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Kotler gehört zu den großen Namen im Marketing. Sein Standardwerk Marketingmanagement erscheint regelmäßig in neuen Auflagen; 25 weitere Bücher stammen aus seiner Feder. Nun hat er ein kleines Büchlein mit Einsichten zu den wichtigen Themen der Disziplin vorgelegt. Es versammelt kleine Abhandlungen zu den 80 wichtigsten Marketingkonzepten von A bis Z. Kotler wollte erklärtermaßen kein tausendseitiges Standardwerk schreiben, sondern ein Buch, das man jederzeit in die Hand nehmen, durchblättern und wieder weglegen kann. Herausgekommen ist ein höchst unterhaltsames Werk über ein Thema, das sonst eher als spröde gilt. Das Buch richtet sich an Manager, die mehr über Marketing erfahren oder ihr Wissen auffrischen wollen, aber auch an Profis, die Klarheit und Orientierung suchen. Ob es gelingt, alle drei Zielgruppen zu bedienen, bleibt indes fraglich, denn für erfahrene Marketingleute dürften nicht wenige der kurzen Artikel genau dort enden, wo es für sie interessant zu werden beginnt.
Die Kürze und die Konzentration auf das Wesentliche liegen indes in der Absicht des Autors; seine Analyse ist scharf und die Argumente präzise. Anderes hingegen bleibt im Anekdotenhaften hängen. Gleichzeitig ist Kotlers nonchalante Art, dem ernsten Thema amüsante Seiten abzugewinnen, eine der ganz großen Stärken dieses Buches, selbst wenn der eine oder andere Leser dies als Mangel an Ernsthaftigkeit geißeln mag. --Winfried Kretschmer
Philip Kotler klärt auf Marketing ist wie Fußball. Irgendwie ist da jeder Experte. Der Grund dafür liegt in dem immer noch weit verbreiteten Irrglauben, Marketing sei ja nur eine besser klingende Bezeichnung für schlichte Reklame. Diesen und weitere Irrtümer aufzuklären, hilft das neue Buch des renommierten US-Professors Philip Kotler. In einem rund 200 Seiten schlanken Kompendium erläutert er 80 zentrale Begriffe des Marketings, von antizyklischem Marketing bis zu Zielmärkten. Da die Erklärungen meist nur eine Buchseite umfassen, erlaubt das Werk auch fachfremden Lesern einen raschen Überblick über die relevanten Themen modernen Marketings. Zugleich dient der Band als leicht verständliches Nachschlagewerk. Als Branchenprofi nutzt Kotler mit diesem Werk das richtige Buchformat, um Konzepte und Ideen des Marketings kompakt zu vermitteln. So besteht jedenfalls die Chance, dass sich auch Finanzvorstände und Geschäftsführer einmal ernsthaft mit dem Thema auseinander setzen und Marketing nicht mehr mit Verkaufen verwechseln. Um es mit den Worten des Hewlett-Packard-Mitgründers David Packard zu sagen: Das Marketing ist viel zu wichtig, um es der Marketingabteilung zu überlassen.
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Philip Kotler scheint sein eigenes Konzept auch leichtes Unwohlsein bereitet zu haben. Jedenfalls kommt mir sein Vorwort wie eine Selbstbeschwörung und Rechtfertigung vor. Ob er seine drei gewünschten Lesergruppen findet, wird sich zeigen. Neugierig machte mich Kotlers Hinweis, dass sein Denken und Arbeiten von der Zen-Lehre beeinflusst sei und Lernen hauptsächlich durch Meditation und unmittelbare intuitive Erkenntnisse stattfinde. Dieser Ansatz ist jedoch im Folgenden kaum ersichtlich. Schade, denn das hätte mich mehr interessiert als diese Sammlung von 80 Weissnichtwas zum Marketing. Die 80 Artikel sind aus allen Sparten des Marketings. Aber immer wenn es interessant wird und über Gemeinplätze hinausgeht, hört es auf. Das wirkt auf die Dauer frustrierend. Gestört hat mich auch, dass Kotlers Beispiele fast alle älteren Datum sind und teilweise sogar überholt. Wenn er Planet Hollywood als gelungenes Beispiel für Erlebnismarketing bringt, dann sicher nicht aus Sicht der Aktionäre. Und zum wiederholten Mal die Coca-Cola-Storys zu lesen, macht keinen grossen Spass.
Für wen ist also der neue Kotler? Für mich offensichtlich nicht. Für Experten auch nicht. Bleiben also noch die Fangemeinde, Laien und Überblickssüchtigen. Und selbstredend alle, die nur Bücher von Männern mit grossen Namen lesen.
Sein Anspruch ist, dass man zentrale Marketing-Konzepte besser versteht. Dazu, so sagt er, habe er 80 Marketingkonzepte aufgeschrieben und dann im ZEN meditativ darüber nachgedacht. Dabei denkt er an eine Zielgruppe von Non-Marketers bis hin zu professionellen Vermarktern. Und genau hier liegt die Anmaßung und das Eigenartige.
Für Einsteiger ist das Buch interessant, weil leicht, locker und flüssig geschrieben. Nach Stichworten liest man kleine Abschnitte zu Beziehungsmarketing oder Einzelhandel. Doch ohne verbindenden Faden bleibt vieles im luftleeren Raum, ist zu kurz, zu knapp. Ein Lexikon ist eben kein Lehrbuch. Für Profis ist es dagegen oft oberflächlich, anderes tief, manches geht über einen Anekdoten-Charakter nicht hinaus. Beispiel: Einen guten Berater findet man heraus, indem man ihn nach der Uhrzeit fragt.
Auf dem Buchrücken sagt Roger Blackwell, Professor an der Ohio University: „Dieses Buch ist eine Bibel der Marketing-Wahrheiten." Ich bin sicher, er kennt die Bibel nicht. Kotelers Marketing Guide ist zu viel Altes Testament und zu wenig Offenbarung. Als Schmöckerbuch jedoch eine Kaufsünde wert.
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