Jugendroman und Mißbrauchsschicksal, Fantasystück und Betroffenheitsstory - das Buch „Philipp und Melanie" will so vieles sein... und genügt keinem dieser Ansprüche ansatzweise. Leider wird man beim Lesen das Gefühl, die Autorin habe sich aus Vermarktungsgründen auf dieses reißerische Thema gestürzt, nie ganz los; auch wenn deutlich wird, daß Nicole Rensmann wenigstens ansatzweise das Thema Kindesmißbrauch recherchiert hat. Trotzdem kommt der Roman nicht über das Niveau eines Hobbywerkes hinaus. Zu viele sprachliche Ungenauigkeiten (wie bitte, kann ein Blick zur gleichen Zeit „traurig" und „aufmüpfig" sein?), unprofessionelle Perspektivenwechsel innerhalb einer (!) Szene, Aneinanderreihungen von Klischees sowie eine unsaubere Lektorierung rücken das Buch weit entfernt von einer ernstzunehmenden Veröffentlichung. Und es klappen sich einem die Fußnägel hoch, wenn man einen kindlichen Protagonisten abgedroschene Sätze reden lesen muß wie: „Aber es gibt auch so viele Dinge für die es sich lohnt zu leben. Die so schön sind in unserer Welt." Das waren verschenkte 17 Mark, die ich beim nächsten mal lieber gleich in die Lektüre eines Tatsachenberichtes investiere.