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5.0 von 5 Sternen
Überraschender Zukunftsthriller aus Deutschland!, 22. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Pharmakos: Roman: Thriller (Taschenbuch)
"Pharmakos" hat mich durchwegs positiv überrascht. Ein flott erzählter, niemals langweiliger Zukunftsthriller aus Deutschland. Die Geschichte ist durchwegs spannend und lebendig erzählt - man befindet sich von Anfang an mitten im Geschehen und folgt Volker Kühn auf seiner Flucht vor einer unbekannten Gruppierung, die sogenannte "Sozialschmarotzer", allen voran Schwerkranke und Arbeitslose, mit einem innerhalb von zwölf Stunden tödlich wirkenden Gift aus dem Weg räumt. Als Krebspatient selbst vergiftet, bleiben Kühn nur wenige Stunden, um seinen Verfolgern zu entwischen und die abscheulichen Machenschaften aufzudecken - und vielleicht sogar sich selbst zu retten.
Sehr zu empfehlen - die gut 250 Seiten lesen sich wunderbar und lassen sich nur schwer aus der Hand legen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein sehr spannender Action-Thriller mit nachdenklich stimmenden gesellschaftspolitischen Hintergründen, 6. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Pharmakos: Roman: Thriller (Taschenbuch)
Pharmakos ist ein im alt-griechischen Kulturraum bekanntes Menschenopfer, in dem meist aus niederem Stand stammende Menschen geopfert wurden, um ein Unglück oder Unheil von der Allgemeinheit abzuwenden.
Deutschland im Jahr 2019: Zehn Millionen Arbeitslose lassen die sozialen Sicherungssysteme zusammenbrechen. Die Reichen verschanzen sich zunehmend in privat gesicherten Anlagen, die Arbeitslosen, Kranken und Alten werden in eigens angelegten Bezirken zusammengepfercht. Die Arbeitenden gehen in ihrer Wut wegen rasant steigender Sozialabgaben mit viel aufgestauter Aggression und verbrämt mit religiösen Phrasen gegen die ausgegrenzten "Asozialen und Schmarotzer" vor.
Für Volker Kühn beginnt mit einer Krebserkrankung sein sozialer Abstieg: Verlust des Arbeitsplatzes, Zwangsumsiedlung in eine Arbeitslosenwohnheim, gesundheitliche Behandlung zweiter Klasse. Im Krankenhaus erzählt ihm ein anderer Patient das Unglaubliche: angeblich werden Kranke, denen man keine Chance auf Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zutraut, mit einem Medikament unauffällig getötet. Als Volker Kühn die beschriebenen Symptome am eigenen Leib bemerkt, tritt er die Flucht nach vorne an. Er muss an das Gegenmittel gelangen, doch ihm bleiben nur knappe zwölf Stunden Zeit ...
Andreas Laudan zeichnet ein überaus düsteres und sozialkritsiches Bild unserer Gesellschaft in zehn Jahren. Nicht nur, dass unser Staat die sozialen Probleme nicht in den Griff bekommen hat. Sondern auch, dass 75 Jahre nach dem Dritten Reich Euthanasie wieder denkbar ist und dass Menschen ihn scheinbar im großen Stil anwenden, um ihre Vorstellungen einer gesunden Gesellschaft umzusetzen.
Neben den gesellschaftspolitischen Auswirkungen beschreibt Andreas Laudan die von Todesangst und scheinbarer Aussichtslosigkeit gezeichnete Flucht eines Mannes, der das Unglaubliche zunächst nicht fassen mag und dann mit letzter Energie das Gegenmittel auftreiben möchte. Diese rasante Jagd führt Volker Kühn binnen weniger Stunden von Freiburg nach Hamburg. Für einen Mann, der ansonsten eher als Langweiler charakterisiert wird, erlebt er dabei allerdings zu viele mit Action aufgeladene Ereignisse. Dass ein Mann, der sich an den letzten Strohhalm klammert, bis ans Äußerste geht, scheint noch nachvollziehbar. Doch zu viele zufällig herumliegende Waffen und Verfolgungsjagden sind dann irgendwann einfach des Guten zu viel. Statt dessen hätte ich mir etwas mehr Visionen und Aussichten auf unseren Staat und unsere Gesellschaft in zehn Jahren gewünscht - mehr George Orwell und weniger Ian Fleming.
Im gleichen Masse mitreißend wie die Geschichte ist Andreas Laudans Schreibstil. Mit einfachen und treffenden Worten zeichnet er präzise, klare und doch schonungslose Bilder. Mit denselben Worten transportiert er aber auch das hohe Tempo der Flucht/Jagd quer durch Deutschland. Der Leser ist sofort mitten in einer Geschichte, die einen bis zum Schluss sehr zu fesseln vermag. Der durchgängige Spannungsbogen wird immer wieder mit kurzen Einschüben aus Volker Kühns Vergangenheit unterbrochen, die das Puzzle der gesellschaftlichen Umstände erst erkennbar machen. Leider kratzen die sozialkritischen Erkenntnisse um Gesundheitswesen, soziale Sicherung und Leistungsgesellschaft nur an der Oberfläche.
Ein sehr spannender Action-Thriller mit nachdenklich stimmenden gesellschaftspolitischen Hintergründen, ein furioses Debüt.
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4.0 von 5 Sternen
Verstörend & Sensibilisierend, 10. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Pharmakos: Roman: Thriller (Taschenbuch)
In der zu lang geratenen Kurzgeschichte oder dem zu kurzen Roman - ganz wie Sie wollen - wacht der Protagonist nach einer angeblichen OP in einem Krankenhaus auf und bemerkt schnell, dass er wie sein Bettnachbar vergiftet wurde, damit er möglichst schnell "sozialverträglich ablebt". Im folgenden liefert er sich ein Rennen gegen sämtliche Verfolger, die ihn daran hindern wollen, die Wahrheit ans Licht zu bringen, und gegen die Zeit, immer auf der Suche nach Verbündeten. Im Verlauf der Geschichte wird seine Lebensgeschichte und der Charakter sowie die Lebens- und Denkensweise einer utopischen "2-Klassen-Gesellschaft" immer weiter skizziert.
Schnell bemerkt man als Leser, dass das Buch vor allem sensibillisieren soll, damit niemals eine solche Gesellschaft auch nur in Ansätzen entstehen kann.
Insgesamt habe ich das Lesen genossen, die Geschichte ist eine schöne Zusammenstellung aus Unterhaltung und Lehrreichem, das Ende ist mir persönlich ein bisschen zu "happy", daher ein Stern Abzug. Dennoch sehr lesenswert.
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