Dass Josef Haslinger schreiben kann, wissen wir längst. Was er uns mit diesem Bericht zur Verfügung stellt, ist kein Roman, sondern ein Bericht. Ein sehr persönlicher Bericht einer traumatischen Situation die Haslinger mit seiner Familie erlebt hat: den Tsunami 2004. Hier geht es um das Leben, wenn es bedroht ist. Die Werte reduzieren sich auf das Überleben und auf die Beziehungen zu den Menschen, die uns am Nächsten stehen. Vieles, was in unserem satten Leben von Bedeutung ist, wird lächerlich unwichtig. Haslinger schildert präzise, detailreich und sehr offen wie er die Traumatisierung erlebt hat und wie sich danach posttraumatische Belastungsstörungen einstellen. Haslinger ist für diesen Bericht zu danken, er lässt uns an den wesentlichen Fragen, die sich in einer derartigen Situation stellen teilhalben. Er lässt uns teilhaben, an einer Katastrophe, die wir alle aus dem Medien kennen. Wir allerdings bleiben im Trockenen. Gott (oder wem auch immer) sei Dank. Der Bericht berührt und auch dem Leser stellt sich die Frage: was ist wichtig im Leben? "Das ist das erste Buch, das ich selbst brauche", so Haslinger in einem Radiointerview. Und auch wir können dieses Buch brauchen. Wenn wir wollen.