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Phaidros oder Vom Schönen. [Taschenbuch]


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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150057892
  • ISBN-13: 978-3150057896
  • Größe und/oder Gewicht: 15 x 9,6 x 0,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 332.635 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Von kpoac TOP 500 REZENSENT
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Phaidros gehört zu den Spätwerken Platons (437-347 v. Chr.). Es ist ein philosophischer Diskurs, wie man sich ihn vorstellt. Ein warmer Sommertag, Sokrates und Phaidros gehen des Weges, rasten im Schatten einer Plantane nahe einem kleinen Bach. Ihr Thema ist der Eros, die Schönheit im Sinne der Rhetorik.

Die Macht der Liebe wird von drei Reden getragen, in denen es um Eros geht. (1) Phaidros trägt die Rede des Lysias vor (Erotikos), die Sokrates (2) durch eine eigene überbietet. Für ihn ist Eros unheilvoller Wahnsinn. Doch in der dritten Rede (3) findet Sokrates einen anderen Zugang. Als vom Eros Erfüllter preist er den göttlichen Wahnsinn. Mit Hilfe eines Mythos zeigt er das Wesen der Seele und gleichzeitig die Folge, nämlich, dass die Liebe ein von den Göttern geschenkter Wahnsinn ist. Dieser Wahnsinn ist Wahrheit und zeugt von der Unsterblichkeit der Seele, die es wiederzufinden gilt. Also ist die Begegnung mit einem philosophischen Liebhaber höchstes Glück. Die unsterbliche Seele ist wie ein geflügeltes Zweigespann, die beiden Pferde sind vom Lenker zu führen, obgleich das eine Pferd schön, gut und von edler Rasse ist, dass andere just das Gegenteil (vgl. Platon, Das Gastmahl, Eltern des Eros). Die Seele führt Aufsicht, ist sie vollkommen und gefiedert schwebt sie über allem, in den höchsten Regionen und durchwaltet die Welt (Welteros bei Daphnis und Chloe). Sie ist vollkommen und unsterblich, ("Jede Seele ist unsterblich, Denn was sich immer bewegt, ist ewig."). Ist sie nicht gefiedert, setzt sie sich fest in einen Leib und ist mit diesem sterblich. (vgl. Platon, Phaidon). Dieser offensichtliche Kampf zwischen den ungleichen Pferden und dem Lenker führt zur Dreiteilung der Seele, (vgl. Platon, Der Staat, politeia). Logos (Vernunft), Thymos (Eifer und Mut) und Epithymia (Begierde) sind die drei Teile der Seele, die sich bei Sigmund Freud als >Über-Ich, Ich, Es< wiederfinden lassen. Diese zusammen bilden die lebendige Seele, die Ur-Seele in höchsten Höhen, sie ist das Reine, Gute und Schöne. Diese IDEE des Schönen ist ein Zustand, der für kurze Augenblicke erreicht werden kann, aber die Anamnesis (Erinnerung) gibt dauerhaften Bestand, und somit ist sie der Erzeuger für die Annäherung an diese Idee und in der beständigen Verbesserung erzeugt sie die Liebe zum Schönen, zum sinnlich wahrnehmbaren Schönen.

Ein weiterer Aspekt dieses Dialoges ist ein sehr interessanter und sicher die vorherrschende Absicht Platons. Lysias wird zum virtuellen Sparringspartner in der Rhetorik. Phaidros hat Lysias Rede vorgelesen, Sokrates hielt seine frei. Damit entwickelt Platon einen Begriff der Rhetorik, der diese Kunst erst wirklich zur Kunst werden lässt. Die Verbindung von Rhetorik und Philosophie, die Ausdrucksfähigkeit verbunden mit dem Wissen um Wahrheit. (Cicero griff dieses auf in De Oratore) Und weiter weiß er die Unterscheidung von Schrift und freie Gedanken sehr schön zu differenzieren. So sagt bei Platon der ägyptische König Thamus zu Theuth, der ihm seine Erfindung der Schrift vorstellt:
"(...) diese Kunst wird Vergessenheit schaffen in den Seelen derer, die sie erlernen, aus Achtlosigkeit gegen das Gedächtnis, da die Leute im Vertrauen auf das Schriftstück von außen sich werden erinnern lassen durch fremde Zeichen, nicht von innen heraus durch Selbstbesinnen. Also nicht ein Mittel zur Kräftigung, sondern zur Stützung des Gedächtnisses hast du gefunden. Und von Weisheit gibst du deinen Lehrlingen einen Schein, nicht die Wahrheit: wenn sie vieles gehört haben ohne Belehrung, werden sie auch viel zu verstehen sich einbilden, da sie doch größtenteils nichts verstehen und schwer zu ertragen sind im Umgang, zu Dünkelweisen geworden und nicht zu Weisen".

Eine Gegenüberstellung zwischen Innen und Außen wird in diesem Absatz offenkundig. Der wirklich Wissende bewahrt seine Weisheit ohne äußere Hilfe bei sich selbst und hat sie immer zur Verfügung, um sie in der Lehre weiterzuvermitteln. Derjenige, der nur scheinbar in Besitz von Weisheit ist, bedarf der äußeren Stütze und trägt sein "Gedächtnis" außerhalb seiner selbst in der manifestierten Schriftsprache. Die Schrift ist nur Abbild und eine leblose Kopie des Urbildes der belebten und beseelten Sprache. (vgl. Walter Benjamin, Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit). Entscheidend ist hier die abwertende Bedeutung des Wortes Abbild: es ist von geringerem Rang als das Urbild, hat nicht dieselbe Wirklichkeit und Aura. Die Schrift ist angewiesen auf die mündliche Sprache als Grundlage und auf die Fixierung auf äußeres Material (vorlesen des Lysias Textes). Sie steht immer in einer Abhängigkeit. Daher kann Platons Phaidros als Konzeption einer philosophischen Rednerbildung verstanden werden, geübt an einem in der Zeit üblichen Thema: dem Eros, dem wirklich Schönen.
Diesen Dialog zwischen Phaidros und Sokrates schließt ein Gebet an Pan und die anderen Götter dieser Stätte. Schönheit im Inneren ist der Wunsch und sein äußerer Besitz möge sich diesem nicht widersetzten. Der geneigte Leser mag sich diesem Streben anschließen.
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5.0 von 5 Sternen Wer Schönheit wahrnimmt, dem wachsen Flügel! 21. März 2007
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Der platonische Dialog " Phaidros" findet zwischen Sokrates und Phaidros statt.
Die beiden Männer unterhalten sich zunächst über den Verlauf von Freundschaften.
Phaidros liest eine Rede des Lysias vor, wonach man sich bei Freundschaften eher Nichtverliebten als Verliebten zuwenden solle.
Sokrates reflektiert in der Folge die Unvernunft von Verliebten und überlegt, weshalb aus dem Umgang mit einem solchen Nachteile entstehen.
Er bedenkt, dass man im Grunde einen Liebhaber und einen Verliebten, die man im Gespräch miteinander sehe, immer unterstelle, sie kämen von einer Begierde oder gingen einer solchen entgegen.
Bei einem Nichtverliebten hingegen sei dies natürlich nicht der Fall.
Zudem versuche ein Liebhaber seinen Geliebten aus Eifersucht immer einzuengen, weil er glaube den Geliebten nur so halten zu können.
Dieses Verhaltensmuster könnte langfristig zur Feindschaft mit dem Geliebten führen.
Fraglich ist deshalb für Sokrates zunächst, ob ein Liebespaar überhaupt noch Freundschaft miteinander pflegen möchte, wenn das körperliche Verlangen in der Beziehung gestillt sei.
Hingegen bleibe ein langfristig nichtverliebter Freund auch nach einem eventuellen sexuellen Beisammensein mit dem Liebhaber nach wie vor freundschaftlich verbunden.
Demnach scheint es bedenklich zu sein mit seinem Geliebten Freundschaft anzustreben. So das Ergebnis des ersten Redebeitrages von Sokrates.
Im darauf folgenden Redebeitrag betrachtet er das Phänomen aus einem anderen Blickwinkel und kommt zum Ergebnis, dass es auch Sinn mache mit einem Verliebten Freundschaft zu pflegen, weil dieser eher zu Opfern bereit sei gegenüber seinem Liebhaber, denn jener sei für ihn ein Gott.
Göttlich sei stets das Schöne, Wahre und Gute. Mit diesem Göttlichen durch Freundschaft verbunden zu sein sei der Seele eines Menschen ohne Zweifel zuträglich, da sie beim Anblick des Schönen beispielweise in Liebe entbrenne.
In seiner weiteren Rede berichtet Sokrates Phaidros von der Rede mit Stesichores über die Unsterblichkeit der Seele. Diese sei deshalb unsterblich , weil sie stets in Bewegung sei. Das Bewegende der Seele sei von Anbeginn an vorhanden, sich selbst bewegend und immer den Körper überdauernd.
Anfänglich vollkommen befiedert, verlöre die Seele einen Teil dieser Federn, wenn sie im Körper eines Menschen Aufenthalt habe, aber sie könne offensichtlich dadurch neu befiedert werden ( das ist die Grundvoraussetzung der Seele um sich erheben zu können) , wenn ein Mensch entweder philosophiert oder aber liebt.
Indem ein Liebender dem Liebhaber gegenüber in Liebe entflamme, verfalle er in den Zustand des Wahnsinns, der dazu führe, dass sich die Seele des Liebenden an ihre Herkunft erinnere und damit an ihre vollkommen befiederten Tage.
Wer Schönheit wahrnehme, dem wachsen Flügel und genau das passiere , wenn man liebt.
Sokrates versucht durch einen Mythos zu begründen, weshalb die Federn einst aus den Flügeln der Seele gefallen sind und diese daraufhin auf die Erde gesunken sei, um dort allgemeine Wahrheiten zu erfassen, wo sie zuvor noch Ideen erblicken konnte.
Schließlich unterhält sich Sokrates mit Phaidros außerdem über das wahre Wesen einer Rede und verdeutlicht, weshalb ein guter Redner immer auch ein guter Seelenkenner sein sollte.
Der gute Redner soll seine Schüler erwecken, durch dialektische Methoden, die auf Ideen zurückführbar seien und zur Erkenntnis allgemeiner Wahrheiten führe.

Ein beeindruckender Text, durch den der Unsterblichkeit der Seele , aber auch der Liebe und Schönheit ein Denkmal gesetzt worden ist.

Empfehlenswert.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Phaidros 11. Mai 2009
Platons Phaidros ist die Quelle der abendländischen Literatur, soweit man diese ernstnehmen kann. Wer den Phaidros nicht kennt, kann die anderen Bücher nicht lesen - ihm entgeht ein großer Teil des Vergnügens. Außerdem ist der Phaidros selbst ein außerordentliches Vergnügen. Er handelt übrigens in der Hauptsache nicht "vom Schönen", sondern von der gesprochenen und geschriebenen Sprache.Letzter Versuch zu lachen. Die Entschlüsselung von Franz Kafkas Schloß
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