Kurzbeschreibung
Der Mann hatte schon immer etwas Ständiges an sich, und das nicht in einem bloß körperlichen Sinn. Mann zu sein, heißt, einen Platz einzunehmen und sich darin zu behaupten. Wie wird das erreicht? Nicht dadurch, daß sich der Mann physisch Platz verschafft und im Wege steht, sondern indem er seinen Namen in der Öffentlichkeit aufrichtet. Doch bisher hat niemand penetrant genug gefragt, was es eigentlich bedeutet, Wer zu sein, einen Namen zu haben oder in Verruf zu geraten. Der in Köln lebende australische Autor Michael Eldred geht den oft genug trivialen Erscheinungen des männlichen Gehabes nach, um ihren tieferen Sinn aufzudecken. Sein Gang durch die Phänomene zeigt, daß männliches Sein in den tiefsten Schichten der westlichen Zivilisation verwurzelt ist. So tief, daß es der Psychologie nicht überlassen bleiben kann, die Männlichkeit aufs Korn zu nehmen. Es ist an der Zeit, das zu tun, was auch dem Feminismus nicht gelungen ist: den Mythos vom Phallus in seinem Ursprung bloßzustellen. Denn nur so ist an der Ständigkeit des Mannes wahrhaft zu rütteln.
Der Autor über sein Buch
Kaum ständig noch deutet auf das Fragwürdige der Ständigkeit hin, die das metaphysische Sein durchsetzt. Diese Ständigkeit - hier in einen Zusammenhang mit der Männlichkeit gebracht - steht am Ende des zweiten Milleniums nicht mehr so fest und fraglos da. Das Denken hat die Aufgabe, ihrem Wanken nachzuhelfen, um auch die feste Selbstverständlichkeit des männlichen Seins in Zweifel zu ziehen. Darin wird die Frage nach dem Wersein die Leitrolle spielen. Durch das Hinterfragen der Männlichkeit und ihre Rückführung auf eine gewisse Ständigkeit des Seins wird im Lauf des Denkwegs eine andere Dimensionalität spürbar, die in der Metaphysik - und damit in der abendländischen Geschichte - niemals ersichtlich werden konnte und deshalb stets übersehen wurde.