Laing beschreibt die psychosozialen Prozesse, um den Menschen an die Gesellschaft anzupassen. Z.B. wird das Konzept des Double Bind benutzt. Dabei sieht er das "Normale" als das Kranke an. Bereits im Kindesalter werden Erfahrungen manipuliert, so dass letztlich der Mensch glaubt, es sei sein eigener Wunsch. Dabei ist er unfähig, sich selber und auch andere wahrhaft zu erleben. Er ist "mystifiziert".
Kein Buch für zarte Gemüter. Wer sich selbst dabei an seine Kindheit erinnert sieht, wird schnell merken, wie falsch das eigene, jetzige Leben gelebt wird. Durch Leugnung und Verdrängung jedoch werden diese Gegenargumente getilgt, Kritik unterbunden, ganz wie man es gelernt hat in der Familie. Die Familie als miefiger Hort der Unaufrichtigkeit und Verfälschung.
Das Positive am Buch ist die Ehrlichkeit und Direktheit, mit der er diese Prozesse beschreibt. Und er baut eine Brücke für die "Verrückten", die nicht in dieser Gesellschaft klarkommen. Gerade deren Phantasie erklärt er als etwas Wertvolles, gegenüber dem eindimensionalen Menschen, der einfach nur funktioniert, statt reflektiert. Denen, die an sich zweifeln, gibt er Hoffnung, dass es möglich ist, sich selbst aus dem Chaos neu zu erschaffen.