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Wenn ein Autor in späten Jahren auf seinen Erstling zurückblickt, dann tut er dies selten mit der Überzeugung, dass ihm damals wirklich etwas Großes gelungen ist. Das ist bei Cees Nooteboom nicht anders, den der Erfolg bisweilen befremdet, den Philip und die anderen auch heute noch in vielen Ländern hat. Doch wer das Buch liest, weiß sehr schnell, was seinen Zauber ausmacht: Man liest Philips Bericht, als erinnere man sich. Als seien es unsere eigenen Gefühle und Hoffnungen, von denen uns da erzählt wird, als habe man sich damals selbst auf die Reise gemacht, dieses Mädchen zu finden, das "zu mir gehörte und trotzdem weggehen würde, allein".
Wie der damals erst 21-jährige Nooteboom das Erleben seines Romanhelden in uns auferstehen lässt, ist ein Zeugnis früher Meisterschaft. Für Rüdiger Safranski, der für diese Ausgabe das Nachwort verfasst hat, ist Philip und die anderen sein "persönliches Kultbuch". Dass es dies in Zukunft noch für viele deutsche Leser werden wird, dafür wird die sehr gelungene Neuübersetzung sorgen. --Andreas Vierecke
Cees Nooteboom wurde 1933 in Den Haag geboren. 1955 erschien sein erster Roman (Philip en de anderen), der drei Jahre später auch in Deutschland unter dem Titel Das Paradies ist nebenan veröffentlicht wurde (und 2003 in der Neuübersetzung von Helga van Beuningen unter dem Titel Philip und die anderen erneut eine große Lesergemeinde fand). Nooteboom berichtete 1956 als junger Autor über den Ungarn-Aufstand, 1963 über den SED-Parteitag, und fünf Jahre später über die Studentenunruhen in Paris (gesammelt in dem Band Paris, Mai 1968). Seine inzwischen in mehreren Bänden gesammelten Reiseberichte, die weniger Reportagen als vielmehr von genauer Beobachtung getragene, reflektierende Betrachtungen sind, festigten Nootebooms Ruf als Reiseschriftsteller. 1980 fand Nooteboom zurück zur fiktionalen Prosa und erzielte mit dem inzwischen auch verfilmten Roman Rituale (Rituelen) große Erfolge. Sein umfangreiches Werk, das in viele Sprachen übersetzt ist, umfaßt Erzählungen, Berichte, Gedichte und vor allem große Romane wie Allerseelen (Allerzielen). Die neun Bände seiner Gesammelten Werke enthalten neben den bereits publizierten Büchern zahlreiche erstmals auf deutsch vorliegende Texte.
Cees Nooteboom lebt in Amsterdam und auf Menorca.
Zur Internetseite von Cees Nooteboom »
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Nachteilig habe ich die mangelnde Struktur des Buches empfunden, die man auch als Wildheit oder Ungestümheit des damals jungen Autors auslegen kann, aber manchmal den Lesefluß zum
Stocken bringt und ein schales Gefühl zurückläßt. Auch die religiösen Gefühle Nootebooms, mit denen er mehrere Figuren, u.a. den oben genannten Mönch einkleidet, erscheinen zu profan und beanspruchen zuviel Platz.
Diese kleinen Schwachstellen könnten das großartige Strahlen großen Passagen des Romans jedoch nicht unterdrücken. Wenn man die Kraft zum Weiterlesen hat, trifft man immer wieder auf Stellen, die wunderbar phantastisch ausgeschmückt sind und eine Naivität ausstrahlen, wie man sie fast nur von Kindern kennt.
Kurzzeitig.
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