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Phantastisches Leben
 
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Phantastisches Leben [Gebundene Ausgabe]

Ernst Fuchs
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Kindler Verlag GmbH (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 346340401X
  • ISBN-13: 978-3463404011
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.002.197 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.at-Redaktion

Salvador Dalì war sein Protektor, Elias Canetti kreuzte seine Wege, Friedensreich Hundertwasser zählte zu seinen engsten Freunden: Der umstrittenste und zugleich einer der bekanntesten, lebenden österreichischen Künstler, Ernst Fuchs blickt in seiner Autobiografie auf ein fantastisches Leben zurück -- auf 70 Jahre zwischen "Depression und Euphorie". Diese beiden Gefühlsextreme, schreibt Fuchs, seien die Pole des Spannungsfeldes, das die Psyche eines Künstlers bezeichne: "Daher soll die Beschreibung der größten Euphorie und der größten Enttäuschung in meinem Verhältnis zu Eros und Sexus den Erinnerungen an mein Leben als Initiale vorangestellt sein", führt der Maler den Leser in seine Geschichte ein und erzählt sogleich von seiner ersten großen Liebe und seinen ersten sexuellen Erfahrungen.

So empfing Fuchs den "ersten wirklichen Kuss" hinter einer rotweißroten Fahne während des Krampusfestes auf der Akademie der Bildenden Künste im Jahr 1945. Damals 15-jährig hatte er sich in die zehn Jahre ältere Studienkollegin Ingrid Pace verliebt. "Vieles von dem, was bis heute Merkmal meiner Kunst ist, verdanke ich ihr", erinnert er sich an die gescheiterte Beziehung.

Im Laufe seines Buches kommt der "Mann mit der Mütze" immer wieder auf seine Kindheit zu sprechen, die er trotz Denunziationen und den "Bürgerkriegen en miniature" in der Schule und auf der Gasse als "paradiesischen Lebensabschnitt" erlebte. In dieser Zeit tat Fuchs nichts lieber, als auf dem Lagerplatz seines Vaters zu spielen, worauf er heute seine Vorliebe für Heraldik, Metall und Papier, Gravüre und Holzschnitte zurückführt: "Ein Kind hat immer einen oder mehrere Fetische. Damals wurde mein Verhältnis zu Metall und zum mit Bildern bedruckten Papier zu einem ausgeprägten Fetischismus."

In seinem Phantastischen Leben gibt Fuchs der Öffentlichkeit nicht nur seine Fetische preis, sondern auch eine Welt, die er bis dato nur über seine Bilder und Aktionen kommunizierte. Daher ist die Autobiografie ein Muss für alle Fuchs-Fans. Sie sind es auch, die ihm seine Zeitsprünge und überraschenden inhaltlichen Exkurse am ehesten verzeihen werden. Interessierte hingegen, die den Fantastischen Realisten und seine Werke besser kennen lernen wollen, wird die Lektüre allein nicht ausreichen. Zwar vermitteln die zahlreichen Fotos eine gute Vorstellung von seinem sozialen Umfeld und die 19 Abbildungen seiner Werke einen ersten Eindruck von seinem Lebenswerk, die Geschichten rundherum jedoch verlangen dem Leser Geduld ab: Geduld, den roten Faden zu finden.

So schreibt er über die Zeit, in der er seine Werke um ein "sprichwörtliches Butterbrot" verkaufte, erzählt von seinem Aufstieg und seinen Erfolgen und erinnert sich an Künstlerfreundschaften. Er rollt sein Leben im Paris der 50er, seine Reisen nach Israel und Italien, seine Frauen und Affairen auf. Zwischen den Stationen seines Lebens philosophiert er über Symbole in der Kunst und erklärt warum seine Zyklen, Zeichnungen, Aquarelle und Ölbilder "die Qual verlorenen Glaubens, sinnlosen Leidens spiegeln". Viel Spaß beim Suchen der Zusammenhänge! --Ute Langthaler-Nusser


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ernst Fuchs blickt zurück auf 70 Jahre Leben. Salvador Dali, Elias Canetti, Friedensreich Hundertwasser - sie gehörten zu seinem Lebenskreis. Ernst Fuchs wird einer der Begründer und schließlich der Vertreter des Fantastischen Realismus schlechthin. Umstritten und zugleich der bekannteste Maler Österreichs ist er ohne Zweifel einer der ganz Großen. Er schreibt ohne Zweifel spannend, lehrreich, faszinierend, unterhaltsam. Er ist ohne Zweifel phantastisch. Und: Er ist trotz marternder Fragen ohne Zweifel.

437 Seiten „Phantastisches Leben" berichtet Ernst Fuchs von seinem phantastischem Leben. Zu Beginn atemlos, dann geistesgeschichtlich faszinierend, zuletzt unentwirrbar Phantastisch. Zwischen Depression und Euphorie - so schildert Fuchs sein Spannungsfeld, in dem er funktioniert. Und so auch läßt sich die Lesearbeit einordnen. Denn dieses Buch ist nicht Lektüre-Vergnügen, es ist harte Arbeit - selbst für den bekennenden Fuchsfan-Leser: der rote Faden, die Spannung, zuletzt gar der sittliche Nährwert der Erinnerungen wird durch die retartierende solipsistische Haltung des Autors nur mühsam erlesen. Zwischen Euphorie und Depression bewegt sich der Leser: es ist das Buch eines Menschen mit großem Geist, mit sprachlicher Intensität - mit bereichernden Begegnungen mit geistigen Größen - mit Ansätzen zu religiös-metaphyischen Erkenntnissen. Die Lektüre läßt teilhaben an dieser bereichernden Innenschau.
Und gleichzeitig vernichtet sie die Hoffnung, Erkenntnis im Laufe eines Lebens zu gewinnen. Denn das Buch wird kein Ganzes, bietet keine Synopse. Verhaftet im Detail bleiben die Lebenserinnerungen fragmentarische Schau, der Lebenssinn ist von anbeginn verwurzelt im Selbstbewußtsein ein Auserwählter zu sein; damit einer, der alles besser weiß, der das andere nur für sein Ziel annimmt, aber ignoriert, wenn es zur eigenen Entwicklung eventuell auch unter Schmerz integriert werden soll.Der sich zwar martenden Fragen aussetzt, aber dennoch keinen Zweifel an sich hat. Wo bleiben die persönlichen Verbindungen? Wo bleibt die Verantwortung, die liebevolle Fürsorge? Wo die Menschlichkeit? Wo eine Konsequenz aus Erkenntnis und religiöser Innenschau für den Nächsten?
Fünfzehn Kinder hat Fuchs, so ist dem Anhang zu entnehmen. Doch gibt es eine Bindung an sie? Hat er ihnen etwas mitgeben können? Hat er durch sie Nähe erfahren, Inspiration bekommen oder sind das nur die Produkte, die seine zahlreichen Frauen eben als quasi Nebenwirkungen hervorbrachten?
Wenn schon Erinnerungen schreiben - dann doch um dem Leser etwas über das künstlerische Wirken hinaus zu bieten. Bei einem Maler, der ein großes, bewundertes Werk schaffte, dürfen seine Fans mehr erwarten, als ein Kompendium bereits veröffentlichter Traktate mit etwas biographistischem Zuckerguß und verbrämter Innerlichkeit. Die Lektüre quält und läßt sich dennoch nicht abbrechen. Fans lesen eben auch das mit treuer Bewunderung gerne.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von "kdjgr"
Eine sehr persönliche Autobiographie, die den Schwerpunkt auf die Jugendzeit und die frühen Pariser Jahre um 1950 legt. Seine Freundschaften mit Dali, Brauer, Hundertwasser, Hausner und natürlich mit seinen vielen Frauenbekanntschaften werden in mehrfachen Wiederholungen und zeitlichen Sprüngen geschildert. Für Fuchs-Liebhaber oft interessant, wenn auch nicht immer bereichernd in den Details, die manchmal in religiöse Träumereien abgleiten. Für echte Fuchs-Freunde aber immer ein Gewinn.
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