Das Buch beschreibt die wichtigsten Aquarienpflanzen mit einem sehr praxisnahen Aufbau: Merkmale - Pflege - Verwendung - Bemerkungen.
Die Beschreibung jeder Pflanze beginnt mit einer Seite Habitus- und Detailfotos sowie einer Übersichtsskizze. Auf der zweiten Seite (das wurde exakt durchgezogen) finden sich die Verbalhinweise sowie ein in situ-Foto aus einem Aquarium des Autors oder häufiger aus dem botanischen Garten Berlin oder der Pflanzenzucht von Bedarfslieferanten wie Dennerle, Dupla u.a.
Botanisch scheint das Buch völlig unbedarft. Bei Einem Farn fand ich die Bemerkung: "Wegen der schwierigen Vermehrung mittels Sporen im Handel nur selten anzutreffen". Der Hinweis, dass es sich um ein Farn handelt, fehlt.
So ist auch die Sortierung fern jeder botanischen Gepflogenheit strikt alfabetisch. Wie erwähnt nicht einmal zwischen Farnen und Samenpflanzen wird unterschieden. Entweder hält Herr Greger die Aquarianer für bildungsfern, oder ihm selbst fehlt das nötige botanische Fachwissen. Oder, ich will ihm das zu Gute halten, es steckt ein Plan hinter dieser Vorgehensweise, der sich mir als ehemaligem Botaniker nur nicht eröffnet hat.
Abgeschossen wird der Vogel aber in der Einleitung. Hier mischen sich moderne Ansichten mit Scharlatanerie. So wir zum Beispiel detailliert eine Düngemethode dargestellt, die jedem Fischliebhaber die Haare zu Berge stehen lässt: Gekapselter Blaukorndünger (Nitrophoska). Das Bersten eines einzigen Korns könnte bereits den Tod der gesamten Fischbestandes zur Folge haben. Nitrat und Phosphat haben nicht aktiv in ein Aquarium eingebracht zu werden. Und das Umwickeln von Pflanzen mit Blei für den endgültigen Pflanzort ist ebenfalls Unsinn. Auch Blei gehört nicht ins Aquarium.
Fazit: Praxisnah zum raschen Nachschlagen, für Detailfragen unbrauchbar. Sehr schöne Bilder. Einleitende Tips teils gefährlich.