vielleicht etwas verstört sein, über diesen Rückschritt.
2. Der Langhaarschneider muß umständlich statt des Scherkopfes aufgesteckt werden. Beides gleichzeitig geht nicht. Merkwürdige Idee der Ingenieure - habe ich nicht verstanden, was das soll. Wer den Langhaarschneider also regelmäßig braucht, wird sich ärgern ... oder parallel einen Einmalrasierer im Bad benutzen.
3. Zum einwandfreien Betrieb braucht man die Nivea-Emulsion oder ein anderes Gleitmittel bzw. Rasierschaum ihrer Wahl. Ohne diese Mittel ist das Rasierergebnis schlechter. Das bedeutet Folgekosten von ca. 3-4 Euro/Monat und ein dizipliniertes Reinigungsverhalten nach jeder Rasur. Das geht zwar einfach, weil man das Gerät in oder unter heisses Wasser halten kann ... ist aber für gewohnte Trockenrasierer durchaus nicht selbstverständlich.
3. Die automatische Creme- und Stromladestation des 8060 braucht man nicht wirklich. Zu groß - zu klobig - weitere Mechanik usw. - das geht alles auch manuell sehr einfach. Hier kann man sicher ein paar Euro sparen und den 8040 wählen. Aber Achtung: der hat einen anderen Akku mir etwas längerer Lade- und geringerer Rasierzeit.
4. Lt. Anleitung soll jeder Nivea-Shaving-Conditioner-Flasche ein neuer Austausch-Tank beiliegen, der aus hygienischen Gründen nach 3 Monaten gewechselt werden soll. Das ist bisher NICHT der Fall (Philips: Lieferprobleme). Das ist nicht wirklich tragisch, man kann das Teil auch ausspülen.
Alles in Allem ist das aber ein wunderbares Gerät, mit dem man sich morgens herrlich angenehm unter der Dusche (oder abends in der Badewanne) rasieren kann. Hautrötungen habe ich seitdem nie mehr gehabt. Diese elektrischer Feuchtrasur ist eine guter Kompromiss zwischen Nassrasur und Elektrorasur. Sie vereint die Vorteile beider Verfahren perfekt. Wegen des verkorksten Langhaarschneiders gibts die 5 Sterne aber nur knapp. Dirk