Der Buchtitel ist eigentlich doppelt irreführend. Erstens ist es im Wesentlichen kein Bestimmungsbuch für Gesellschaften, sondern für Arten. Die pflanzensoziologischen Angaben finden sich dann erst bei den Arten. Zweitens sind mit den angrenzenden Gebieten nur der Elsass bzw. die Vogesen gemeint. Als Österreicher war ich enttäuscht, wie wenig auf die hiesigen Arten und Gesellschaften eingegangen wird (z.B. zu der im Wienerwald so häufigen Schwarzföhre finden sich ganze 3 Zeilen, und sie sei ein Zier- und Parkbaum). Ich hätte doch gedacht, dass Österreich an Deutschland grenzt.
Der Bestimmungsschlüssel ist unübersichtlich, weil nach "1" nicht "1*" folgt, sondern "2", und "1*" findet man eine halbe Seite weiter unten oder sogar auf einer anderen Seite. Dadurch wird zwar Platz gespart, aber man muss dauernd suchen. Noch eigenartiger sind die Abkürzungen, z.B. "auf mäß. frisch., ± nährstoffreich., kalkarm., neutral-mäß. sauer., humos. od. roh. Lehmböden". Sicher, man weiß, was gemeint ist, aber ich denke, mit einer kompakteren Schriftart hätte man einfacher Platz sparen können.
Die Angaben zu Standort und Vergesellschaftung sind zwar gut, doch haben andere Exkursionsfloren längst nachgezogen. Zeigerwerte und Gesellschaften stehen z.B. auch im neuen Rothmaler. Das einzige, was ich bisher in keinem anderen Bestimmungsbuch gesehen habe, sind die Angaben zur Samenbank.
Ich schätze, dass jeder Biologe dieses Buch daheim im Regal stehen hat, aber das Bestimmungsbuch, das man in den Rucksack packt, ist im Normalfall ein anderes.