R. Heitefuss schafft es, ein komplexes, interdisziplinäres Arbeitsgebiet verständlich für Zoologen, Botaniker und Chemiker darzustellen. Das Buch ist leicht leserlich geschrieben, übersichtlich gegliedert und mit einer angemessenen Anzahl von Abbildungen versehen.
Der Titel des Buches "Pflanzenschutz" ist sehr wörtlich zu nehmen. Kapitel, die Hintergrundinformationen liefern, sind ausführlich bearbeitet, z.B. Populationsdynamik, Schadprognosen, Standortwahl. Heitefuss bleibt daher nicht in einer reinen Beschreibung von zugelassenen und verbotenen Pflanzenschutzmitteln stecken, sondern stellt den Pflanzenschutz in einen ökologischen und sozialen Rahmen, in dem die Pflanzenproduktion im Mittelpunkt steht. Auch die Konsequenzen des Einsatzes von chemischen Pflanzenschutzmitteln werden beschrieben. Der letzte Abschnitt ist den Methoden des integriertern Pflanzenschutzes und der Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes gewidmet. Dabei setzt sich der Author nie dem Vorwurf aus, er könnte ein "Alternativer" sein. Seine Argumentation ist rein auf die Kostenreduzierung in der Pflanzenproduktion konzentriert.
Im Kapitel "Pflanzenschutzmittel" werden alle Bekämpfungsmaßnahmen gegen wichtige Schaderreger beschrieben. Alledings werden die Schadorganismen selbst nicht beschrieben. So kann der Leser nach der Lektüre des Buches nicht entscheiden, ob er nun eine Milbe oder ein Insekt vor sich hat und welches Pflanzenschutzmittel er wählen soll. Diese Kenntnisse wurden von Heitefuss vorausgesetzt.
Das vorliegende Buch kann von Studenten als Einstieg und von Fortgeschrittenen als Nachschlagewerk problemlos genutzt werden.