Endlich mal wieder ein Adventure das mit einer nicht ganz 0-8-15 Story aufwartet.
Das Spiel wirkt auf mich wie das Werk sehr phantasievoller Macher, das leider in der Umsetzung nicht an den heutigen Standard heranreicht.
An die Spielsteuerung muß man sich erst gewöhnen. Man muß für einfache Handlungen jeweils mehrmals klicken und es ist auch ein ständiger Wechsel der rechten und linken Maustaste erforderlich, der erstmal nicht intuitiv ist. Auch die Dialogführung mit im Vordergrund eingeblendeten Zusatzbildern der sprechenden Personen ist erstmal gewöhnungsbedürftig und wirkt wie ein technisches Hilfskonstrukt alter Adventures.
Die Rätsel sind oft interessant und plausibel, manche eher schwer, so dass ich einige Male zur Lösung greifen mußte. Man muß z.B. mehrmals ohne Hilfen Zeichen entschüsseln, was mir nur mit Lösung gelungen ist und für mich auch im Nachhinein nicht wirklich intuitiv war.
Gegen Ende der Story wird etwas übertrieben, wahrscheinlich um dem Titel Horror- Adventure gerecht zu werden. So tötet der Held einen seiner Widersacher willkürlich auf brutale Weise, obwohl er eindeutig im Vorteil war und ein anderes Vorgehen der Story nicht geschadet hätte.
Trotz der ganzen negativen Aspekte von mir 4 Punkte, da die Athmosphäre des Spieles wirklich sehr fesselnd und stimmig ist. Die Locations sind durchaus sehr stimmungsvoll, die Athmosphäre der Arktis und der Einsamkeit der Station kommt toll rüber. Die Stimmung des Spiels hat mir geholfen, mich schnell an die unintuitive Steuerung zu gewöhnen und von da an habe ich mich keine Minute des Spiels gelangweilt, was ich nicht von vielen Adventures sagen kann.
Fazit: trotz vieler Schwächen für mich eines der athmosphärischsten Adventures der letzten Jahre. Wer eine stimmungsvolle und spannende Geschichte an einer interessanten Location mit mäßigem Guselfaktor möchte ist hier genau richtig. Wer Wert auf echten Horror, topaktuelle Graphik oder eine perfekte technische Umsetzung legt, sollte hier nicht zugreifen.