Wurde auch Zeit, dass PHANTOM OF THE PARADISE endlich in deutscher Fassung auf DVD erscheint. Brian De Palmas Frühwerk zählt zu den gelungensten Rock-Musicals aller Zeiten und braucht Vergleiche mit anderen Klassikern dieses Genres, allen voran natürlich THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW, nicht zu scheuen.
Die Handlung stellt eine wilde, aber höchst unterhaltsame Kombination aus verschiedenen Motiven der Weltliteratur dar, darunter FAUST, DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY und natürlich DAS PHANTOM DER OPER. Letztgenanntes Werk bildet den Leitfaden der tragisch-komischen Geschichte von Swan, Winslow und Phoenix.
Swan, der erfolgreichste und zugleich geheimnisvollste Songwriter und Producer der Gegenwart, hat vor Jahren einen Pakt mit dem Teufel geschlossen und ihm seine Seele vermacht. Im Gegenzug erhielt er dafür immerwährende Jugend und Unsterblichkeit. Jetzt plant Swan sein eigenes Denkmal, den ultimativen Rocktempel: das PARADISE.
Natürlich bedarf es zur Eröffnung des Theaters eines ganz besonderen Sounds, und diesen findet Swan in den Kompositionen des jungen, unbekannten Winslow. Anstatt sich jedoch mit dem aufstrebenden Talent zu verbünden, zieht Swan es vor, die Partituren zu stehlen und Winslow mittels gefälschter Beweise ins Gefängnis zu bringen, wo ihm übel mitgespielt wird. Winslow gelingt die Flucht, doch als er, getrieben von blinder Wut, Swans Produktionsanlagen zerstören will, gerät er mit dem Gesicht in die Plattenpresse. Schwer verletzt und verfolgt von der Polizei, stürzt er sich in die Fluten und gilt daraufhin als tot.
Fortan geschehen merkwürdige Dinge im fast fertiggestellten PARADISE, in dem die Vorbereitungen für die große Show auf Hochtouren laufen. Ein maskiertes Phantom sorgt für Angst und Schrecken und sabotiert die Proben mit gezielten Sprengstoff-Attacken. Swan erkennt jedoch schnell, mit wem er es zu tun hat: Natürlich ist es der entstellte Winslow, der, mit Umhang und Maske versehen, alles dransetzt, Swans Lebenswerk zu vernichten. Um ihn davon abzuhalten, bietet Swan dem Phantom an, seine Komposition in den hauseigenen Studios vollenden zu können, und die hübsche Sängerin Phoenix, in die sich Winslow unsterblich verliebt hat, für die Hauptrolle zu besetzen.
Es kommt, wie es kommen muss: Swan legt Winslow erneut aufs Kreuz und schnappt sich nicht nur dessen Noten, sondern auch das Mädchen. Ein folgenschwerer Fehler, wie sich noch herausstellen wird, denn jetzt ist das Phantom in seinem Rachedurst nicht mehr zu stoppen. Im PARADISE bricht die Hölle los...
Neben William Finley als Winslow und Jessica Harper als Phoenix glänzen vor allem Paul Williams als Swan (der auch die Songs für den Film schrieb) und Gerrit Graham als völlig durchgeknallter Rocker Beef, der - nomen est omen - bei der Eröffnungsfeier auf offener Bühne gegrillt wird (was dem PARADISE ironischerweise endgültig zum Durchbruch verhilft). Der fantastische Soundtrack, die temporeichen Kamerafahrten, die schrillen Kostüme und Outfits und nicht zuletzt de Palmas gekonnte Regie garantieren maximales Vergnügen. Zudem wirft PHANTOM OF THE PARADISE einen heiter-zynischen Blick auf das Music-Business und feiert gleichzeitig sämtliche liebgewonnenen Klischees über Sex, Drugs & Rock'N'Roll - einfach klasse!