Elsa Rieger gelingt es, mich zum Nachdenken zu bringen. Ihre Kurzgeschichten sind kleine Kostbarkeiten über Menschen am Rande der Gesellschaft. Bisher dachte ich, dass Pfingstrosen schön sind, doch Rieger belehrt mich eines Besseren. Sie sind nicht schön, aber Wert hinzuschauen, hinterfragt zu werden, ob zu dick, zu hässlich, überflüssig. Dabei gelingt es der Autorin mit wenigen Worten sehr viel auszudrücken, in manchen Texten sogar ein ganzes Leben. Mir ist es manchmal etwas zu wenig, vor allem wenn es um Zeitsprünge geht.
Dennoch trifft die Autorin genau meinen Nerv, in einer klaren, direkten Sprache, die viel Raum für eigene Phantasie und Interpretation lässt. Diese Geschichten begleiten mich, seit ich sie gelesen habe. Insbesondere die Geschichte über eine Prostituierte und ihren Sohn "Anthony" und die über die geschlagene Ehefrau "Frühstück" . Dabei kann Rieger aber auch sehr witzig, wie sie in der Taxi-Story "Onkel Theo" beweist. Alle Geschichten sind absolut lesenswert!