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Philipp Melanchthon: Theologe, Pädagoge und Humanist [Gebundene Ausgabe]

Martin Greschat
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Kurzbeschreibung

22. März 2010
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- Die Biographie zum 450. Todestag Melanchthons am 19. April 2010

- Grenzen überwinden – das Leben des Reformators und Universalgelehrten

Viele sahen und sehen in Philipp Melanchthon einen Menschen im Schatten des großen Reformators Martin Luther. Jemanden, der die Sache der Reformation eher vermittelnd denn offensiv vertrat.
Martin Greschat arbeitet im vorliegenden Band das – sowohl persönlich als auch theologisch – ganz eigene Profil des »Lehrers Deutschlands« heraus und macht so deutlich, dass Melanchthon nicht nur der Reformation, sondern auch dem Bildungssystem des 16. Jahrhunderts unschätzbare Dienste erwiesen hat.


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus (22. März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3579080911
  • ISBN-13: 978-3579080918
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,2 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 69.328 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Martin Greschat, geb. 1934, Dr. theol., ist Professor em. für Evangelische Kirchengeschichte und Kirchliche Zeitgeschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Er ist Autor und Herausgeber von Büchern und Aufsätzen zu Themen der Kirchen- und Theologiegeschichte vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

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5.0 von 5 Sternen Melanchthon, der Vermittler 29. März 2010
Von Christian Döring HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Das Jahr 2010 ist zugleich auch das Melanchthon - Jahr, weil der Theologe, Pädagoge und Humanist am 19. April seinen 450. Todestag hat. Dies ist Grund genug für eine Vielzahl von Biografien des Mannes der im vermeintlichen Schatten des großen Frontmannes Luther stand.

Der Professor em. für Evangelische Kirchengeschichte der Uni Gießen hat sein Buch in neun Kapitel eingeteilt, gleich den Lebensabschnitten des Reformators.

Während es im ersten Kapitel um die Herkunft und die Bildung Melanchthons geht, werden im zweiten seine Wittenberger Jahre beschrieben. Als Melanchthon nach Wittenberg kam wäre er noch nicht bereit gewesen, die revolutionären Thesen eines Erasmus oder Luther mitzutragen. Der Autor versteht es sehr gut, die Veränderungen in Melanchthons denken während dieser Zeit darzustellen. Deutlich wird aber bereits, dass Melanchthon nicht so sehr die offensive Art Luthers, sondern eher den vermittelnden Weg bei Diskussionen und Streitgesprächen vorzog.

Alle anderen wichtigen Themen aus dem Leben des Reformators sind in diesem Buch ebenfalls vertreten. Ausführlich wird seine Rolle als Pädagoge gewürdigt.

Sein Verhältnis zum Schmalkhaldischen Krieg wird ebenso beleuchtet, wie auch sein Standpunkt beim innerprotestantischen Streites über die reine Lehre.

Das letzte Kapitel ist für mich Höhepunkt des Buches. Es schildert noch einmal in kurzen prägnanten Sätzen das Wichtige aus Melanchthons Leben und macht deutlich, wo Luther wohl gelandet wäre ohne Philipp Melanchthon.

Wer sich grundlegend und solide mit Philipp Melanchthon bekannt machen möchte, dem sei dieses Buch als gute Einstiegslektüre empfohlen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Melanchton vor dem Hintergrund der Reformation 28. September 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Worin besteht das Eigenständige, das Unverwechselbare dieser Person, dieses Projekts? Diese Frage lässt sich also sowohl an Philipp Melanchton, als auch an das Buch über ihn richten. Dass sein Denkmal neben dem Martin Luthers erst fünfzig Jahre später aufgestellt wurde, gleichwohl ebenfalls im 19. Jahrhundert, zeigt, dass die Kirchengeschichte es immer ein wenig schwer hatte mit diesem zweiten Wittenberger Reformator. Symbolisch zeigen die Denkmäler Wittenbergs, die hier von Martin Greschat ins Gespräch gebracht werden: Luther und Melanchton gehören zusammen, sind aber getrennt zu betrachten.
Die Schilderung seiner Herkunft und die seines Endes sind die einzigen Kapitel, die in der Erzählperspektive, sofern man in der Geschichtswissenschaft von Erzählung sprechen kann, ausschließlich der Person Philipp Melanchtons gewidmet sind. Für das erste Kapitel mag dies aber auch eine Weichenstellung sein, die in der Lektüre der Erzählung in der Frage präsent bleibt: Wie gestaltet sich auch im Fortgang der Geschichte das innere Verhältnis Melanchtons zu seinem humanistischen Vorbild Erasmus von Rotterdam? Sind es vielleicht sogar die Grundpositionen des Erasmus, die in den Jahren nach dem Tod Luthers sich für die Reformation als wegweisender und stärkender zeigen, eben in der reformatorischen Rezeptionsgestalt Philipp Melanchtons. Ein klarer Unterschied zu Luther ist der berufliche Werdegang, der Melanchton schon als Wunderkind mit 12 Jahren zur Universität führte, ein Bildungsort der für ihn lebenslang bestimmend blieb. Er repräsentiert die wissenschaftlich-theologische Seite der Reformation, was Martin Greschat in der abschließenden Würdigung noch einmal sehr stark hervorhebt. Selbst bezogen auf die Pfarrerschaft bis hin zum allgemeinen Schulwesen sowie der Universität, war die Strukturierung von Bildung Melanchtons vornehmste Aufgabe. Seine Würdigung hebt diesen Schwerpunkt derart deutlich hervor, dass man angesichts der politischen und kirchenpolitischen Verwicklungen, die Greschat schildert, zum Schluss nur resümieren kann: Die reformatorische Erkenntnis von der Rechtfertigung führte in Unschärfen, Missverständnisse und Streitereien hinein. Die evangelische Seite machte schon in der Frühzeit das Bild einer zerstrittenen und uneinigen Gestalt von Kirche, die es der Gegenreformation leicht machte - wenn nicht das landesherrliche Kirchenregiment und die Auffassung der allgemeinen Bildung gewesen wäre, die zu einer ganz neuen und der katholischen Seite zumindest ebenbürtigen Form von Kirche geführt hat, was nicht zuletzt, nach der Schilderung Greschats, mehr Melanchtons als Luthers Verdienst war.
Umso trauriger ist, dass selbst in dieser Kurzbiographie die Person Melanchtons blass bleibt und hinter die Schilderung der historischen Erzähllinie der reformatorischen Entwicklung zurücktreten muss. Zwar wird immer wieder gezeigt, wie er sich einfügt und einbringt. Die persönlichen Verhältnisse treten derart hinter die allgemein historischen zurück, dass man dem Buch fast einen anderen Titel geben müsste: Eine kurze Geschichte der Reformation unter Berücksichtigung der Rolle Philipp Melanchtons. Sicherlich ist es wohl genau dieser Aspekt, der im Schatten der kommenden Luther-Ehrung 2017 notwendig ist, um zu zeigen, dass die Reformation keine Einzelaktion des Wittenberger 'Mönchs' war. In der heutigen ökumenischen Debatte wird die Person Philipp Melanchtons vielleicht noch einmal wichtiger werden als die Martin Luthers. So wird in der Erzählung Martin Greschats deutlich, dass Melanchton versuchte, unter Beibehaltung der reformatorischen Essentials, sämtliche Kompromisslinien zur katholischen Seite auszuloten bis hin zu einer möglichen Anerkennung des Papstes. Andererseits wird hier eine deutliche Warnung ausgesprochen: Wenn die evangelische Kirche sich von der bildungsorientierten und kritischen Funktion des wissenschaftlichen Theologie zu sehr entfernt und den Dienst der Pfarrerinnen und Pfarrer von programmatischen kirchlich religiösen Bedürfnissen abhängig macht, wird ihr dies bei alles Zukunftsorientierung langfristig nicht gut bekommen. Philipp Melanchton wird als theologischer Bildungswissenschaftler noch deutlicher und stärker in die aktuelle Diskussion einbezogen werden müssen. Sein Denkmal gehört aufpoliert. Dazu trägt Martin Greschats kurzer Einstieg in die Biographie Philipp Melanchtons wesentlich bei.
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