Die Phalaenopsis ist die beliebteste Orchideenart überhaupt - auch ich konnte mich ihrer Schönheit nicht entziehen und habe mir zwei Expemplare zugelegt. Um zu vermeiden, dass sie gleich eingehen, habe ich mich mit Lektüre eingedeckt: Neben zwei allgemeinen Ratgebern über Orchideen kaufte ich mir noch dieses Buch, das sich speziell mit der Phalaenopsis beschäftigt, gekauft. Ich hoffte, noch mehr Pflegehinweise und Fotos der einzelnen Sorten zu finden.
Leider bin ich aber alles andere als begeistert von diesem Buch. Mit einem Wort: Es ist total platt! Mehr als eine schnelle Übersicht bietet dieses Büchlein nämlich nicht.
Zuerst einmal bekommt man die Basisinformationen - wo leben Orchideen, wie kamen sie zu uns, wo kauft man sie - dann werden Naturformen und Hybriden vorgestellt. Das klingt besser, als es tatächlich ist. Diese Vorstellung sieht nämlich so aus, dass eine Blüten-Farbe jeweils auf zwei Seiten vorgestellt wird. Da findet man zum Beispiel bei weiß zwei Fotos von weiß blühenden Orchideen und dann die Hintergründe, welche Kreuzungen gemacht wurden, damit irgendwelche bestimmten Färbungen entstanden, die Textur verbessert werden konnte, durch welche Einkreuzungen die Blühdauer erhöht werden konnte usw. Das artet dann teilweise in eine Auflistung vieler lateinischer Namen aus. Für einen Laien, oder jemanden, der einfach nur wissen möchte, wie man Phalaenopsis erfolgreich pflegt, sind diese Seiten völlig nutzlos, zumal man zum Namen ja nicht einmal ein Bild hat.
Dass ich diesem Buch und nicht jenem von Jörn Pinske den Vorzug geben habe, hatte den Grund, dass der Autor Manfred Wolff sich mit Mini-Orchideen beschäftigt. Tatsächlich werden diese dann auf zwei Seiten behandelt. Wirklich sinnvolles steht da aber nicht über deren Haltung, einzig und alleine, dass man sie am besten nach der Blüte gleich umtopft.
Ab Seite 46 erfährt man dann einiges über die richtige Pflege, wobei die Hinweise nur oberflächlich sind - mal hier eine schnelle Angabe und mal da. Bei der Düngung steht zum Beispiel nur, wie der Dünger zusammen gesetzt sein sollte und das man am besten alle vier Wochen düngt. Ob ganzjährig oder nur, wenn sich ein neues Blatt, ein neuer Trieb entwickelt - man erfährt es in diesem Buch nicht. Vergeblich suchen wird man auch konkrete Angaben zur Luftfeuchtigkeit - dass zu viel und zu wenig die Pflanze kaputt macht, ist klar, folglich wäre es schön gewesen, hätten die Autoren Werte genannt. Die Schädlinge werden auch auf zwei Seiten vorgestellt, nämlich genau vier davon. Was man dagegen tun kann? Laut den beiden Autoren nur den Fachmann fragen bzw. Insektizide verwenden bzw. die Haltungsbedingungen verbessern.
Summa summarum: Dieses Büchlein lässt leider zu wünschen übrig.