Eine neue Compilation des Liebhaber-Labels Soul Jazz. Liebhaber deshalb, weil sie immer wieder an die Wurzeln verschiedener Musikstile gehen und mir ihren Veröffentlichungen Freunde des jeweiligen Genres überraschen und erfreuen. Neueste Veröffentlichung ist ein in den 70ern äußerst erfolgreicher Musikstil, nach dem sogar ein Frischkäsehersteller sein Produkt (bis heute) benannte. Musik aus der City Of Brotherly Love, Philadelphia.
Der typische Philadelphia-Sound (oder kurz Philly-Sound) entstand aus Soul und Funk der 60er und 70er und bildete selbst wieder die Grundlage des Disco-Sounds. Seine Merkmale sind eine breite Instrumentenpalette plus Orchestrierung (unter massivem Einsatz von Streichern), ein fließend-pulsierender Rhythmus kombiniert mit einer soulful vorgetragenen Liebes- und Verbrüderungslyrik. Um ein Bild davon zu gewinnen, hier die bekanntesten Vertreter: O'Jays - Backstabbers, Harold Melvin - Don`t Leave Me This Way, McFadden & Whitehead - Ain`t No Stopping Us Now, People`s Choice - Do It Any Way You Wanna ...
Wie immer offerieren uns die Soul Jazz-Macher meist unbekannte Raritäten, die es - unverdienterweise - kaum über den Rand der Metropole geschafft haben. Interpreten wie Corner Boys, Willie John Ellison, Cliff Nobles oder Music Makers dürften auch dem normalen Black Music-Liebhaber nicht viel sagen. Bekannter sind da schon Peoples Choice, Brenda And The Tabulations oder Bunny Sigler, die aber ebenso mit unbekannten Stücken aufwarten. Für Freunde des Philly-Sounds unentbehrlich, für Liebhaber opulent arrangierter Soulsongs ebenso, aber für den einfachen Anhänger schwarzer Musik aus vergangenen Zeiten mit Vorsicht zu genießen - wie gesagt: eine CD für Liebhaber des Genres.